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Geschichte Argentiniens

Die Geschichte Argentiniens umfasst die Entwicklungen auf dem Gebiet der Argentinischen Republik von der Urgeschichte bis zur Gegenwart.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick und frühe Kulturen
  2. 2. Kolonialzeit und spanische Herrschaft
  3. 3. Unabhängigkeit und Nationalstaat
  4. 4. Einwanderung, Wachstum und Peronismus
  5. 5. Instabilität, Diktatur und Rückkehr zur Demokratie
  6. 6. Demokratisches Argentinien seit 1983

Überblick und frühe Kulturen

Die Geschichte Argentiniens umfasst die Entwicklung auf dem Gebiet der heutigen Argentinischen Republik von der Urgeschichte bis zur Gegenwart. Sie wird im Artikel in vier große Phasen gegliedert: präkolumbianische Zeit bis ins 16. Jahrhundert, Kolonialzeit etwa 1516 bis 1810, Unabhängigkeitskriege und frühe Nation von 1810 bis 1880 sowie modernes Argentinien seit der Einwanderungswelle um 1880.

Vor der spanischen Kolonialisierung war das Gebiet relativ dünn besiedelt. Die menschliche Besiedlung wird etwa ins 10. Jahrtausend v. Chr. datiert. Zu den ältesten südamerikanischen Funden zählen, abgesehen von umstrittenen Funden in Chile und Brasilien, die Funde von Los Toldos in der Provinz Santa Cruz. Sie reichen ins 10. Jahrtausend v. Chr. zurück und weisen auf die Jagd von Großsäugern wie Riesenfaultier und Pferden sowie auf Guanacos und Lamas hin. In Patagonien sind für 11.000 BP menschliche Spuren und Feuergebrauch belegt. Die Casapedrense-Kultur wird auf ca. 7000 bis 4000 v. Chr. datiert und gilt als Vorläuferkultur der Tehuelche.

In der Cueva de las Manos am Río Pinturas wurden Malereien entdeckt, die etwa auf 7300 v. Chr. datiert werden. Sie gehören seit 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Norden und Nordwesten entstanden frühe Bauernkulturen. Die Kultur von Ansilta bestand etwa von 1800 v. Chr. bis 500 n. Chr. und gilt als erste Bauernkultur sowie als Vorläuferin der Huarpes. Weitere Kulturen waren die Condorhuasi-Kultur, die Tafi-Kultur, die Ciénaga-Kultur, die Kultur von Aguada und die Kultur Santa María. Sie betrieben Landwirtschaft, Lamazucht, Bewässerung, Fernhandel und Metallverarbeitung; später entstanden erblich geprägte Herrschaft und Gruppen von Kriegern und Priestern.

Ab etwa 1400 drangen Quechua und Inka südwärts vor. Um 1450 umfasste das Inka-Reich weite Teile des Nordwestens Argentiniens und auf dem Höhepunkt auch das Gebiet der heutigen Provinz Mendoza. Einige Gruppen übernahmen Quechua und Teile der Inka-Technologie, andere wie die Diaguita leisteten lange Widerstand. Die Guaraní siedelten vermutlich erst im 15. Jahrhundert an den Wasserläufen des Nordostens. Sie lebten in Dörfern, betrieben Fischfang und einfachen Landbau und hatten Häuptlinge, religiöse Oberhäupter und erbliche Kaziken. In Pampa und Patagonien lebten unter anderem Tehuelche als Jäger und Sammler; im Gran Chaco waren mehrere Sprachgruppen vertreten, darunter Guaycurú und Mataco-Macá.

Kolonialzeit und spanische Herrschaft

Der spanische Seefahrer Juan Díaz de Solís erreichte 1516 als erster Europäer das heutige Argentinien an der Mündung des Río de la Plata. Zwischen 1526 und 1530 erforschte Sebastiano Caboto den Río Paraná. Die Spanier vermuteten irrtümlich große Edelmetallvorkommen; daher entstanden Bezeichnungen wie Argentinien, von lateinisch Argentum für Silber, und Río de la Plata, „Silberfluss“.

