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DELF-DALF-Programm
Hörverstehen: Kurze Situationen (insgesamt drei Minuten) aus dem Alltag werden zweimal abgespielt. · Leseverstehen: Auch hier werden Dinge aus dem Alltag in drei …
Inhalt6 Abschnitte
Grundidee und Geltung
Das DELF-DALF-Programm, ausgeschrieben Diplôme d’études en langue française – Diplôme approfondi de langue française, ist seit September 2005, in der Schweiz seit November 2007, ein Zertifizierungsprogramm für Französisch. Es besteht aus sechs voneinander unabhängigen Einheiten, die seit der Reform mit dem Referenzrahmen des Europarats und dem europäischen Sprachenportfolio übereinstimmen. Weltweit gibt es in 154 Ländern, auch in Frankreich, insgesamt 900 anerkannte Prüfungszentren. Alle Diplome tragen das Siegel des Ministère de l’Éducation nationale.
Französische Staatsbürger können diese Prüfungen grundsätzlich nicht ablegen. Wer französischer Staatsbürger ist, aber kein Französisch spricht, kann bei der nationalen DELF-DALF-Kommission eine Sondererlaubnis beantragen. Andere Personen mit französischer Muttersprache sind nicht grundsätzlich ausgeschlossen, sofern sie nicht die französische Staatsbürgerschaft besitzen.
Nicht bestandene Prüfungen dürfen beliebig oft wiederholt werden. Bestandene Prüfungen können nur wiederholt werden, wenn der Kandidat vorher schriftlich und unwiderruflich auf das bereits erworbene Diplom verzichtet. Gegen Entscheidungen der jeweiligen nationalen Jurys ist kein Rekurs möglich.
DELF: Niveaus A1 bis B2
Das DELF umfasst vier Einheiten: A1, A2, B1 und B2. Jede Prüfung prüft Hörverstehen, Leseverstehen, Schreiben und Sprechen. Pro Disziplin sind 25 Punkte möglich. Eine Prüfung gilt als bestanden, wenn insgesamt mindestens 50 von 100 Punkten erreicht werden und in keinem Teil weniger als fünf Punkte erzielt werden.
A1 ist das elementare Niveau für Spracheinsteiger. Inhaber können über sich selbst und ihre nähere Umwelt sprechen. Die Prüfung umfasst kurze Alltagssituationen im Hörverstehen, drei bis fünf Alltagsdokumente im Leseverstehen, das Ausfüllen eines Formulars und einfache Texte wie Postkarten sowie ein geführtes Gespräch, einen simulierten Dialog und die Vorstellung der eigenen Person. Der kollektive Prüfungsteil dauert ca. 120 Minuten; die mündliche Prüfung umfasst zehn Minuten Vorbereitung und fünf bis sieben Minuten Prüfung.
A2 bescheinigt fortgeschrittene Grundkenntnisse. Der Prüfling wird als Teil der Gesellschaft betrachtet und soll etwa Höflichkeitsformen und einfache Gespräche beherrschen. Die Aufgaben ähneln A1, das Hördokument dauert ca. fünfzehn Minuten. Im Schreiben werden zwei Texte verlangt: eine kurze Beschreibung zu einem Ereignis oder einer persönlichen Erfahrung und ein informeller Brief. Die kollektive Prüfung dauert ca. 100 Minuten; mündlich gibt es zehn Minuten Vorbereitung und sechs bis acht Minuten Prüfung. Für A1 kann ein Kenntnisstand von mindestens zwei Jahren Französischunterricht reichen, für A2 sind drei bis vier Lernjahre nützlich.
B1 ist das unabhängige Niveau. Kandidaten können einer Diskussion folgen, daran teilnehmen, ihre Meinung ausdrücken und auf überraschende Alltagssituationen reagieren. Im Lesen werden Informationen aus einem Text entnommen und ein Zeitungsartikel oder Ähnliches analysiert. Im Schreiben wird ein Kurzaufsatz zur eigenen Meinung verfasst. Im Sprechen kommt zusätzlich die Stellungnahme zu einem unbekannten Artikel oder Ereignis hinzu. Der kollektive Teil dauert ca. 105 Minuten; die mündliche Prüfung umfasst zehn Minuten Vorbereitung und 15 Minuten Prüfung.
