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Green Economy

Als Green Economy wird eine an ökologischer Nachhaltigkeit, wirtschaftlicher Profitabilität und sozialer Inklusion ausgerichtete marktbasierte …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Begrifflicher Zusammenhang
  3. 3. Definitionen und Ziele
  4. 4. Umsetzung und Investitionen
  5. 5. Diskussion in Deutschland

Grundidee

Green Economy bezeichnet eine marktbasierte Wirtschaftsweise, die an drei Zielen ausgerichtet ist: ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftliche Profitabilität und soziale Inklusion. Sie soll also wirtschaftliches Handeln so gestalten, dass Umweltbelastungen verringert werden, Unternehmen und Volkswirtschaften wirtschaftlich tragfähig bleiben und gesellschaftliche Teilhabe berücksichtigt wird.

Der Begriff wird vor allem im internationalen Nachhaltigkeitsdiskurs verwendet. Er steht in engem Zusammenhang mit dem Konzept der nachhaltigen Entwicklung und folgt denselben Grundgedanken. Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (UNCSD) 2012 war Green Economy neben den institutionellen Rahmenbedingungen nachhaltiger Entwicklung eines von zwei Leitthemen.

Begrifflicher Zusammenhang

Das Konzept der Green Economy ist eng verwandt mit dem Green New Deal und ist teilweise aus diesem hervorgegangen. In der internationalen Diskussion hat Green Economy den Green New Deal als Leitbegriff inzwischen weitgehend abgelöst.

Inhaltlich lassen sich zentrale Gedanken der Green Economy vor allem auf die Schule der ökologischen Modernisierung zurückführen, die seit den 1980er Jahren wirkt. Ökologische Modernisierung meint hier die Vorstellung, dass wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz durch technische, politische und wirtschaftliche Neuerungen miteinander verbunden werden können.

Definitionen und Ziele

Im Vorfeld der UNCSD, die vom 20. bis zum 22. Juni 2012 in Rio de Janeiro stattfand, beschrieb der damalige UN-Generalsekretär Ban Ki-moon Green Economy als einen Ansatz, „der unter einem Banner die gesamte Bandbreite wirtschaftlicher Politiken mit Relevanz für nachhaltige Entwicklung“ vereint.

Bis heute gibt es keinen umfassenden Konsens über die genaue begriffliche Definition von Green Economy und über ihre Teilbereiche. Verschiedene Organisationen haben eigene Definitionen entwickelt.

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) definiert Green Economy als eine Wirtschaftsweise, die „menschliches Wohlergehen steigert und soziale Gleichheit sicherstellt, während gleichzeitig Umweltrisiken und ökologische Knappheiten erheblich verringert werden.“ Vereinfacht ist Green Economy demnach eine Art zu wirtschaften, die CO₂-arm, ressourceneffizient und sozial inklusiv ist.

Umsetzung und Investitionen

Nach den Vereinten Nationen gibt es keinen globalen Ordnungsrahmen, mit dem die Green Economy und ihre Umsetzung einheitlich geplant, priorisiert und gemessen werden könnten. Ebenso fehlt eine entsprechende globale Regierungsführung.

Öffentliche und private Investitionen sollen in einer Green Economy vor allem in Maßnahmen fließen, die Kohlendioxid-Emissionen und Umweltverschmutzung senken, Energie- und Ressourceneffizienz erhöhen und den Verlust von Artenvielfalt sowie von Umweltdienstleistungen verhindern. Umweltdienstleistungen sind Leistungen der Natur, die für Menschen und Wirtschaft wichtig sind, etwa sauberes Wasser, fruchtbare Böden oder Bestäubung.

Diskussion in Deutschland

In Deutschland veranstalteten das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im September 2012 die Konferenz „Green Economy – Ein neues Wirtschaftswunder?“. Damit sollte ein „Agendaprozess Green Economy“ angestoßen werden.

Ziel war die Formulierung einer Forschungsagenda für eine Wirtschaftspraxis nach nachhaltigen Kriterien. Dabei ging es auch um Rahmenbedingungen und Instrumente für sogenannte „grüne Innovationen“ sowie um Governance-Fragen. Governance bezeichnet hier Regeln, Steuerungsformen und Entscheidungsstrukturen, mit denen politische und wirtschaftliche Prozesse gestaltet werden.

Als Ergebnis wurde im November 2014 die „Forschungsagenda Green Economy“ der Öffentlichkeit vorgestellt. An dem Papier arbeiteten zahlreiche Lobbyverbände und Organisationen mit, darunter Industrie-, Banken-, Arbeitgeber-, Gewerkschafts-, Umwelt-, Städte-, Finanz-, Verbraucher- und Nachhaltigkeitsakteure wie BDI, Bundesverband deutscher Banken, BDA, DGB, DIHK, DNR, Deutscher Städtetag, Germanwatch e. V., Stiftung 2°, Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen und VFU.

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