Die spanische Kolonisierung erfolgte aus drei Richtungen. Sancti Spiritu wurde 1527 als erste spanische Siedlung gegründet, aber 1529 wieder aufgegeben. 1536 gründete Pedro de Mendoza Buenos Aires. Wegen Konflikten mit den Het und hoher Verluste musste die Siedlung 1541 aufgegeben werden; erst 1580 wurde sie durch Juan de Garay dauerhaft neu gegründet. Der Nordwesten wurde von Peru aus erobert, die Region de Cuyo von Chile aus. Patagonien wurde zwar beansprucht, blieb aber wegen des Widerstands der indigenen Bevölkerung und fehlender Bodenschätze faktisch außerhalb spanischer Kontrolle. Der Vertrag von Quillín von 1641 erkannte im Rahmen des Arauco-Krieges eine unabhängige Mapuche-Nation an. Durch die Ausbreitung der Mapuche nach Osten kam es zur „Araukanisierung“, also zu einem Kulturtransfer und einer stärkeren ethnischen Angleichung, die indigene Macht bis in die 1880er Jahre erhielt.

Verwaltungsmäßig gehörte das Gebiet zunächst zum Vizekönigreich Peru. Oberstes Organ der Kolonialpolitik war der Indienrat in Madrid. Die Wirtschaft war auf die Bedürfnisse Spaniens ausgerichtet und durch Handelsbeschränkungen geschützt. Anfangs spielte das Encomienda-System eine wichtige Rolle: Die Krone vergab große Ländereien mit der dort lebenden indigenen Bevölkerung an spanische Adlige. Später wurde vor allem das Repartimiento- bzw. Mita-System wichtig, bei dem Regionen Arbeitskräfte, besonders für Minen, stellen mussten.

Im Nordosten und in Paraguay wirkten seit dem 16. Jahrhundert Missionare, besonders Jesuiten. Sie lernten indigene Sprachen, organisierten bekehrte Indigene in Reduktionen und verteidigten sie gegen portugiesische Sklavenjäger, die Bandeirantes. Die Jesuiten bauten außerdem ein Monopol auf Matetee auf.

1776 wurde das Vizekönigreich Río de la Plata vom Vizekönigreich Peru abgespalten. Es umfasste neben Argentinien auch das heutige Bolivien, Paraguay und Uruguay. Buenos Aires wurde Hauptstadt und erhielt Handelsrechte. Dadurch wuchs die Stadt rasch, und eine wohlhabende städtische Schicht entstand. Erfolgreicher Widerstand gegen britische Besetzungsversuche 1806 und 1807 stärkte das lokale Nationalbewusstsein und bereitete die Unabhängigkeit vor.

Unabhängigkeit und Nationalstaat

Anfang des 19. Jahrhunderts wirkten die Französische Revolution, der Unabhängigkeitskrieg der USA, die Niederlage Spaniens bei Trafalgar 1805 und die französische Besetzung Spaniens ab 1808 auf die Kolonien. In der Mai-Revolution erzwang die Bevölkerung am 25. Mai 1810 einen Kongress, der den Vizekönig Baltasar de Cisneros absetzte und eine Junta unter Cornelio Saavedra einsetzte. Die Erklärung enthielt zunächst noch einen Treueeid auf Ferdinand VII.; trotzdem wurde der 25. Mai später Nationalfeiertag.

Die Unabhängigkeit blieb zunächst instabil. Paraguay spaltete sich 1811 ab, Uruguay 1815. Auf dem Kongress von San Miguel de Tucumán erklärte das gesamte Vizekönigreich Río de la Plata am 9. Juli 1816 endgültig die Unabhängigkeit. Militärische Erfolge von José de San Martín 1819–1822 und Simón Bolívar bis 1824 schwächten die spanische Macht weiter. Bolivien wurde 1825 von den Großkolumbiern befreit und dadurch von Argentinien losgelöst.

