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Hasle LU
Hasle ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz. Hasle. Wappen von Hasle. Staat: Schweiz Schweiz.
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Überblick und Landschaft
Hasle ist eine politische Gemeinde im Wahlkreis Entlebuch des Kantons Luzern in der Schweiz. Sie liegt auf 723 m ü. M., umfasst 40,31 km² und reicht von 662 bis 2040 m ü. M. Zur Gemeinde gehören das Dorf Hasle, die Ortsteile Habschwanden und Heiligkreuz sowie zahlreiche Weiler, Einzelgehöfte und Alphütten. Oberhalb von Heiligkreuz befindet sich der Aussichtspunkt First mit Restaurant und einem kleinen Skilift.
Das Dorf liegt im Talboden an der Strasse Luzern–Bern, überwiegend auf der rechten Seite der Kleinen Emme. Es ist mit den Weilern Oeschtor, Gibel, Feld, Büel und Farbstutz zusammengewachsen. Wichtige Gewässer sind die Kleine Emme, die Grosse Entlen und die Kleine Entlen. Der Biberebach fliesst durch das Dorf und bildet über mehrere Kilometer die Grenze zu Schüpfheim. Die Kleine Entlen durchquert ein stellenweise morastiges Tal und mündet auf 818 m ü. M. in die Grosse Entlen, die von dort an Entlen heisst.
Der höchste Punkt ist der Fürstein mit 2040 m ü. M. an der Kantonsgrenze zu Obwalden. Weitere Gipfel sind Schafmatt (1979 m), Änggelaueneflue (1902 m), Ebnetenfluh (1833 m), Schimberig (1815 m) und Hängst (1809 m). Abgesehen vom Grat zwischen Kleiner und Grosser Entlen ist das Gebiet dort ein Hochmoor. 48,4 % der Gemeindefläche werden landwirtschaftlich genutzt, 40,7 % sind Wald und Gehölz und 3,5 % Siedlungsfläche (Stand 2015/16). Hasle grenzt an Doppleschwand, Entlebuch, Flühli, Romoos und Schüpfheim im Kanton Luzern sowie an Sarnen im Kanton Obwalden.
Bevölkerung und Gesellschaft
Am 31. Dezember 2025 hatte Hasle 1841 Einwohner. Die Einwohnerdichte betrug 46 Personen pro km², der Anteil der Menschen ohne Schweizer Bürgerrecht 7,2 %. Die Bevölkerungsentwicklung verlief wechselhaft: Nach starkem Wachstum von 1650 bis 1837 folgten Rückgang und Stagnation. Zwischen 1870 und 1900 sank die Einwohnerzahl durch Abwanderung um 18,4 %. Von 1920 bis 1970 nahm sie – mit Ausnahme der 1950er-Jahre – um 27,6 % zu. Nach einem Rückgang von 6,4 % zwischen 1970 und 1980 wuchs sie von 1980 bis 2000 um 13,7 %. Von 2000 bis 2010 ging sie leicht um 0,6 % zurück.
Als Alltagssprache wird eine hochalemannische Mundart gesprochen, deren lokaler Dialekt sich deutlich vom Dialekt der Stadt Luzern unterscheidet. Bei der Volkszählung 2000 nannten 96,41 % Deutsch, 1,88 % Albanisch und 0,47 % Italienisch als Hauptsprache.
Religiös war Hasle früher vollständig römisch-katholisch geprägt. Im Jahr 2000 waren 93,65 % der Bevölkerung römisch-katholisch, 3,17 % evangelisch-reformiert und 0,47 % orthodox. Zudem waren 1,06 % muslimisch und 1,00 % konfessionslos. Die muslimische Bevölkerung war albanischer Herkunft.
Ende 2022 lebten 1730 Menschen in Hasle: 1680 Schweizer Staatsangehörige und 50 Menschen anderer Staatsangehörigkeit, entsprechend 2,9 %. Die grössten Zuwanderergruppen stammten aus Deutschland (21 Personen), Italien und Spanien (je 5). Weitere 12 Personen kamen aus anderen EU-Ländern und 7 aus nichteuropäischen Staaten.
