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Gisborne District
Der Gisborne District ist eine Verwaltungseinheit auf der Nordinsel von Neuseeland. Der Rat des Distrikts, Gisborne District Council genannt, …
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Überblick und Verwaltung
Der Gisborne District, auf Māori Te Kaunihera o Te Tairāwhiti, ist eine Verwaltungseinheit im Nordosten der Nordinsel von Neuseeland. Der Verwaltungssitz liegt in der Stadt Gisborne. Der Distrikt hat den Status einer Unitary Authority: Das bedeutet, dass der Gisborne District Council zugleich die Aufgaben eines Distrikts und einer Region übernimmt; Distrikt- und Regionsgrenzen sind deckungsgleich.
Der Distrikt umfasst 8386 km² Landfläche und hatte 2018 insgesamt 47.517 Einwohner. Für 2013 werden 43.653 Einwohner genannt; daraus ergab sich eine sehr geringe Bevölkerungsdichte von 5,2 Einwohnern pro km². In den statistischen Angaben werden außerdem 18.063 Haushalte im Jahr 2013, öffentliche Einnahmen von 75,8 Mio. NZ$ und öffentliche Ausgaben von 81,5 Mio. NZ$ im Jahr 2015 genannt.
Lage, Landschaft und Klima
Der Gisborne District ist der flächenmäßig größte Distrikt auf der Nordinsel Neuseelands. Er liegt im Nordosten der Insel. Im Westen grenzt er an den Opotiki District und an einem kleinen Abschnitt im Landesinneren an den Whakatāne District; beide gehören zur Region Bay of Plenty. Im Südwesten und Süden grenzt der Wairoa District aus der Region Hawke’s Bay an. Die nördliche und östliche Grenze bildet der Pazifische Ozean.
Die Landschaft wird von Bergland unterhalb von 1000 m Höhe und ausgedehnten Wäldern geprägt. Eine Ausnahme bildet die Raukumara Range im Nordwesten mit höheren Lagen. Dort befindet sich auch der höchste Berg des Distrikts, der 1754 m hohe Hikurangi. Die einzige größere Stadt ist Gisborne mit rund 32.700 Einwohnern; alle anderen Orte haben jeweils weniger als 1000 Einwohner.
Das Klima gilt als subtropisch: Die Sommer sind feuchtwarm, die Winter mild. Südwestwinde, die kühlere Luft bringen könnten, wirken wegen der Berge kaum auf die Küstenregion. Im Sommer liegen die Tagestemperaturen an 65 Tagen über 24 °C. Pro Jahr gibt es rund 2200 Sonnenstunden. Die Niederschläge reichen von etwa 1000 mm in Küstenregionen bis zu über 2500 mm in verschiedenen Bergregionen.
Geschichte und Bevölkerung
Um 1450 sollen Māori in die Region gekommen sein und dort gesiedelt haben. Europäisch bekannt wurde die Region 1769, als der britische Entdecker und Seefahrer James Cook in der von ihm so benannten Poverty Bay landete. Der Distrikt in seiner heutigen Form entstand bei der Verwaltungsreform 1989. Er wurde aus mehreren bisherigen Körperschaften gebildet: Gisborne City Council, Cook County Council, Waiapu County Council, Waikohu County Council, Gisborne Harbour Board, East Cape Catchment Board und East Coast Pest Destruction Board.
2013 waren von 43.653 Einwohnern 19.683 Māori-stämmig, also 45,1 %. Damit lebten 3,3 % der gesamten Māori-Bevölkerung Neuseelands im Gisborne District. Das durchschnittliche Einkommen lag 2013 bei 24.500 NZ$, während der Landesdurchschnitt 28.500 NZ$ betrug.
Bei der Volkszählung 2013 bezeichneten sich 60,8 % als Europäer, 48,9 % gaben Māori-Wurzeln an, 3,8 % kamen von den Inseln des pazifischen Raums und 2,7 % stammten aus Asien; Mehrfachnennungen waren möglich. 9,7 % der Bevölkerung waren im Ausland geboren. 15,6 % der Bevölkerung sprachen Māori, unter den Māori selbst waren es 30,4 %.
Politik und Partnerstädte
Der Gisborne District ist in fünf Wards eingeteilt. Der Gisborne Ward entsendet acht Councillors, also Ratsmitglieder. Der Taruheru-Patutahi Ward, der Waipaoa Ward, der Tawhiti-Uawa Ward und der Matakaoa-Waiapu Ward entsenden jeweils einen Councillor. Zusammen mit dem Mayor, dem Bürgermeister, bilden die Ratsmitglieder den District Council. Der Bürgermeister und die dreizehn Ratsmitglieder werden alle drei Jahre neu gewählt. Als Bürgermeisterin wird Rehette Stoltz genannt.
Der Distrikt hat mehrere Partnerstädte beziehungsweise Partnerkommunen: Palm Desert in Kalifornien, USA, seit 23. April 1981; Nonoichi-machi in der Präfektur Ishikawa, Japan, seit 30. März 1990; Rizhao in der Provinz Shandong, China, seit 3. August 1996; Mahina auf Tahiti in Französisch-Polynesien seit 2006; sowie Gamagōri in der Präfektur Aichi, Japan, seit 1996.
Wirtschaft und Verkehr
Wichtige Wirtschaftszweige des Gisborne District sind Landwirtschaft, Weinbau und produzierendes Gewerbe. Landwirtschaft und Weinbau sind vor allem in ländlichen Regionen angesiedelt, während Maschinenbau und andere technische Betriebe in der Stadt Gisborne und ihrer Umgebung liegen. Zwischen 2012 und 2014 wuchsen besonders der Veterinärsektor mit 45,3 %, die Weinindustrie mit 20,2 %, der Maschinenbau mit 17,7 %, der Bereich Print & Media mit 14,7 % und technisch-wissenschaftlicher Service mit 12,4 %.
Zu den größten Unternehmen des Distrikts gehört die Eastland Group. Sie betreibt zugleich das Stromnetz, ein Geothermalkraftwerk, den Hafen und den Flughafen von Gisborne.
Im Straßenverkehr ist der Distrikt über den New Zealand State Highway 2 angebunden. Er verbindet Gisborne nach Nordwesten mit Opotiki und nach Süden mit Napier. Der State Highway 35 verläuft im Distrikt entlang der Küste und verbindet Gisborne ebenfalls mit Opotiki, allerdings über einen langen Umweg.
Am westlichen Stadtrand von Gisborne liegt der Regionalflughafen mit dem IATA-Code GIS. Von dort werden wichtige Städte Neuseelands angeflogen. Der Flughafen hat eine asphaltierte Landebahn und zwei zusätzliche Graspisten. Eine Besonderheit ist, dass eine Eisenbahnlinie die Landebahn kreuzt. Neben Air New Zealand fliegt auch Sunair Aviation Ltd. verschiedene Flughäfen des Landes an.