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Hake (Adelsgeschlechter)
Hake (auch: Hacke, Hagke, Haacke o. ä.) ist der Name mehrerer Adelsgeschlechter: der zum Uradel gehörenden Hake bzw. Hacke aus der Mark Brandenburg, …
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Einordnung und gemeinsame Organisation
Hake, Hacke, Hagke und Haacke sind Namen mehrerer Adelsgeschlechter. Dazu gehören die märkischen Hake beziehungsweise Hacke aus Brandenburg, die niedersächsischen Hake, drei westfälische Geschlechtergruppen, die thüringischen Hagke sowie die kurpfälzischen Haacke beziehungsweise Hacke. Daneben gab es thüringische Haacke und briefadelige Familienzweige.
Eine Verwandtschaft dieser Geschlechter ist urkundlich nicht nachweisbar. Deshalb werden sie in genealogischen Werken wie dem Gothaischen Genealogischen Taschenbuch, dem Genealogischen Handbuch des Adels und dem Gothaischen Genealogischen Handbuch getrennt geführt. Von den genannten Familien sind außerdem die mittelalterlichen, nicht verwandten schwäbischen Hacken zu Hoheneck aus Hoheneck zu unterscheiden.
Seit 1901 besteht jedoch ein gemeinsamer Familienverband. Ihm schlossen sich zunächst die brandenburgischen Hake-Zweige, die Grafen von Hacke, die Herren von Hacke, die Herren von Hagke und die niedersächsischen Freiherren von Hake an. 1962 traten auch die von Haacke bei. Der Verband ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Hameln eingetragen und veranstaltet regelmäßig Familientage.
Die märkischen Hake und ihre Zweige
Die märkischen Hake, auch Hacke, Hack, Haack oder Hagken genannt, gehören zum brandenburgischen Uradel und zählen zu den bedeutendsten Adelsgeschlechtern der Mark Brandenburg. Ihr erster urkundlich belegter Vorfahr ist ein Ritter Hake aus Lebus, der am 15. Juli 1325 genannt wird.
Die Familie trat ursprünglich in drei Stämmen auf: Hans von Hake auf Machnow begründete die Schwarze Linie, Achim von Hake auf Bornim und Dallgow die Weiße Linie. Die Rote Linie saß zunächst zu Berge und Karpzow, später zu Groß Kreutz; sie starb 1801 aus. Als ihr Stammvater gilt Otto II. von Hake, der 1440 Dorf und Gut Berge bei Nauen erwarb. Seine Nachfahren erhielten 1579 die Anwartschaft auf das kurbrandenburgische Erbschenkenamt. 1616 kam dieses Amt an die Rote Linie und ging nach deren Erlöschen an das Haus Genshagen der Weißen Linie über, das es bis 1918 innehatte.
Wichtige Besitzungen waren Machnow, heute Kleinmachnow südlich von Berlin, Dallgow, Bornim, Heinersdorf, Berge, Geltow, Stülpe, Uetz, Krumpa, Jühnsdorf, Briesen, Kremmen, Flatow, Görlsdorf und Genshagen. Machnow wurde um 1435 von der Familie von Quast erworben und blieb jahrhundertelang Stammsitz der Schwarzen Linie. Die spätmittelalterliche Alte Hakeburg sicherte dort den Bäkeübergang und die Handelsstraße von Leipzig nach Spandau. 1803 ließ die Familie durch David Gilly ein neues Herrenhaus im klassizistischen Barockstil errichten. Herrenhaus und Alte Hakeburg brannten 1943 aus und wurden 1950 abgerissen. Dietloff von Hake ließ 1908 durch Bodo Ebhardt die Neue Hakeburg bauen; sie blieb bis 1936, das Hauptgut bis zur Enteignung 1945 in Familienbesitz.
Einige märkische Zweige schrieben sich Hacke. Wulf Dietrich von Hacke erwarb 1604 Groß Kreutz. Das heutige Gutshaus wurde 1765 durch Carl Botho Gottfried von Hacke im friderizianischen Rokokostil errichtet. Hans Christoph Friedrich von Hacke, der „lange Hacke“, wurde 1740 in den erblichen Grafenstand erhoben. Nach ihm wurde 1750 der Hackesche Markt in Berlin benannt. Der gräfliche Zweig Penkun erlosch Anfang des 20. Jahrhunderts; vom gräflichen Zweig Altranft fehlen jüngere Nachrichten.
