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Gil Ofarim
Gil Ofarim ([ɡiːl ɔfɐ'ʁiːm], * 13. August 1982 in München als Gil Doron Reichstadt) ist ein deutscher Rockmusiker. Er tritt sowohl solo als auch als …
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Person und Bedeutung
Gil Ofarim, geboren am 13. August 1982 in München als Gil Doron Reichstadt, ist ein deutscher Rockmusiker. Er tritt solo sowie als Leadsänger der Bands Zoo Army und Acht. auf. Außerdem arbeitet er als Schauspieler, Musicaldarsteller, Synchronsprecher und Radiomoderator. Öffentlich besonders bekannt wurde er durch seine Musikkarriere seit den späten 1990er-Jahren, durch zahlreiche Fernsehauftritte und durch den Fall Gil Ofarim im Jahr 2021, bei dem sich ein von ihm erhobener Antisemitismusvorwurf später als Verleumdung erwies.
Ofarim ist der Sohn des israelischen Sängers Abi Ofarim und dessen dritter Ehefrau Sandra Hirt. Sein Bruder Tal Ofarim war ebenfalls Kandidat bei The Voice of Germany und ist Mitglied bei Zoo Army. Gil Ofarim wuchs in einer jüdischen Gemeinde in München auf, besuchte zunächst eine jüdische Grundschule und wechselte später auf ein städtisches Gymnasium in München. Er identifiziert sich als säkularer Jude, also als Jude ohne streng religiöse Lebensweise.
Im Dezember 2014 heiratete er Verena Brock. Aus der Ehe stammen ein Sohn, geboren 2015, und eine Tochter, geboren 2017. Im März 2018 wurde die Trennung des Paares bekannt. Im August 2025 heiratete Ofarim zum zweiten Mal; die Hochzeit fand im Seeschloss Monrepos in Ludwigsburg statt. Er lebt mit seiner Frau in Freiberg am Neckar.
Musikkarriere
Ofarims Musikkarriere begann 1997, als er als Teenager in einer Foto-Love-Story der Jugendzeitschrift Bravo einen Musiker darstellte. Wegen seiner großen Beliebtheit erhielt er einen Plattenvertrag bei BMG Ariola. Ende 1997 erschien seine erste Single Round ‘N’ Round (It Goes). Anfangs trat er unter dem Namen Gil auf und erreichte mit Titeln wie Talk To You, Never Giving Up Now und If You Only Knew Chartplatzierungen. Ab 1998 tourte er drei Jahre lang durch Asien.
Seit 2003 tritt er als Gil Ofarim auf. Im Juni 2003 spielte er im Münchner Olympiastadion als Vorgruppe der Rockband Bon Jovi, nachdem Jon Bon Jovi durch einen Konzertveranstalter auf ihn aufmerksam gemacht worden war. 2005 gründete Ofarim die Rockband Zoo Army, deren Debütalbum 507 im März 2006 erschien.
2007 sang er zwei Beiträge für deutsche Disney-Soundtracks: Mehr als du seh’n kannst für Triff die Robinsons und die Ballade So nah! für Verwünscht. 2008 gründete er zusammen mit Oswin Ottl, Andy Lind und Petros Kronos die Band Acht. Die Band trat unter anderem als Vorgruppe bei der Tour von Alex Band und auf Festivals auf. Ihr Debütalbum Stell Dir Vor erschien 2010 auf dem eigens gegründeten Label „Neuzeitstürmer“.
2012 nahm Ofarim an der zweiten Staffel von The Voice of Germany teil und kam im Team von Xavier Naidoo bis ins Viertelfinale. Seine Coverversionen von Iris von den Goo Goo Dolls und Man in the Mirror erreichten Chartplatzierungen. 2016 spielte er eine Hauptrolle im Musical Hair am Theater Magdeburg auf dem Magdeburger Domplatz. Nach eigener Darstellung hatte er bis Februar 2017 weltweit rund fünf Millionen Tonträger verkauft.
2017 war er in der RTL-Show It Takes 2 Gesangscoach und erreichte mit Rebecca Siemoneit-Barum den zweiten Platz. Im selben Jahr sang er die deutsche Titelmelodie der KiKA-Serie Nils Holgersson. Anfang 2018 war er Musikpate in der KiKA-Sendung Dein Song. Im Februar 2020 erschien sein Album Alles auf Hoffnung. Sein Bühnencomeback nach dem „Davidsternskandal“ fand im April 2025 im Bochumer Musikclub Matrix statt.
Schauspiel, Synchron und Fernsehen
Neben der Musik war Ofarim in Film- und Fernsehproduktionen zu sehen. 1998 spielte er in fünf Folgen der Serie Gute Zeiten, schlechte Zeiten sich selbst. Später folgten Rollen in Endlich Sex! im Jahr 2004, im Fernseh-Zweiteiler Die Sturmflut im Jahr 2006 und im Psychothriller Strip Mind, der ebenfalls 2006 genannt wird. 2008 spielte er in einer Episode der Jugend-Detektivserie Ein Fall für B.A.R.Z. mit, 2010 in der Krimi-Reihe Ein starkes Team. 2015 erhielt er in der deutschen Mystery-Fernsehserie Armans Geheimnis eine wiederkehrende Rolle.
