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Gymnasium Muttenz
Das Gymnasium Muttenz ist eine Maturitäts- und Fachmaturitätsschule in Muttenz im Kanton Basel-Landschaft. Gymnasium Muttenz. Gymnasium Muttenz, Logo.
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Kurzüberblick
Das Gymnasium Muttenz ist eine Maturitäts- und Fachmaturitätsschule in Muttenz im Kanton Basel-Landschaft. Es wurde 1972 gegründet und befindet sich an der Gründenstrasse 30. Träger ist die Bildungs-, Sport- und Kulturkommission des Kantons Basel-Landschaft. Die Schule hat etwa 950 Schülerinnen und Schüler und etwa 170 Lehrkräfte. Die Schulleitung wird im Artikel mit Jacqueline Herrmann als Rektorin, Alexander Bieger als Rektor sowie Emanuel Wittstich und Jan Hitz als Konrektoren angegeben.
Die Schule vereint zwei Bildungswege: die gymnasiale Maturitätsabteilung und die Fachmittelschule mit anschliessender Fachmaturität. Sie ist ausserdem als Partnerschule der Pädagogischen Hochschule Fachhochschule Nordwestschweiz tätig und bildet angehende Lehrpersonen in Praktika mit aus.
Bildungswege
In der Maturitätsabteilung können Lernende nach vier Jahren die eidgenössische Matur ablegen. Angeboten werden die Schwerpunktfächer Mathematik/Physik (A), Biologie/Chemie (B), Italienisch (I), Latein (L), Musik (M), Spanisch (S), Wirtschaft/Recht (W) und Bildnerisches Gestalten (Z). Zusätzlich gibt es eine Immersionsklasse (E), in der einige Fächer auf Englisch unterrichtet werden. Das Maturazeugnis enthält dann den Vermerk «zweisprachige Matur in Deutsch und Englisch».
An der FMS, der Fachmittelschule, erreichen die Lernenden nach drei Jahren den Fachmittelschul-Ausweis. Sie wählen dafür eines der Berufsfelder Gesundheit/Naturwissenschaften, Kunst und Gestaltung, Pädagogik, Soziale Arbeit oder Musik. Danach können sie in einem vierten Jahr die Fachmaturität erwerben, die zum Studium an einer Fachhochschule berechtigt.
Der Unterricht an der FMS ist stark praxisbezogen. Dazu gehören Berufsorientierungstage, wöchentlicher Berufsfeldunterricht, ein dreiwöchiges Praktikum und Berufsfeld-Plus-Kurse im dritten Schuljahr. Im vierten Jahr verfassen die Lernenden im Rahmen eines Praktikums oder Vorkurses die Fachmaturitätsarbeit (FMA), die zum Erwerb der Fachmaturität gehört.
Als Partnerschule der PH FHNW bietet das Gymnasium Muttenz angehenden Lehrpersonen eine Praktikumsausbildung während eines Schuljahres. Praxislehrpersonen an der Schule begleiten die Studierenden beim Berufseinstieg und stehen im Austausch mit der Hochschule.
Unterricht und Lernformen
Der Unterricht findet grundsätzlich im Klassenverband statt. Daneben gibt es besondere Unterrichtsformen, zum Beispiel Halbklassenunterricht, bei dem nur die Hälfte einer Klasse gleichzeitig unterrichtet wird. Das betrifft in der Maturitätsabteilung etwa Laborarbeit in B-Klassen oder Fremdsprachenunterricht, an der FMS den Berufsfeldunterricht.
In der Maturitätsabteilung können Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen Wahlkurse und Ergänzungsfächer besuchen. Ergänzungsfächer können als fünftes Maturfach anstelle von Englisch abgeschlossen werden. Mündliche Maturaprüfungen finden im Wahlkurs statt, wenn dieser an ein Stammfach wie Mathematik, Deutsch, Französisch oder Englisch gekoppelt ist. An der FMS entsprechen im Abschlussjahr die Angebote im Projektunterricht diesen Gefässen.
Ein wichtiges Konzept ist SLSplus, das selbstständiges Lernen an der Maturitätsabteilung fördern soll. Es bereitet besonders auf die Maturaarbeit vor. Im zweiten Schuljahr arbeiten Klassen an interdisziplinären Projekten, also Projekten, die mehrere Fächer verbinden, zum Beispiel Geographie und Englisch oder Geschichte und Chemie. Dabei liegt der methodische Schwerpunkt auf wissenschaftlichem Arbeiten und dem Umgang mit Fachliteratur. Im Selbstlern-Semester, kurz SLS, arbeiten Schülerinnen und Schüler im ersten Semester der dritten Klasse selbstständig in Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch und im Schwerpunktfach. Einzel- oder Gruppenprojekte werden benotet.
