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Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte

Träger ist ein Verein mit Sitz in Weimar und Frankfurt am Main. Inhaltlich tätig ist die zugehörige Institut in Bereichen der demokratischen Frühgeschichte, der …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Arbeitsfelder
  2. 2. Zweck und Formen der Arbeit
  3. 3. Ausgewählte Projekte und Aktionen
  4. 4. Publikationsreihen

Aufgabe und Arbeitsfelder

Die Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte e. V. (GEDG) ist ein Kompetenzzentrum für Demokratiegeschichte mit bundesweiter Bedeutung. Sie wurde im Januar 2021 von Wissenschaftlern aus einer engen Kooperation in der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte gegründet. Träger ist ein Verein mit Sitz in Weimar und Frankfurt am Main. Leiter ist der Historiker Christian Faludi.

Inhaltlich arbeitet das zugehörige Institut zu mehreren Epochen und Themen: zur demokratischen Frühgeschichte, zur Weimarer Republik, zum demokratischen Widerstand in beiden deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts, zum demokratischen Neubeginn in der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), zur Geschichte der Bundesrepublik sowie zu den Transformationsprozessen vor und nach der Friedlichen Revolution 1989. Die GEDG ist Mitglied in der AG Orte der Demokratiegeschichte, mit Partnerorganisationen weltweit verbunden und führt auch transnationale Projekte durch.

Ein sichtbares Instrument ihrer Arbeit ist die deutschlandweit verliehene Plakette „Ort der Demokratie-Geschichte“. Seit November 2022 hängt eine solche Plakette auch im Deutschen Bundestag.

Zweck und Formen der Arbeit

Das zentrale Ziel der GEDG ist die Förderung der Erforschung der Demokratiegeschichte. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse sollen außerdem für die Gestaltung einer lebendigen Erinnerungskultur nutzbar gemacht werden. Erinnerungskultur bezeichnet hier den öffentlichen und institutionellen Umgang mit Geschichte und die Frage, wie historische Erfahrungen in der Gegenwart erinnert und vermittelt werden.

Dazu verbindet die GEDG Forschung und Vermittlung. Sie führt Forschungs- und Vermittlungsprojekte durch, veröffentlicht Publikationen und organisiert Vorträge, Konferenzen sowie öffentliche Veranstaltungen. Ein wichtiger Grundgedanke ist, aus der Auseinandersetzung mit der deutschen Demokratiegeschichte Lehren für die demokratische Gestaltung der Gegenwart zu gewinnen.

Ausgewählte Projekte und Aktionen

Die Projekte der GEDG wurden oder werden unter anderem von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Thüringer Staatskanzlei, dem Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und dem Beauftragten der Bundesregierung für Ostdeutschland gefördert. Die GEDG betreut außerdem die Deutschlandkarte der Demokratie. In diesem Rahmen wird die Plakette „Ort der Demokratie-Geschichte“ verliehen.

2021 initiierte die GEDG erstmals das Weimarer Forum für Erinnerungskultur (WFE). Jeweils am Abend des symbolträchtigen 9. November diskutieren Zeitzeugen und Experten im Deutschen Nationaltheater mit dem Publikum über die Herausforderungen einer demokratischen Erinnerungskultur. Am 10. November folgt ein Kolloquium im Kongresszentrum Weimarhalle. Dort beraten bis zu 50 Vertreter bundesdeutscher Institutionen, die sich etwa in Erziehung, Kunst, Kultur, Geschichte und deren Vermittlung engagieren, welche Aspekte der deutschen Geschichte heute wie erinnert werden sollen.

Seit 2022 veranstaltet die GEDG gemeinsam mit der Wartburg-Stiftung, der Stadt Eisenach und der Friedrich-Schiller-Universität Jena das Wartburg-Fest der Demokratie. Es umfasst eine Abendveranstaltung um das historische Datum des 18. Oktober im Festsaal der Wartburg, eine wissenschaftliche Tagung und das internationale Student Forum on Future and Democracy. Am Ende veröffentlichen Studierende aus aller Welt eine Wartburg-Declaration. Für dieses Projekt erhielt die GEDG beim 12. Thüringer Demokratiepreis 2026 eine Anerkennung.

Mit Aktionen im öffentlichen Raum stößt die GEDG Debatten über Denkmäler und vergessene demokratiegeschichtliche Personen an. Im November 2021 ließ sie das Thälmann-Denkmal auf dem Weimarer Buchenwaldplatz verhüllen. Die Intervention „Nichts ist so unsichtbar wie ein Denkmal [für Ernst Thälmann]“ sollte die Plastik von Walter Arnold wieder in das erinnerungskulturelle Bewusstsein rücken und eine Diskussion über Monumente aus ihrer Zeit anregen. Ein daraus entstandenes Bündnis ergänzte den Platz zuletzt um eine Informationstafel.

Eine GEDG-Kampagne über Arnold Paulssen, den vergessenen ersten Ministerpräsidenten des Landes Thüringen, führte 2024 dazu, dass die Landesvertretung des Freistaats Thüringen in Arnold-Paulssen-Haus benannt wurde. Im selben Jahr erinnerte die GEDG an die Berufung von Mathilde Vaerting als erste Frau auf eine ordentliche Professur an einer deutschen Universität. Seitdem erinnert eine Tafel in der Universität Jena an sie.

Publikationsreihen

Die GEDG veröffentlicht mehrere Reihen und Formate. Dazu gehören die Wissensreihe „Demokratie-Geschichte“ bei der Weimarer Verlagsgesellschaft im Verlagshaus Römerweg, die bis 2025 erschien, ein selbst verlegtes GEDG-Paper und die Schriftenreihe „Beiträge zur Geschichte der Demokratie und Erinnerungskultur“ im Verlag Wallstein. Außerdem gibt die Gesellschaft jährlich „Prospect. Bulletin der Gesellschaft zur Erforschung der Demokratie-Geschichte“ heraus.

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