Ein Zweig der Weißen Linie wurde im 16. Jahrhundert in Oberösterreich ansässig. Ernst Georg Hack von Bornimb erwarb Schloss Tannbach; seine Nachfahren besaßen zeitweise auch Außenstein, Mistelbach und Grünau. Mehrere Angehörige wurden 1678 in die Niederösterreichische Ritterschaft aufgenommen. Wenzel Alexander von Hack erhielt 1698 von Kaiser Leopold I. den Reichsfreiherrenstand; weitere Angehörige wurden 1702 ebenfalls zu Reichsfreiherren erhoben. Die männlichen Linien dieser österreichischen Zweige erloschen.
Die briefadeligen Hake von 1924 gehen auf Johann Friedrich von Hake (1747–1815) zurück, einen natürlichen Sohn des märkischen Adeligen Hans von Hake und der Katharina Schweleken. Seine Nachkommen führten den Namen von Hake in Preußen zunächst unbeanstandet, aber ohne förmliche Adelserhebung. Erst am 21. Juni 1924 sprach die Abteilung für Adelsrechtliche Fragen der Deutschen Adelsgenossenschaft in Berlin eine offizielle „Nichtbestandung“ aus. Einige Nachfahren leben in den USA.
Die niedersächsischen Hake
Die niedersächsischen Hake sind ein Uradelsgeschlecht der Ritterschaft des Fürstentums Calenberg. Sie wurden erstmals 1174 urkundlich erwähnt und waren Lehnleute von Minden und Corvey. Den Freiherrenstand führten sie im Königreich Hannover gewohnheitsrechtlich; 1891 wurde er vom Fürstentum Waldeck anerkannt.
Frühe Besitzungen lagen 1301 in Dassel, 1306 in Holzminden und 1307 in Ohr. Buchhagen kam Anfang des 14. Jahrhunderts an die Familie. 1442 wurden die Hake mit dem Freien Sattelhof Schulenburg im benachbarten Bodenwerder belehnt. 1558 erhielt Dietrich Hake vom Abt von Corvey den Freien Sattelhof zu Diedersen; dort wurde 1791 das heutige Herrenhaus errichtet.
Die Freiherren von Hake sind bis heute auf den Rittergütern Ohr und Diedersen ansässig. Ein Zweig saß von 1775 bis 1950 auf Schloss Hasperde und in Buchhagen. Dieser Zweig war seit Ende des 19. Jahrhunderts katholisch; sein Erbe übernahmen die Grafen Adelmann.
Eine weitere briefadelige Familie aus Nienberg an der Weser ist von diesem Geschlecht zu unterscheiden. Ihr Stammvater war Johann Hake, um 1500 gräflich hoyaischer Kanzler und Herr zu Nienberg beziehungsweise Nienburg an der Weser. Die Nobilitierung erfolgte später bei den Nachfahren Heinrich Hakes, der mit Margarethe von Haren verheiratet war und 1671 starb. Der bekannteste Vertreter war Carl Ludwig von Hake, Landschaftsdirektor der Uckermark und zeitweise Landrat des Stolpirischen Kreises. Er besaß die Güter Schenkenberg und Baumgarten in Nordbrandenburg. Diese Familie führte ein anderes Wappen; ihr Erbe gelangte über Lehensrechte an die Freiherren von Hake.
Die drei westfälischen Hake-Gruppen
Die westfälischen Hake sind nicht einheitlich, sondern werden nach ihren Herrschaftsgebieten in drei Gruppen unterschieden.
Die Hake im Tecklenburgischen, Osnabrückschen und Ravensbergischen erscheinen 1256 erstmals urkundlich mit Burgardus und Hermannus Hake. Die Stammreihe beginnt mit Ernst Hake, der 1285 starb. Hermann von Hake war 1264 Komtur der Kommende Lage. Die Familie stammte vom Hof Haking in Glane und gehörte zu den Burgmannen von Schloss Iburg. Vom 14. bis zum 17. Jahrhundert saß sie auf Burg Scheventorf. Ein Osnabrücker Zweig besaß im 15. Jahrhundert das Gut Gartlage; um 1450 erwarb die Familie die Hälfte des Guts Böckel und behielt sie bis 1689. 1859 erhielt das Geschlecht den Freiherrentitel. Die Erzählung von einer Anna von Hake, die im Dreißigjährigen Krieg wegen einer nicht standesgemäßen Beziehung lebendig in Burg Scheventorf eingemauert worden sei, ist historisch nicht belegt.
Die Hake im Münsterschen saßen unter anderem etwa von 1390 bis 1534 auf Burg Wolfsberg bei Lüdinghausen und von 1470 bis 1550 auf Haus Rauschenburg bei Olfen. Weitere Besitzungen waren Portzeler, urkundlich 1364 erwähnt, und Teltinckheim, urkundlich 1500 erwähnt. Der letzte Angehörige war Diederich Hake, der 1670 bereits als verstorben erscheint. Die Linien führten unterschiedliche Helmzieren, obwohl ihre Wappenschilde jeweils ein schwarzes Kreuz mit neun Kugeln in Gold zeigten.