Nach der Niederlage Spaniens verschärfte sich der Streit zwischen Unitariern und Föderalisten. Unitarier aus Buenos Aires wollten einen zentralisierten Staat, Föderalisten in vielen Provinzen einen lockeren Staatenbund. Das Grundgesetz von 1819 war unitarisch geprägt und führte zu Bürgerkrieg. Eine echte Zentralgewalt bestand nur kurz 1826 bis 1827, als Argentinien wegen des Argentinisch-Brasilianischen Krieges eine zentralistische Präsidialrepublik werden sollte. Bernardino Rivadavia trat jedoch nach einem Jahr zurück.

Juan Manuel de Rosas, Gouverneur von Buenos Aires 1829–1832 und 1835–1852, prägte die folgende Zeit. Obwohl föderalistisch, beanspruchte er großen Einfluss auf die Föderation und bewahrte das Handelsmonopol von Buenos Aires. In seiner zweiten Regierungszeit errichtete er ein diktatorisches System mit Staatsterror und zwang viele liberale Politiker ins Exil. Argentinien verlor 1833 die Falklandinseln, Islas Malvinas, an Großbritannien.

1852 wurde Rosas von Justo José de Urquiza gestürzt. 1853 verabschiedeten die Provinzen eine republikanische, föderalistische Verfassung, die mit wenigen Änderungen bis heute gilt. Buenos Aires erkannte sie zunächst nicht an. Nach militärischen Auseinandersetzungen 1859 bis 1861 kam es zur Einheit Argentiniens. Bartolomé Mitre wurde 1862 erster Präsident nach landesweiten Wahlen. 1869 ergab die erste Volkszählung 1.836.490 Einwohner; 31 % lebten in der Provinz Buenos Aires, 71 % waren Analphabeten. Die Wüstenkampagne von Julio Argentino Roca und Conrado Villegas unterwarf ab 1878 Pampas und Patagonien. Ob sie als Genozid zu bezeichnen ist, ist unter Historikern umstritten. 1880 wurde Roca Präsident, und Buenos Aires wurde offiziell Hauptstadt.

Einwanderung, Wachstum und Peronismus

Von 1880 bis 1929 erlebte Argentinien wirtschaftlichen Aufschwung und starke Einwanderung, besonders aus Europa und vor allem aus Italien. Die Wirtschaft war auf Rohstoffexporte und den Import von Industrieprodukten ausgerichtet. Die Regierungen der Partido Autonomista Nacional werden als República Liberal bezeichnet. Sie waren oligarchisch geprägt: Großgrundbesitzer hatten großen Einfluss, und breite Teile der Bevölkerung wurden durch Wahlbetrug von politischer Mitbestimmung ausgeschlossen. Einwanderer hatten als Ausländer kein Wahlrecht. Aus Protest entstand die Unión Cívica, später die Unión Cívica Radical. 1912 wurde unter Präsident Roque Sáenz Peña die Wahlpflicht eingeführt, was den bisherigen Wahlbetrug erschwerte.

1916 kam Hipólito Yrigoyen von der Unión Cívica Radical durch reformiertes Wahlrecht an die Macht. Seine Regierung und die seines Nachfolgers Marcelo T. de Alvear suchten nationalen Konsens, verhandelten mit Gewerkschaften und reagierten auf studentische Reformforderungen. Dennoch kam es zu blutigen Arbeitskämpfen, etwa der Semana Trágica 1919 und Konflikten in Patagonien 1921–1922. Die Weltwirtschaftskrise stärkte konservative Kräfte. 1930 wurde Yrigoyen durch einen Militärputsch gestürzt. Die 1930er Jahre gelten wegen Wahlbetrugs und illegitimer konservativer Herrschaft als década infame, „infames Jahrzehnt“. Gleichzeitig begann eine Importsubstitutionspolitik: Argentinien versuchte, zuvor importierte Waren im eigenen Land herzustellen.

