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Homo oecologicus
hŏmō oecologicus, Ökologischer Mensch) ist das idealtypische Menschenbild des perfekt ökologisch denkenden und handelnden Menschen. Der Begriff wurde erstmals …
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Grundidee
Der Homo oecologicus, lateinisch für „Ökologischer Mensch“, ist ein idealtypisches Menschenbild: Gemeint ist ein Mensch, der vollkommen ökologisch denkt und handelt. Der Begriff wurde 1989 von Hans Immler in seinem Buch „Vom Wert der Natur“ eingeführt.
Das Modell spielt auf den Homo sapiens an und steht in Beziehung zum Homo oeconomicus. Während der Homo oeconomicus in einfachen ökonomischen Modellen als rational handelnder Mensch verstanden wird, der seinen persönlichen Nutzen maximiert, soll der Homo oecologicus die Beziehung des Menschen zu seiner natürlichen Umwelt stärker einbeziehen.
Abgrenzung zum Homo oeconomicus
Der Homo oecologicus wird als Ergänzung zu einem volkswirtschaftlich geprägten Typus verstanden. Im Mittelpunkt steht nicht nur individuelles Nutzenstreben, sondern die Interaktion mit der natürlichen Umwelt.
Dabei verweist der Begriff auf die Ökologie als stark interdisziplinäres Gebiet. „Interdisziplinär“ bedeutet, dass mehrere Fachrichtungen zusammenarbeiten. Der Homo oecologicus soll also auch fachübergreifende Aufgaben berücksichtigen, die mit Natur, Umwelt und menschlichem Handeln verbunden sind.
Menschenbild und Umweltbewegung
Seit den 1980er-Jahren forderte die Umweltbewegung „neue Werte“, eine „neue Moral“ und sogar ein „neues Menschenbild“. Der Homo oecologicus griff diese Forderungen auf und wurde als Gegenentwurf zu einem als Menschenbild verstandenen Homo oeconomicus gesehen.
Nach dieser Sichtweise habe die starke Orientierung am ökonomischen Leitbild direkt oder indirekt zur ökologischen Krise beigetragen. Der Homo oecologicus sollte dem ein Denken entgegensetzen, das Umwelt und ökologische Verantwortung stärker in den Mittelpunkt stellt.
Wichtige Einschränkung
Der Artikel betont, dass der Homo oeconomicus in den Wirtschaftswissenschaften eigentlich kein Menschenbild ist. Er bezeichnet vielmehr eine Summe vereinfachter Grundbedingungen, die klassischen ökonomischen Theorien idealtypisch zugrunde liegen.
Solche Vereinfachungen dienen zum Beispiel in Vorlesungen des volkswirtschaftlichen Grundstudiums dazu, Spezialfälle zu behandeln und bestimmte Zusammenhänge verständlich zu machen. Volkswirte sind sich dieser Vereinfachungen bewusst. In ökonomischen Theorien, die sich mit Ökologie beschäftigen, spielt der Homo oeconomicus nur eingeschränkt eine Rolle. Deshalb ist er nicht direkt mit dem Homo oecologicus vergleichbar und widerspricht ihm auch nicht.