Alle Lernenden schreiben im Verlauf ihrer Ausbildung eine längere selbstständige Arbeit. In der Maturitätsabteilung ist dies die Maturaarbeit (MA), die im dritten und vierten Schuljahr entsteht und zusammen mit der Präsentation eine ganz zählende, maturrelevante Note ergibt. An der FMS heisst die entsprechende Arbeit Selbstständige Arbeit (SeA). Sie knüpft an ein dreiwöchiges Praktikum zu Beginn der zweiten Klasse an, behandelt ein Thema aus dem Berufsfeld und ergibt mit der Präsentation eine promotionsrelevante Note für das FMS-Abschlusszeugnis.
Seit dem Schuljahr 2021/22 arbeiten alle Lernenden der Maturitätsabteilung und der FMS mit eigenen Computern. Dies geschieht im Rahmen der Digitalisierungsstrategie des Kantons Baselland. Politische Bildung ist im schulinternen Lehrplan Teil von Geschichte, Geographie und Wirtschaft; im dritten Gymnasialjahr kommt eine weitere Jahreslektion hinzu. Diskussionsrunden, Wahlpodien, Exkursionen ins Bundeshaus und Besuche kantonaler Institutionen ergänzen den Unterricht.
Zum Unterrichtsangebot gehören ausserdem Sporttage im Sommer und Winter, Wahlfachsportkurse im dritten und vierten Schuljahr, Sprachzertifikatskurse in Englisch und Französisch sowie Unterstützung für Sprachaufenthalte und Austauschprogramme. Möglich ist unter anderem ein Semester an der Schweizer Schule in Chile, dem Colegio Suizo de Santiago. In besonderen Unterrichtswochen vor den Sommer- und Herbstferien wählen Lernende Kurse, Workshops oder thematische Angebote. Seit 2017 gibt es zudem den Wahlkurs Musical im letzten Gymnasialjahr.
Unterstützung und Förderung
Die Schule bietet verschiedene Unterstützungsangebote. BRAVO, die Beratung vor Ort, ist ein vertrauliches psychologisches Beratungsangebot. Eine Schulpsychologin bietet einmal pro Woche Gesprächstermine an.
Die interne LernBegleitung unterstützt Lernende bei schulischen Herausforderungen. Sie bietet freiwillige individuelle Coachinggespräche an und richtet sich vor allem an Erstklässlerinnen und Erstklässler.
Leistungsstarke Lernende werden im Rahmen der Begabungsförderung unterstützt. Dazu gehört die Teilnahme an Wissenschaftsolympiaden. Ausserdem können sie im Schülerinnen- und Schülerstudium Vorlesungen und Seminare der Universität Basel besuchen.
Geschichte und Organisation
Das Gymnasium Muttenz entstand 1972. Im Kanton Basel-Landschaft wurden Gymnasien vergleichsweise spät gegründet: Das erste Gymnasium im Baselbiet entstand 1963 in Liestal, danach folgten Münchenstein 1964, Laufen 1969 sowie Oberwil und Muttenz 1972.
Wie andere basellandschaftliche Gymnasien begann auch das Gymnasium Muttenz in einer Übergangslösung. 1972 startete es in einem Pavillon an der Gründenstrasse 87. Die eidgenössische Anerkennung erhielt es 1974. 1980 zog die Schule in das heutige Gebäude an der Gründenstrasse 30. Im Jahr 2000 wurde das Bildungszentrum kvBL Muttenz (BZM) an der Kriegackerstrasse 30 als weiterer Schulstandort eröffnet; dort ist seither die FMS untergebracht. 2016 kam ein Pavillon auf dem Gründenareal hinzu.
Die Schulleitung besteht laut Artikel aktuell aus einer Rektorin, zwei Konrektoren und einer Leiterin der Abteilung FMS. Der Schulrat unterstützt vor allem die strategische Ausrichtung und behandelt Rekursfälle. Die Schulen unterstehen der Bildungs-, Kultur- und Sportdirektion des Kantons Basel-Landschaft; die Gymnasien gehören zum Amt Berufsbildung, Mittelschulen und Hochschulen.
Zum Einzugsgebiet gehören grundsätzlich Schülerinnen und Schüler aus dem Gebiet des Gymnasiums Muttenz. Seit 1998 erlaubt eine Vereinbarung zwischen Basel-Landschaft und Aargau auch Lernenden aus dem Fricktal den Besuch des Gymnasiums Muttenz. Dieser Vertrag endet mit Beginn des Schuljahres 2025/26 durch die Eröffnung der Fricktaler Mittelschule in Stein. Ab dem Schuljahr 2029/30 sollen alle Fricktaler Schülerinnen und Schüler die Mittelschule im Aargau besuchen.