Geschichtliche Entwicklung
Hasle wurde 1236 erstmals als „Hasile“ in einem Schutzbrief von Papst Gregor IX. für das Kloster Engelberg erwähnt. Darin erscheinen auch Habschwanden als „Habeswanden“ und Keglisberg als „Chegelsperch“; beide waren Güter des Klosters Engelberg.
Die Gemeinde gehörte zum Inneren Amt Wolhusen, wie das Entlebuch unter der Herrschaft der Freiherren von Wolhusen genannt wurde. Das Entlebuch verburgrechtete sich 1385 mit der Stadt Luzern. 1405 kam es endgültig zu Luzern, nachdem die Habsburger das Gebiet für 300 Goldgulden an die Stadt verkauft hatten. Die zuvor zu Menznau gehörende Pfarrei Hasle wurde 1465 selbstständig und liess dies vom Bischof von Konstanz bestätigen.
Hasle beteiligte sich am grossen Schweizer Bauernkrieg. Am 10. Februar 1653 versammelten sich die Entlebucher beim Wallfahrtsort Heiligkreuz. Am 26. Februar beschworen sie mit dem „Bundesbrief der X Aemter der Stadt Luzern“ den Wohlhuser Bund. Bis 1798 gehörte Hasle zur Landvogtei Entlebuch, von 1798 bis 1803 zum helvetischen Distrikt Schüpfheim. Danach wurde es eine Gemeinde des neu geschaffenen Amts Entlebuch.
Politik und Verkehr
Der Gemeinderat bestand im März 2024 aus fünf Mitgliedern: Gemeindepräsident Thomas Röösli (Die Mitte), Gemeindeammann Michael Hofstetter (SVP), Sozialvorsteherin Alexandra Wicki-Erni (Die Mitte), Pius Felder (SVP) und Edy Schöpfer (parteilos).
Bei den Luzerner Kantonsratswahlen 2023 erreichten in Hasle Die Mitte einschliesslich Junge Mitte 46,79 %, die SVP einschliesslich Junge SVP 38,79 %, die FDP 9,39 %, die SP 4,13 % und die Grünen 0,90 %. Bei den Nationalratswahlen 2023 entfielen 45,9 % auf die SVP, 37,1 % auf die Mitte, 8,9 % auf die FDP, 4,8 % auf die SP, 1,0 % auf die glp, 0,8 % auf die GPS und 1,4 % auf übrige Parteien.
Seit 1914 besitzt Hasle eine Haltestelle an der Bahnlinie Luzern–Wolhusen–Bern. Eine Postautolinie verbindet Hasle mit Heiligkreuz. An Sommerwochenenden wird von Hasle aus auch Bramboden in der Gemeinde Romoos bedient. Die Gemeinde liegt an der Hauptstrasse von Luzern nach Langnau–Bern beziehungsweise über den Schallenberg nach Thun. Der nächstgelegene Autobahnanschluss Emmen-Nord an der A2 ist 30 km entfernt.
Sehenswürdigkeiten
Eine bedeutende Sehenswürdigkeit ist der Totentanzzyklus im Beinhaus neben der Pfarrkirche St. Stephanus. Er wurde 1687 als Fresko an den Langhauswänden und im Chorraum ausgeführt. Dargestellt sind acht überlebensgrosse Figurenpaare: Papst, Kaiser, Wirt, Schreiber, Müller, Jüngling, Bauer und Älpler begegnen jeweils dem Tod. Über jedem Paar steht ein zweizeiliger Dialog zwischen dem Tod und seinem Opfer. Die Stifter sind bekannt, weil ihre Namen in den Kartuschen der gemalten Konsolen stehen.
Eine weitere wichtige Sehenswürdigkeit ist die Wallfahrtskirche Heiligkreuz. Ihr Stifter war Johann von Aarwangen, der nach 1280 geboren wurde und 1350 starb. Zu den bekannten Persönlichkeiten mit Bezug zu Hasle gehört ausserdem der Ehrenbürger Max Theiler (1899–1972), Nobelpreisträger für Physiologie und Medizin und Entwickler des Impfstoffs gegen Gelbfieber.