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Home (Dokumentarfilm)

Der Film besteht weitgehend aus Luftaufnahmen, die mit einer hochauflösenden Cineflex-Digitalkamera in über 50 Ländern auf allen Kontinenten der Erde gedreht …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Film und zentrale Aussage
  2. 2. Bilder, Probleme und Lösungsansätze
  3. 3. Aufbau und Themenfolge
  4. 4. Produktion und Kritik
  5. 5. Veröffentlichung und Reichweite

Film und zentrale Aussage

HOME ist ein 93-minütiger französischer Dokumentarfilm aus dem Jahr 2009. Regie führte der Fotograf und Journalist Yann Arthus-Bertrand. Der Film ist ab 0 Jahren freigegeben und wurde als frei verbreitbarer Film veröffentlicht. Er besteht weitgehend aus Luftaufnahmen, die mit einer hochauflösenden Cineflex-Digitalkamera in mehr als 50 Ländern auf allen Kontinenten entstanden.

Im Mittelpunkt stehen die Schönheit und die Verletzlichkeit der Erde. Der Film möchte die Biodiversität, also die Vielfalt der Arten und Lebensräume, zeigen und zugleich veranschaulichen, wie menschliches Handeln das ökologische Gleichgewicht bedroht. Damit soll er auf die Dringlichkeit des Umweltschutzes und auf die gemeinsame Verantwortung der Menschen für die Erde aufmerksam machen.

Bilder, Probleme und Lösungsansätze

Die Aufnahmen führen durch sehr unterschiedliche Landschaften und Lebensräume: vom tropischen Regenwald über die arktische See bis zu Großstädten wie Tokio, Dubai und Lagos. Ein aus dem Off gesprochener Kommentar verbindet diese Bilder miteinander und erklärt ökologische sowie soziale Zusammenhänge.

Behandelt werden unter anderem die globale Erwärmung, die Überbevölkerung, die Bodenerosion, die Ausbeutung natürlicher Ressourcen, der Mangel an Trinkwasser und der Artenschutz. Bodenerosion bezeichnet dabei den Verlust fruchtbarer Erdschichten. Der Film stellt dar, wie Produktion, Energieverbrauch, Landwirtschaft, Handel und Konsum natürliche Kreisläufe beeinflussen und teilweise zerstören.

Im Schlussteil zeigt HOME auch positive Entwicklungen. Dazu gehören der zunehmende Einsatz von Windenergie und Solarenergie sowie Beispiele verantwortungsvollen Handelns. Außerdem wird betont, dass der persönliche Konsumstil eine Rolle spielt. Der Film verbindet seine Warnung vor Umweltzerstörung somit mit Gründen zur Hoffnung und einem Aufruf zu neuen Werten.

Aufbau und Themenfolge

Der Film gliedert seine Darstellung in 15 thematische Abschnitte. Zunächst geht es um die Entstehung der Erde und des Lebens sowie um die große Symbiose aller Lebewesen. Symbiose bezeichnet hier das enge Zusammenwirken und die gegenseitige Abhängigkeit von Lebensformen. Danach folgen die Anfänge der menschlichen Kultur und der Übergang von einer durch Muskelkraft geprägten Wirtschaft zu einer Wirtschaft, die Verbrennung und fossile Energie nutzt.

Weitere Abschnitte behandeln industrielle Landwirtschaft, Massenproduktion und Ölabhängigkeit. Daran schließen sich Luxusleben, Schnelllebigkeit und Welthandel an. Am Beispiel Dubais werden außerdem Überfischung und die Zerstörung natürlicher Kreisläufe thematisiert.

Im weiteren Verlauf richtet sich der Blick auf versiegende Flüsse, Wassermangel und Wasserverschwendung sowie auf die industrielle Ausbeutung der Natur. Die Osterinsel dient als Beispiel im Zusammenhang mit Armut, Hunger, Landflucht, Zerstörung und Verschwendung.

Anschließend zeigt der Film die Folgen des Klimawandels: Die Pole schmelzen, der Meeresspiegel steigt und Menschen müssen flüchten. Weitere Themen sind bedrohte Städte, das Verschwinden von Arten, die Zerstörung des Erdbodens und Methan als mögliche „Zeitbombe“. Zum Ende fasst der Film die bedrohlichen Tatsachen zusammen, nennt Gründe für Hoffnung und zeigt Beispiele verantwortungsvollen Handelns und neuer Werte. Ein Rückblick auf die dargestellten Landschaften und Länder schließt den Film ab.

Produktion und Kritik

HOME wurde von dem französischen Luxusgüterkonzern PPR, zu dem unter anderem Gucci, Fnac und die Puma AG gehörten, mit 10 Millionen Euro finanziert. Die Logos des Konzerns werden am Anfang und am Ende des Films eingeblendet. Manche Kritiker vermuteten deshalb, PPR betrachte den Film als Teil seiner Öffentlichkeitsarbeit und erhoffe sich einen positiven Werbeeffekt. In diesem Zusammenhang fiel der Vorwurf des Greenwashings, also der werbewirksamen Darstellung eines Unternehmens als besonders umweltfreundlich.

PPR-Generaldirektor François-Henri Pinault erklärte dagegen, Unternehmen wie PPR müssten sich für den Umweltschutz einsetzen und auf die Probleme des Klimawandels hinweisen. Am Film selbst wurde kritisiert, dass er zwar schöne Naturaufnahmen zeige, aber keine klare Argumentation entwickle und keine konkreten Handlungsvorschläge mache.

Veröffentlichung und Reichweite

HOME wurde am 5. Juni 2009, dem Weltumwelttag, weltweit gleichzeitig im Kino, auf DVD, im Fernsehen und im Internet veröffentlicht. In Paris lief er auf Großleinwänden vor dem Eiffelturm. Eine eigens eingerichtete YouTube-Seite stellte neben dem Trailer weitere Informationen zum Klimaschutz und zur Entstehung des Films bereit. Der Creative-Commons-Film ist auch über das Internet Archive erhältlich, dort unter anderem in einer Blu-ray-Disc-Fassung.

Zwei Tage vor der Europawahl 2009 zeigte der öffentlich-rechtliche Sender France 2 den Film. Andere Parteien kritisierten die Ausstrahlung als Wahlhilfe für die Grünen, die ihr Ergebnis gegenüber der vorherigen Wahl verdoppeln konnten.

Zusätzlich erschienen der Bildband „Home – erkennen, sich informieren, fragen, verstehen, handeln“ und die Kinderausgabe „Home – Wir retten unsere Erde“. Nach Angaben von Yann Arthus-Bertrand darf jeder den Film auch ohne Genehmigung der Rechteinhaber verbreiten und öffentlich vorführen. Ein Beitrag zur Weltpremiere seines späteren Dokumentarfilms „Human – Die Menschheit“ nannte 2015 für HOME eine Reichweite von inzwischen 600 Millionen Zuschauern.

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