2017 gewann Ofarim zusammen mit Ekaterina Leonova die zehnte Staffel der RTL-Show Let’s Dance. Im selben Jahr war er in der Kinokomödie Unter deutschen Betten und in Das Wasser des Lebens aus der ARD-Märchenreihe Sechs auf einen Streich zu sehen. Außerdem spielte er in zwei Folgen von Alles was zählt sich selbst. Als Synchronsprecher übernahm er 2017 in My Little Pony: Der Film die Rolle der Figur Capper. Im Juli 2017 stand er für eine Kampagne des Labels Tom Ford vor der Kamera, und im August 2017 nahm er an der VOX-Show Grill den Henssler teil.
2018 gewann Ofarim die Sendung Schlag den Star gegen Pietro Lombardi. 2019 nahm er an Das große Promibacken teil. Ebenfalls 2019 trat er in der ersten Staffel von The Masked Singer als Grashüpfer auf und belegte den 2. Platz. Im Mai 2020 nahm er für Israel am Free European Song Contest teil und erreichte den fünften Platz. Außerdem war er Kandidat in Die! Herz! Schlag! Show!, die im Juli 2020 ausgestrahlt wurde. Im Juni 2021 veröffentlichte er seine Autobiografie Freiheit in mir. Anfang 2026 nahm er an der 19. Staffel von Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! teil und ging daraus als Sieger, also als „Dschungelkönig“, hervor.
Kontroverse um den Hotelvorwurf
Der Fall Gil Ofarim, auch „Davidstern-Skandal“ genannt, betrifft eine von Ofarim ausgehende Falschbeschuldigung beziehungsweise Verleumdung. Im Oktober 2021 kam es beim Einchecken im Hotel The Westin Leipzig zu Unstimmigkeiten zwischen Ofarim und einem Rezeptionisten. Danach nahm Ofarim vor dem Hotel ein Video auf und veröffentlichte es auf Instagram. Darin sagte er, er habe wegen seiner Halskette mit Davidstern nicht einchecken dürfen und sei aufgefordert worden, „den Stern einzupacken“.
Die Staatsanwaltschaft Leipzig leitete zunächst ein Verfahren gegen den Hotelmitarbeiter ein, stellte dieses aber im März 2022 ein. Überwachungskamera-Aufnahmen und Zeugenaussagen widersprachen Ofarims Darstellung, dass er im Hotel die Kette sichtbar getragen habe. Danach erhob die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Ofarim wegen Verleumdung, falscher Verdächtigung und Betrugs.
Im November 2023 fand die Hauptverhandlung gegen Ofarim vor dem Landgericht Leipzig statt. Am sechsten Verhandlungstag gestand Ofarim, die Vorwürfe erfunden zu haben. Er entschuldigte sich bei dem Hotelangestellten, der die Entschuldigung akzeptierte. Das Verfahren wurde unter Auflagen eingestellt: Ofarim musste jeweils 5000 Euro an die Jüdische Gemeinde zu Leipzig und an die Gedenk- und Bildungsstätte – Haus der Wannsee-Konferenz zahlen sowie 20.000 Euro Schmerzensgeld an den beschuldigten Hotelangestellten.
Wichtige Werke und Auftritte
In der Diskografie nennt der Artikel vier Studioalben. Here I Am erschien am 25. Mai 1998 bei RCA Records (BMG) und erreichte Platz 20 in Deutschland, Platz 47 in Österreich und Platz 34 in der Schweiz; angegeben sind Verkäufe von über 75.000. The Album erschien am 15. November 1999 bei Ariola (BMG). On My Own erschien am 26. Mai 2003 bei Neotone Records (Sony). Alles auf Hoffnung erschien am 28. Februar 2020 bei Electrola und We Love Music (UMG) und erreichte Platz 5 in Deutschland, Platz 71 in Österreich und Platz 41 in der Schweiz.
Die Filmografie fasst seine Arbeit in Filmen, Serien, Synchronrollen und Shows zusammen. Zu den genannten Filmen und Serien gehören Gute Zeiten, schlechte Zeiten, Endlich Sex!, Die Sturmflut, Strip Mind, Ein Fall für B.A.R.Z., Ein starkes Team, Armans Geheimnis, Unter deutschen Betten, Alles was zählt und Sechs auf einen Streich – Das Wasser des Lebens. Als Synchronsprecher wird er für Verwünscht als Jon McLaughlin und für My Little Pony: Der Film als Capper genannt.
Zu seinen Fernsehshows zählen Let’s Dance, das er 2017 gewann, Schlag den Star, das er 2018 gewann, Das große Promibacken, The Masked Singer, Die! Herz! Schlag! Show!, Die Passion und Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!, das er 2026 gewann.