In den Grafschaften Mark und Arnsberg bestand ein weiteres Geschlecht Hake mit wiederum anderem Wappen. Angehörige saßen zu Herne, Delicke, Neheim, Büderich und Dortmund; eine Linie saß auf Burg Wallenstein. Brüder Hake sind dort seit 1369 als Burgleute belegt. Als Folge eines Darlehens an das Erzstift erwarben sie später Burg Hachen. Nach ihrer Zerstörung in einer Fehde 1414 durfte Bernd Hake die Burg 1452 wieder aufbauen; ob dies geschah, ist unbekannt. 1484 war die Burg unbewohnt. Die Familie wird noch 1593 erwähnt.
Die thüringischen Hagke und Haacke
Die thüringischen Hagke gehören zum Uradel und schrieben sich früher auch Hake oder Hacke. Henricus Hake, miles, erscheint 1266 in einer Urkunde des Landgrafen Albrecht von Thüringen erstmals. Die Familie saß vermutlich als Ministerialen auf der Unteren Sachsenburg, auch Hakenburg genannt, und dürfte an der Errichtung der Oberen Sachsenburg beteiligt gewesen sein.
Seit dem 14. Jahrhundert besaßen die Hagke Burg Schilfa in Thüringen. Das Gut blieb bis zur Enteignung 1945 im Familienbesitz; das Schloss wurde 1948 abgerissen. Einzelne Angehörige erhielten eine Anerkennung des Freiherrenstandes, die jedoch nicht für die bis heute bestehende Schilfaer Linie gilt.
Die thüringischen Haacke bilden eine gesondert behandelte Familie. Der Artikel nennt zu ihr vor allem Werner von Haacke (1902–1975), einen Juristen, und Rudolf von Haacke (1908–1943), einen Offizier im Generalstab, ohne eine ausführliche Geschichte oder Besitzentwicklung darzustellen.
Die kurpfälzischen Haacke beziehungsweise Hacke
Die kurpfälzischen Haacke, früher Hacke, werden als katholisch gewordene Linie des thüringischen Geschlechts beschrieben. Ihre Linie geht auf Elias Hacke auf Agnesdorf und Wickerode im Südharz zurück. Friedrich Ferdinand Sittig von Hacke (1634–1693), Kammerherr und erblicher Oberststallmeister im Fürstentum Pfalz-Neuburg, wurde 1692 in Düsseldorf in den Freiherrenstand erhoben. Bereits 1683 hatte er Schloss und Herrschaft Schweinspoint im heutigen Bayerisch-Schwaben erworben. Der Zweig blieb dort bis 1849 ansässig und wurde 1753 zu pfalzgräflichen Erbschenken von Graisbach ernannt.
Ludwig Anton Freiherr von Hacke (1682–1752) erwarb 1724 das Meckenheimersche Schloss in Lambsheim und 1725 das dortige Jagdschloss. Mit Trippstadt und Burg Wilenstein war er bereits 1716 belehnt worden; außerdem erwarb er den Aschbacher Hof. Sein Sohn Franz Karl Joseph von Hacke errichtete um 1766 das Trippstadter Schloss. Dessen Sohn Karl Theodor ließ das Karlstal im Pfälzer Wald als Naturgarten anlegen. Nach der Besetzung der Kurpfalz durch französische Revolutionstruppen im Ersten Koalitionskrieg (1792 bis 1797) wurde der linksrheinische Familienbesitz durch die Erste Französische Republik enteignet.
Christian Franz von Hacke war Ober-Chorbischof im Erzbistum Trier, Domkapitular in Speyer und kurtrierischer Amtmann in Welschbillig. Sein Bruder Franz Karl Ludwig Wilhelm von Hacke war ab 1756 kurpfälzischer Gesandter am Wiener Hof und ertrank am 4. September 1757 bei einem Schiffsunglück auf der Donau bei Kelheim.
Die Wappen unterscheiden die Familien zusätzlich. Das Wappen der märkischen Hake zeigt in Silber drei (2:1) schwarze Mauerhaken; auf dem Helm steht ein silberner Nagel zwischen zwei gestürzten schwarzen Haken. Die niedersächsischen Hake führen in Silber zwei schwarze Haken. Die thüringischen Hagke führen in Blau zwei aufwärts geschrägte silberne Schlüssel. Die kurpfälzischen Ha(a)cke führen in Silber zwei einander entgegengekehrte, sich im Scheitel berührende blau-gold-rote Halbbögen.