Im Zweiten Weltkrieg blieb Argentinien offiziell neutral, sympathisierte aber mit den Achsenmächten und unterstützte gegen Kriegsende die Alliierten. 1943 putschte das Militär. In dieser Phase stieg Juan Perón auf. Als Arbeitsminister machte er weitreichende Zugeständnisse an Gewerkschaften und gewann starke Unterstützung der Arbeiterklasse. Nach seiner Entlassung und Verhaftung 1945 demonstrierten am 17. Oktober mehr als 300.000 Menschen für seine Freilassung. 1946 gewann er die Wahl.

Peróns Herrschaft bis 1955 war eine Mischung aus Demokratie und Diktatur. Parteien und Wahlen bestanden, aber Medien und Gewerkschaften standen unter Kontrolle seiner Bewegung. Seine Politik umfasste die Nationalisierung wichtiger Industriezweige, die Ausweitung der Importsubstitution und soziale Maßnahmen wie den 8-Stunden-Tag. Zusammen mit Eva Perón prägte er das politische Leben. Argentinien profitierte vom hohen Bedarf Europas nach dem Zweiten Weltkrieg und erreichte in dieser Zeit ein sehr hohes Wohlstandsniveau. Umstritten ist Perón wegen Sympathien für Faschismus und Nationalsozialismus, antisemitischer Äußerungen, Behinderung jüdischer Einwanderung und Unterstützung der Flucht von NS-Kriegsverbrechern nach 1945.

Instabilität, Diktatur und Rückkehr zur Demokratie

1955 wurde Perón nach einem gescheiterten Putschversuch im Juni durch die Revolución Libertadora im September gestürzt. Dabei blieb er aus dem Exil einflussreich. Die folgenden Jahrzehnte waren von Konflikten zwischen Reformpopulisten, Desarrollistas und Liberalen geprägt. Reformpopulisten wollten die peronistische Wirtschaftspolitik nur mäßig ändern, Desarrollistas setzten auf Industrialisierung mit ausländischem Kapital, Liberale wollten freien Handel und den Abbau ineffizienter Industrien.

Pedro Eugenio Aramburu stellte die Verfassung von 1853 im Kern wieder her und verbot die peronistische Partei. 1958 wurde Arturo Frondizi Präsident, öffnete das Land ausländischem Kapital und lockerte das Verbot der Peronisten. Nach peronistischen Wahlerfolgen 1962 wurde er durch einen Putsch abgesetzt. Arturo Umberto Illia regierte ab 1963 unter Ausschluss von Peronisten und Kommunisten von den Wahlen, respektierte aber demokratische Verfahren. 1966 putschte General Juan Carlos Onganía, löste Parlament und Parteien auf und errichtete eine Diktatur. Ab 1969 führten Arbeiter- und Studentenproteste wie Cordobazo und Rosariazo zu wachsender Instabilität. Guerillaorganisationen wie Montoneros und ERP gewannen Zulauf.

1973 kehrten die Peronisten mit Héctor José Cámpora an die Macht zurück. Nach Peróns Rückkehr am 20. Juni 1973 kam es bei einer Kundgebung zu Gewalt mit zahlreichen Toten. Perón wurde erneut Präsident, verfolgte einen rechten Kurs und konnte die wirtschaftlichen Probleme nicht lösen. Nach seinem Tod im Juli 1974 wurde Isabel Perón Präsidentin. Ihre Amtszeit war von wirtschaftlichem Niedergang, Inflation und Terror geprägt. Die Alianza Anticomunista Argentina ermordete Oppositionelle und linke Aktivisten und ließ Menschen verschwinden.

Im März 1976 übernahm das Militär unter Jorge Rafael Videla die Macht. Der „Prozess der Nationalen Reorganisation“ sollte die Gesellschaft konservativ umformen und linke Guerillas vernichten. Im „schmutzigen Krieg“ wurden nach Angaben der Nationalkommission über das Verschwinden von Personen etwa 2.300 Menschen nachweisbar ermordet und 10.000 verhaftet. Zwischen 20.000 und 30.000 Menschen verschwanden spurlos und werden Desaparecidos genannt. Die Madres de Plaza de Mayo fordern seit 1977 Aufklärung. Wirtschaftlich sank die Industrieproduktion unter der neoliberalen Politik von José Alfredo Martínez de Hoz um 40 %. Nach der Niederlage im Falklandkrieg 1982 verlor die Diktatur weiter an Rückhalt. Reynaldo Bignone leitete 1983 nach Massenprotesten die Demokratisierung ein.