B2 verlangt, dass Kandidaten ihren Standpunkt nicht nur äußern, sondern auch verteidigen und ausführen können. Sie verhandeln und diskutieren ohne Schwierigkeiten und können eigene Fehler korrigieren. Das Hörverstehen umfasst Fragen zu einem Interview oder einer Nachrichtensendung, die nur einmal abgespielt wird, sowie zu einem Vortrag oder einer Fernseh- bzw. Radiosendung, die zweimal abgespielt wird; das Hördokument dauert acht Minuten. Beim Lesen geht es um einen Artikel über Frankreich oder den französischsprachigen Raum und einen argumentativen Text. Im Schreiben werden ein Debattenbeitrag mit eigener Meinung und ein formeller Brief verlangt. Der kollektive Teil dauert 150 Minuten, Lesen und Schreiben jeweils eine Stunde. Mündlich gibt es 30 Minuten Vorbereitung und 20 Minuten Prüfung. Inhaber des DELF B2 und des DALF sind beim Eintritt in eine französische Universität von der Sprachprüfung befreit.
DELF junior und scolaire
Das DELF junior hat dieselbe Struktur wie das normale DELF, berücksichtigt aber bei den Themen die Interessen Jugendlicher. Die Diplome sind den normalen DELF-Diplomen gleichgestellt. Zugelassen werden nur Personen im Schulalter.
Das DELF scolaire hat ebenfalls dieselbe Struktur wie das normale DELF. Auch diese Diplome entsprechen dem normalen DELF und tragen keinen zusätzlichen Vermerk. Wie beim Junior-Modell wird die Themenauswahl an das Alter der Teilnehmenden angepasst.
Damit DELF scolaire angeboten werden kann, müssen die Bildungsbehörden mit der regionalen französischen Botschaft einen Vertrag abschließen. Danach können die betroffenen Schulen im Einvernehmen mit der Französischen DELF-DALF-Kommission Prüfungsdaten vorschlagen und die Prüfungen autonom durchführen.
DALF: Niveaus C1 und C2
Das DALF besteht seit der Reform aus zwei Einheiten: C1 und C2. Es ist das fortgeschrittene Diplom des Programms. Inhaber des DALF sind beim Eintritt in eine französische Universität von der Sprachprüfung befreit.
C1 beschreibt ein oberes Sprachniveau. Kandidaten können selbstständig und ohne Schwierigkeiten Diskussionen und Gespräche einleiten. Sie verwenden einen großen und passenden Wortschatz, sprechen spontan, flüssig und klar strukturiert und zeigen die Beherrschung der Sprachstrukturen. Die Prüfung umfasst Hörverstehen mit einem langen Dokument von ca. acht Minuten, das zweimal abgespielt wird, sowie verschiedenen kurzen Dokumenten; insgesamt dauert das Hördokument ca. zehn Minuten. Im Leseverstehen werden Fragen zu einem literarischen oder journalistischen Text von 1500 bis 2000 Wörtern gestellt. Im Schreiben wird eine Synthese aus verschiedenen Textdokumenten von insgesamt ca. 1000 Wörtern sowie ein Argumentarium auf Basis dieser Dokumente verlangt. Zur Wahl stehen Natur- oder Geisteswissenschaften. Im Sprechen hält der Kandidat einen Vortrag, danach folgt eine Diskussion mit der Jury. Die gesamte Prüfung dauert vier Stunden, davon 150 Minuten Schreiben. Die mündliche Prüfung umfasst 60 Minuten Vorbereitung und 30 Minuten Prüfung.
C2 verlangt, dass Kandidaten akademische oder sonstige weiterführende Aufgaben lösen können. Erwartet werden präzise und angemessene Sprache sowie ein gewandter Ausdruck. Die Prüfung besteht aus Hörverstehen und Sprechen sowie Textverstehen und Schreiben. Im mündlichen Teil wird ein Hördokument zweimal abgespielt; der Kandidat fasst es zusammen, entwickelt eigene Ausführungen zum behandelten Problem und diskutiert anschließend mit der Jury. Es stehen erneut die Fachbereiche Geistes- oder Naturwissenschaften zur Auswahl. Im schriftlichen Teil wird anhand eines Informationsdossiers im Umfang von 2000 Wörtern ein strukturierter Text produziert, zum Beispiel Artikel, Rede oder Bericht. Der schriftliche Teil dauert 3h30, der mündliche Teil eine Stunde Vorbereitung und 30 Minuten Prüfung. In jeder Disziplin können je 50 Punkte erreicht werden.