Das Gymnasium Muttenz liegt in einem Campusgebiet namens Polyfeld. Dazu gehören unter anderem das Zentrum für Brückenangebote im BZM, die Berufsfachschule und die FHNW. Die Eröffnung des neuen FHNW-Gebäudes 2018 veränderte das Areal stark. Seit 2023 wird das alte FHNW-Gebäude an der Gründenstrasse umgebaut; dort entsteht der Sek II Campus Polyfeld, der die Vernetzung nachobligatorischer Bildungsangebote im Kanton ermöglichen soll.
Schulkultur und Profile
Die Schulkultur am Gymnasium Muttenz umfasst kulturelle, ökologische, gesundheitliche und demokratische Angebote. Die Kulturkommission, kurz KuKo, wurde 2001 von Lehrpersonen gegründet. Sie organisiert Kulturveranstaltungen und Mittagsanlässe zu gesellschaftlichen und kulturellen Themen. Der Schulblog Entfalter berichtet über solche Angebote; der Entfalter ist zugleich das offizielle Magazin der Schule und erscheint zweimal pro Schuljahr gedruckt.
Der Gym Chor Muttenz besteht seit ungefähr 30 Jahren. Zusammen mit dem 2007 gegründeten Kammerchor gehört er fest zum kulturellen Angebot. Der Kammerchor dient als Fördermodell für besonders begabte Sängerinnen und Sänger, während der Gym Chor auch anderen Interessierten offensteht. Chorlager, Konzertreisen und Austauschprojekte mit europäischen Jugendchören fördern Zusammenarbeit und internationale Verständigung. 2019 wurde die Chorleitung der Gymnasien Muttenz und Liestal mit dem Kulturpreis Baselland ausgezeichnet.
Theater kann im Freifach oder im Klassenverband stattfinden. Genannt werden unter anderem Marionettenspiele, Klassenstücke, Tanztheater, Kunstperformances und Improvisationstheater. Die Kurse werden von Lehrpersonen, Theaterpädagoginnen und -pädagogen oder Schauspielenden geleitet.
Die Nachhaltigkeitsgruppe besteht aus Lehrpersonen und Lernenden. Sie engagiert sich für Umweltschutz und Nachhaltigkeit und entstand 2007 nach einer Abstimmung über das schulische Flugreiseverbot, das seit 1994 mehrfach bestätigt wurde. Die Gruppe organisiert Aktionen zu Littering, Energieverbrauch, alternativen Energien und atomaren Abfällen. Zum 50-jährigen Jubiläum pflanzte die Schülerschaft in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Muttenz 900 Jungbäume auf der Rütihard und half beim Anlegen einer natürlichen Hecke.
Die Gesundheitsgruppe ZOOM wurde 2006 gegründet. Sie ist für Gesundheitsförderung und Suchtprävention zuständig und entwickelt das schulische Gesundheitskonzept. Angebote betreffen Medienkompetenz, Sucht- und Gewaltprävention sowie den Umgang mit Stress und Druck. Seit dem Schuljahr 2021/2022 ist die psychische Gesundheit der Lernenden ein wichtiger zusätzlicher Schwerpunkt.
Die Schülerinnen- und Schülerorganisation, kurz SO, vertritt die Anliegen der Lernenden gegenüber Lehrpersonen und Schulleitung. Ihr Vorstand vertritt die Schülerschaft in Gremien wie dem Schulrat und dem Konvent.
Das Gymnasium Muttenz trägt mehrere Profile und Labels. 2019 wurde es von der Kommission für Nachwuchsförderung der Akademie der Naturwissenschaften als MINT-aktive Schule zertifiziert. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Die Schule fördert diese Fächer durch Schwerpunktfächer, Wahlkurse, Wissenschaftsolympiaden, Schweizer Jugend Forscht und die Mitgliedschaft im BioValley College Network. Als UNESCO-zertifizierte Schule behandelt sie Themen wie Frieden, internationale Verständigung, Menschenrechte, Zugang zu Wissen und nachhaltige Entwicklung in Unterricht, Projekten, Lagerwochen und Workshops.
Für Ehemalige gibt es einen Ehemaligenverein des Gymnasiums, der ehemaligen DMS und der FMS Muttenz. Er unterstützt Schulprojekte ideell und materiell, fördert Austausch zwischen Ehemaligen und Aktiven und hilft Lernenden durch Kontakte und Wissensquellen bei Matura-, Selbstständigen oder Fachmaturitätsarbeiten. Zu den genannten Alumni gehören unter anderem Ernst Hafen, Eva Herzog, Andreas Meyer, Kathrin Schweizer, Thomi Jourdan, Stephan Burgunder und Ronja Jansen.