Demokratisches Argentinien seit 1983

Am 30. Oktober 1983 wurde Raúl Alfonsín von der Unión Cívica Radical zum Präsidenten gewählt. Argentinien war hoch verschuldet und wirtschaftlich geschwächt. Alfonsín führte Militärreformen ein, konnte die Wirtschaftskrise aber nicht lösen. 1985 wurde der Austral eingeführt, begleitet von Sparpolitik, Lohn- und Preisstopp. Ab 1987 stieg die Inflation wieder stark. 1989 kam es zur Hyperinflation; die Armutsquote erreichte 48 %.

1989 gewann der Peronist Carlos Menem die Wahl. Er wechselte schnell zu einem neoliberalen Kurs. Der Plan de Convertibilidad von Wirtschaftsminister Domingo Cavallo führte 1991 einen festen Kurs von 10.000 Australes pro US-Dollar ein. 1992 wurde der Austral durch den Argentinischen Peso ersetzt, der 10.000 Australes und damit genau einen Dollar wert war. Die 1:1-Bindung sollte Stabilität schaffen. Privatisierungen und Umschuldungen führten zunächst zu Erholung, aber auch zu Massenentlassungen. 1995 wurde Menem nach einer Verfassungsreform wiedergewählt. Die Tequila-Krise und später Asien-, Russland- und Brasilien-Krise belasteten die Wirtschaft. Der Peso wurde überbewertet, viele Betriebe schlossen, und die Arbeitslosigkeit erreichte Rekordhöhen. In Menems Amtszeit fielen auch der Anschlag auf die Israelische Botschaft 1992 mit 29 Toten und der Anschlag auf das AMIA-Gebäude 1994 mit 85 Toten.

Ab Ende 1998 geriet Argentinien in eine tiefe deflationäre Wirtschaftskrise. Fernando de la Rúa wurde 1999 Präsident, konnte aber wegen eines richtungslosen Kurses und Koalitionsstreits die Lage nicht verbessern. Ende 2001 ließ Cavallo Bankkonten einfrieren. Es kam zu Cacerolazos, Plünderungen und Protesten von Arbeitslosen, den Piqueteros. De la Rúa trat am 21. Dezember 2001 zurück, nachdem mehr als 25 Menschen bei Ausschreitungen gestorben waren. Es folgten vier Präsidentenwechsel in zehn Tagen. Adolfo Rodríguez Saá erklärte den Staatsbankrott; Eduardo Duhalde wertete die Währung stark ab. 2002 erreichten Arbeitslosigkeit und Armut Rekordhöhen.

Ab Mitte 2002 stabilisierte sich die Lage. 2003 wurde Néstor Kirchner Präsident. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs 2003 um 8,7 % nach −10,9 % im Jahr 2002. Kirchner stärkte seine Position bei den Wahlen 2005. 2007 wurde Cristina Fernández de Kirchner Präsidentin und 2011 wiedergewählt; ihre Strömung wurde als Kirchnerismo bekannt. Seit 2014 befindet sich Argentinien erneut in einer Wirtschaftskrise mit teils negativem Wachstum und hoher Inflation. 2015 gewann Mauricio Macri, 2019 Alberto Fernández mit Cristina Kirchner als Vizepräsidentin. Am 19. November 2023 gewann Javier Milei die Präsidentschaftswahl. Sein Versuch, im Omnibusverfahren mehr als 100 Gesetze zu ändern, scheiterte am Widerstand der Bevölkerung. Geplant waren unter anderem Verkleinerung des Staatsapparats, Abbau von Regulierungen, Kürzung von Subventionen und Sozialleistungen sowie Privatisierungen; dagegen kam es zu landesweiten Protesten und einem Generalstreik im Januar 2024.

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