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Gesellschaft für Thermische Analyse

Die Gesellschaft für Thermische Analyse e.V. (GEFTA) ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Gesellschaft mit Sitz in Darmstadt. Sie wurde 1974 gegründet …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Aufgabe und Aufbau der GEFTA
  2. 2. Austausch, Fortbildung und Zusammenarbeit
  3. 3. Tagungsreihen
  4. 4. Arbeitskreise und ihre Themen
  5. 5. Preise und Ehrungen

Aufgabe und Aufbau der GEFTA

Die Gesellschaft für Thermische Analyse e.V. (GEFTA) ist eine gemeinnützige wissenschaftliche Gesellschaft und chemische Gesellschaft mit Sitz in Darmstadt. Sie wurde am 11. Juni 1974 in Clausthal-Zellerfeld gegründet. Vorsitzender ist Dirk Walter, die Geschäftsführung hat Steffen Neuenfeld. Die Gesellschaft hat etwa 300 persönliche, studentische sowie Unternehmens- und Institutsmitglieder, überwiegend aus Deutschland, außerdem aus Österreich und der Schweiz.

Ihr Ziel ist es, den Erfahrungs- und Informationsaustausch von Fachleuten der Thermischen Analyse und Kalorimetrie im deutschsprachigen Raum zu fördern. Kalorimetrie bezeichnet Messverfahren zur Bestimmung von Wärmemengen; die Thermische Analyse untersucht Stoffe und ihre Eigenschaften in Abhängigkeit von Temperatur und Wärme.

Austausch, Fortbildung und Zusammenarbeit

Die GEFTA organisiert regelmäßige Tagungen, darunter die GEFTA-Jahrestagung, die Ulm-Freiberger-Kalorimetrietage und das Lähnwitz-Seminar. Mitglieder und Gäste stellen dort ihre Arbeiten vor, diskutieren Details und neue Fragen und knüpfen fachliche Kontakte.

Die Gesellschaft arbeitet außerdem mit anderen nationalen Gesellschaften in Europa zusammen und wirkt international mit. Ergebnisse ihrer Arbeitskreise stehen Mitgliedern beispielsweise in Publikationen zur Verfügung. Vereinsnachrichten, Neuigkeiten und Links zu Thermischer Analyse und Kalorimetrie werden über die Internetseiten, teils im geschützten Mitgliederbereich, verbreitet.

Fortbildungskurse richten sich sowohl an Einsteiger als auch an Personen mit speziellen Anwendungsfragen. Sie sollen herstellerunabhängige und metrologisch fundierte Hilfestellungen bieten. Metrologie ist die Wissenschaft vom Messen.

Tagungsreihen

Die Jahrestagungen finden jährlich statt und behandeln alle Themen und Anwendungen der Thermischen Analyse und Kalorimetrie. Veranstaltungsorte und Organisatoren wechseln. Teilweise werden sie als bi- oder trinationale Treffen mit ausländischen Fachgesellschaften oder als thematische Tagungen mit anderen deutschen wissenschaftlichen Gesellschaften ausgerichtet.

Das Lähnwitz-Seminar ist eine internationale, zweijährliche Tagung in Rostock zu innovativen Themen der Kalorimetrie und findet seit 1990 statt. Themen waren unter anderem temperaturmodulierte Kalorimetrie, Phasenübergänge, die zeit- und frequenzabhängige Wärmekapazität, kleine Systeme, Übergänge fern vom Gleichgewicht, Kalorimetrie im Nanomaßstab sowie von 2010 bis 2018 das Zusammenspiel von Keimbildung, Kristallisation und Glasübergang.

Die ebenfalls zweijährlichen Kalorimetrietage konzentrieren sich auf angewandte Kalorimetrie. Ihre erste Veranstaltung war 1975 als Ulmer Kalorimetrietage. Der Ort wechselte 1995 mit der 11. Tagung nach Freiberg, 2015 mit der 21. Tagung an die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig und ab der 26. Tagung 2025 an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ in Leipzig. Die Jahrestagungen des Arbeitskreises Thermophysik dienen jährlich dem Austausch über Messmethoden der Materialwissenschaft, Referenzmaterialien und die Auswertung von Ringversuchen.

Arbeitskreise und ihre Themen

Der Arbeitskreis Thermophysik untersucht thermophysikalische Stoffeigenschaften: spezifische Wärmekapazität, Temperaturleitfähigkeit, Wärmeleitfähigkeit, thermische Ausdehnung und Strahlungseigenschaften wie den Emissionsgrad. Zu seinen Aufgaben gehören Fachdiskussionen, Ringvergleiche zum kritischen Vergleich von Messverfahren, Kooperationen, gemeinsame Projekte und die Zertifizierung von Referenzmaterialien.

Der Arbeitskreis Polymere befasst sich mit Problemen der Thermischen Analyse an Polymersystemen. Er bestimmt charakteristische Kenngrößen, führt Ringvergleiche durch, wählt polymerbasierte Referenzmaterialien aus und untersucht Fragen mithilfe gekoppelter Methoden.

Der Arbeitskreis DSC-Kalibrierung entwickelte hersteller- und geräteunabhängige Kalibriermethoden für die Dynamische Differenzkalorimetrie (DSC). Dabei galten Temperatur, Wärmemenge und Wärmestrom beim Aufheizen und beim Kühlen als Kalibrierparameter. Die Ergebnisse wurden in Fachzeitschriften veröffentlicht und auf Fachtagungen vorgestellt.

Preise und Ehrungen

Die GEFTA zeichnet hervorragende Leistungen in Thermischer Analyse und Kalorimetrie aus. Der GEFTA-Wissenschaftspreis wird mindestens im Abstand von drei Jahren für herausragende wissenschaftliche Leistungen verliehen und ist mit 3500 Euro dotiert.

Der Netzsch-GEFTA-Preis wird jährlich abwechselnd als Hauptpreis oder als Förderpreis für junge Wissenschaftler vergeben. Er würdigt außergewöhnliche Leistungen auf beiden Fachgebieten und beträgt 2000 Euro als Hauptpreis beziehungsweise 500 Euro als Förderpreis.

Der TA Instruments Industrieforschungspreis wird nicht regelmäßig, häufig anlässlich von Jubiläumstagungen, vergeben. Er richtet sich an Wissenschaftler aus der Industrie, die im industriellen Bereich außergewöhnliche Leistungen in Thermischer Analyse und Kalorimetrie erbracht haben. Zusätzlich ernennt die GEFTA Ehrenmitglieder.

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