TCF Tout Public
Neben DELF und DALF bietet France Éducation international im Auftrag des französischen Bildungsministeriums den TCF Tout Public, Test de connaissance du français, an. France Éducation international ist eine öffentliche Einrichtung mit internationalem Auftrag. Der TCF-Französischtest ist in der Schweiz anerkannt.
Der Test ist von der Direktion für Hochschulwesen, den Hochschulbehörden, universitären Sprachzentren in Frankreich und im Ausland sowie behördlichen Stellen und Institutionen anerkannt, die für den Französischunterricht im Ausland zuständig sind. Mithilfe eines in 11 Sprachen übersetzten Rasters der Niveaus und der Interpretation der Noten können Nutzer aus Bildungswesen und Arbeitswelt nachvollziehen, was ein Kandidat nach der TCF-Prüfung kann.
Der komplette TCF Tout Public mit obligatorischen und ergänzenden Prüfungen wird in der Schweiz auch von Fide anerkannt und bietet den schnellsten Weg zum Schweizer fide-Sprachenpass. Das Staatssekretariat für Migration, SEM, führt eine Liste anerkannter Sprachzertifikate. Es gibt verschiedene Prüfungsvarianten. Die obligatorischen Prüfungen am Computer dauern ca. 1 Std. 30 Min. und umfassen mündliches Verständnis, Beherrschung der sprachlichen Strukturen und schriftliches Verständnis. Ergänzend gibt es mündlichen Ausdruck mit 12 Minuten und schriftlichen Ausdruck mit 1 Std. Die Ergebnisse werden den Kandidaten innerhalb von 15 Arbeitstagen mitgeteilt. In der Schweiz kann der TCF Tout Public bei Swiss Exams – TCF Centre de passation abgelegt werden; Swiss Exams bietet monatlich mehrere Termine an verschiedenen Standorten in der Schweiz an.
Frühere Diplome und Umwandlung
Vor der Reform bestand das DELF aus einem 1er Degré mit den Einheiten A1 bis A4 und einem 2e Degré mit A5 und A6. Diese beiden Diplome waren und sind lebenslang gültig. Einzelne bestandene Einheiten wurden mit einer Attestation de réussite bestätigt; diese hatte keinen Diplomwert und war nur zeitlich beschränkt gültig. Zur zweiten Stufe war zugelassen, wer die erste Stufe bestanden hatte. In manchen Ländern gab es eine Direkteinstiegsprüfung namens ECO 4, Examen de contrôle; sie führte zu keinem Diplom und war ebenfalls nur zeitlich beschränkt gültig.
Das frühere DALF bestand aus vier Einheiten, die in beliebiger Reihenfolge absolviert werden konnten. Sie umfassten je eine mündliche und schriftliche Einheit für allgemeinen und spezifischen Sprachgebrauch in einem wählbaren Fachbereich. Zugelassen war, wer DELF-II erreicht hatte. In einigen Ländern gab es die Zulassungsprüfung EAD, Examen d'accès direct au DALF. Sie hatte keinen Diplomwert und war zwei Jahre gültig.
Ältere Einheiten können nach einem Schema umgewandelt werden: A1 oder A2 berechtigt neu zu A1; A1 und A2 zu A2; A3 zu A2; A1-A3 zu A2; A3 und A4 zu B1; A1, A2, A4 zu B1; B1, B2, B4 zu C1; DELF scolaire 1 zu A2; DELF scolaire 2 zu B1. Auffällig ist, dass A3 auch ohne A1 und A2 zum neuen A2 führt und dass für das neue B1 A3 nicht unbedingt benötigt wird, obwohl viele Kandidaten A3 als schwieriger als A4 empfanden.
Bereits erhaltene Diplome wie DELF-I mit A1-A4, DELF-II mit A5+A6 und DALF mit B1-B4 haben keine Äquivalenzen; sie bleiben unverändert und lebenslang gültig. Umwandlungsgesuche müssen an das Prüfungszentrum gestellt werden, bei dem die Einheiten abgeschlossen wurden. Die entsprechenden Einheiten müssen vor dem 31. August 2005 abgelegt worden sein; für die Schweiz gilt eine Sonderregelung.