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Geschichts-App
Geschichts-App sind Apps (Applikationen) für den Umgang mit Geschichte und Geschichtskultur im Bereich des Lernens (siehe auch Lernsoftware, E-Learning), …
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Was eine Geschichts-App ist und wie sie funktioniert
Geschichts-Apps sind Applikationen für den Umgang mit Geschichte und Geschichtskultur. Sie werden zum Lernen, zur Unterhaltung oder zur Verbindung von Lernen und Ausbildung (Edutainment) eingesetzt. Eine App kann sich mit einem einzelnen historischen Thema beschäftigen oder Bestandteil eines Lehrgangs (Curriculum) sein. Sie eignet sich für das Einzellernen sowie für Gruppen und Klassen, etwa im Rahmen eines „flipped classroom“.
Das gemeinsame Grundmerkmal ist die Interaktivität: Die Nutzer beteiligen sich aktiv, indem sie Aufgaben lösen. Die Auswertung kann durch das Programm selbst oder im Präsenzunterricht erfolgen. Im Unterschied zu Lernplattformen tauschen Geschichts-Apps kein Material zwischen den Nutzern aus; der Inhalt der App ist vorgegeben.
Anwendungsbereiche und Ziele
Geschichts-Apps haben unterschiedliche Zielsetzungen:
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Lernspiele dienen dem Erwerb und Training von Faktenwissen. Durch Aufgaben, häufig im Multiple-Choice-Format, werden Fakten und einfache Zusammenhänge spielerisch eingeprägt. Als Beispiel wird LearningApps genannt.
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Simulationen dienen der Erkenntnis. Sie stellen historische Abläufe in vereinfachten Modellen dar, die durchgespielt werden. Dies geschieht etwa in Plan- oder Rollenspielen; der Artikel verweist hierzu auch auf Simtainment.
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Apps zur Schulung des historischen Denkens fördern geschichtsdidaktische Kompetenzen. Dazu gehören, Geschichte und Vergangenheit wahrzunehmen, sie sich zu erschließen, sich in Geschichte und Gegenwart zu orientieren sowie in Gegenwart und Zukunft zu handeln. Die Nutzer setzen sich mit Quellen und Darstellungen, also historischen Materialien, auseinander. Die Apps bilden aus solchen Materialien eine Lernlandschaft, in der sich die Nutzer teilweise geführt und teilweise frei bewegen und Aufgaben lösen.
Beispiele für interaktive Geschichts-Apps
„Pivot the World“ von Asma Jaber und Samit Jitan ermöglicht, die Geschichte historischer Schauplätze anhand von Bilddokumenten zurückzuverfolgen und selbst zu dokumentieren. Die Nutzer wirken dabei gewissermaßen als Prosumer, also zugleich als Nutzer und Ersteller von Inhalten.
Eine App des Smithsonian National Museum of Natural History in Washington lässt die Skelette archaischer Tiere in der 1881 eröffneten Bone’s Hall zum rekonstruierten Leben erwachen. Die Besucher erkennen dadurch, wie sich aus den Skeletten auf die Lebensweise der Tiere schließen lässt.
„My Bourbaki Panorama“ wird vor Ort im Bourbaki-Panorama in Luzern verwendet. Die Nutzer erschließen sich das riesige Gemälde über die Internierung der Bourbaki-Armee an der Schweizer Grenze im Winter 1871. Sie versetzen sich in zwei selbst gewählte Figuren, deren Biografien wissenschaftlich aufgearbeitet wurden, erleben die Ereignisse aus deren Perspektive und schildern sie einander in einem Brief. Das Ergebnis können sie als persönliches „Bourbaki-Album“ aus der App heraus per E-Mail versenden.
Die 2018 entstandene App „Fliehen vor dem Holocaust“ ermöglicht Jugendlichen die Begegnung mit fünf Menschen, die vor dem Holocaust fliehen mussten. Ihre Erzählungen werden interaktiv mit historischen Quellen und Darstellungen verbunden. Daraus erstellen die Nutzer ein persönliches Album, das im gemeinschaftlichen Lernen ausgewertet werden kann. Entwickelt wurde die App vom Institut für Geschichtsdidaktik und Erinnerungskulturen der PH Luzern, dem österreichischen Institut für Holocaust Education des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung, erinnern.at und dem Zentrum Nutzerzentrierte Technologien der FH Vorarlberg.
Die „App in die Geschichte“ unterstützt das schulische und außerschulische Geschichtslernen. Sie ermöglicht unter anderem, multimediale Zeitleisten zu erstellen, Fotos gemeinsam zu verschlagworten und die Orte der Fotos auf einer Karte zu lokalisieren. Die Anwendung ist kostenlos und als WebApp über jeden Browser nutzbar.