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Geologie und Geographie der Färöer

Die Färöer liegen auf dem Grönland-Schottland-Rücken im Nordatlantik, der sich von Irland und Schottland über die Färöer und Island bis nach Grönland erstreckt …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Entstehung und Grundzüge der Landschaft
  2. 2. Vulkanisches Plateau und Gesteinsschichten
  3. 3. Prägung durch die Eiszeiten und das Landesinnere
  4. 4. Steilküsten, Vogelberge und Felsformen

Entstehung und Grundzüge der Landschaft

Die Färöer sind ein etwa 60 Millionen Jahre alter Inselarchipel im Nordatlantik. Sie liegen auf dem Grönland-Schottland-Rücken, der sich von Irland und Schottland über die Färöer und Island bis nach Grönland erstreckt und bei Island auf den Mittelatlantischen Rücken trifft. Ihre Entstehungsgeschichte ähnelt derjenigen Islands, doch der Vulkanismus auf den Färöern ist längst erloschen.

Die heutige Landschaft entstand in zwei wichtigen Schritten: Zuerst bildeten Vulkanausbrüche ein großes Plateau aus Basalt und Tuff. Danach formten Erosion durch Meer und Flüsse sowie die Gletscher der Eiszeiten dieses Plateau zu Inseln, Fjorden, Tälern, Steilküsten und Bergen. Die Südinsel Suðuroy gilt als besonders typisch, weil dort Steilküste, flacher abfallende Ostküste, Fjorde und das bergige Landesinnere auf engem Raum vorkommen.

Vulkanisches Plateau und Gesteinsschichten

Im Tertiär, vor 60 bis 70 Millionen Jahren, entstand durch vulkanische Tätigkeit auf dem Wyville-Thomson-Rücken ein riesiges, etwa 3000 bis 4000 Meter hohes Plateau. Erkaltete Lava bildete den für die Färöer typischen Basalt. Dieser ist in Schichten aufgebaut: Auf dicke Basaltschichten folgen dünnere Tuffschichten, darüber wieder Basalt. Tuff ist verfestigte und zusammengepresste Vulkanasche aus späterem Ascheregen.

Jede Basaltschicht ist meist drei bis zehn Meter, manchmal bis zu 30 Meter dick und zeugt von einem Vulkanausbruch. Die weicheren Tuffschichten dazwischen sind wesentlich dünner. In einer vulkanischen Ruhephase wuchs tropische Vegetation. Kohleschichten auf Suðuroy und Mykines enthalten Abdrücke des Urweltmammutbaums und des Ginkgos.

Flüsse nutzten Risse im Gestein und schnitten tiefe, V-förmige Schluchten ein. Weil das Plateau leicht von Nordwesten nach Südosten abfiel, verliefen die meisten Flüsse in diese Richtung. An der Küste spülte die Atlantikbrandung besonders die weichen Tuffschichten aus. Dadurch stürzten die darüberliegenden Basaltschichten ein; vor allem an der West- und Nordküste entstanden große Abbruchkanten. Durch Erosion senkte sich der größte Teil des Plateaus ab. Als Reste blieben die Inseln der Hebriden, Färöer und Island. Island entstand erst vor etwa 20 Millionen Jahren und ist wegen seiner Lage auf dem Mittelatlantischen Rücken weiterhin vulkanisch aktiv.

Von der früheren vulkanischen Tätigkeit zeugt neben den Gesteinsformationen nur noch die etwa 20 °C warme Thermalquelle Varmakelda bei Fuglafjørður auf Eysturoy.

Prägung durch die Eiszeiten und das Landesinnere

Die Eiszeiten gliedern das Quartär, das vor etwa 2,4 Millionen Jahren begann. Während der Eiszeiten bedeckten Gletscher die gesamten Inseln. Sie wanderten auf der schiefen Ebene überwiegend nach Südosten und formten die Landschaft entscheidend um. Aus älteren Schluchten, auf Färöisch gjáir (Einzahl: gjógv), entstanden Trogtäler, also U-förmige Täler; auf Färöisch heißen sie dalir (Einzahl: dalur). Viele dieser Täler füllten sich mit Wasser, erreichten das Meer und wurden zu den heutigen Fjorden und Meerengen.

Das Sørvágsvatn, der größte See der Färöer, wäre beinahe ein Fjord geworden. Es liegt jedoch 32 Meter über dem Meeresspiegel. Die meist südöstlich-nordwestlich ausgerichteten Inseln, die Sunde zwischen ihnen und die langen Fjorde zeigen ebenfalls die Wirkung der Gletscher.

An den früheren Ursprungsorten der Gletscher liegen halbkreisförmige Kare, die auf Färöisch botnur heißen. Sie bilden oft Fjordenden, etwa bei Kaldbaksbotnur. In manchen Buchten entstehen flache Sandstrände, zum Beispiel in Tjørnuvík. Das längste Trogtal ist der 11 Kilometer lange Saksundalur zwischen Saksun und Hvalvík.

An Ostküste und im Landesinneren sind die Hänge oft treppenförmig. Die senkrechte Seite einer Stufe heißt hamar; die flacheren, grasbewachsenen Hänge zwischen den hamrar heißen rók, Mehrzahl røkur. Die rók entstanden aus verwittertem Tuff, und am Fuß eines hamars sammelt sich Geröll. Bäche, áir (Einzahl: á), stürzen an solchen Stufen als Wasserfälle, fossur, hinab.

Ab ungefähr 300 Metern Höhe beginnt eine andere Vegetation, ab etwa 600 Metern ist sie arktisch-alpin. Pro 100 Meter nimmt die Durchschnittstemperatur um ½ °C ab. Deshalb und wegen des stärkeren Windes wohnen die Färinger unterhalb von 100 Metern an der fischreichen, geschützteren Küste; dort ist auch Landwirtschaft möglich. Die höheren Lagen dienen den 70.000 Schafen als Weidefläche.

Die höchsten Berge sind Reste des früheren Plateaus und oft Tafelberge. Der höchste Berg des Archipels ist der Slættaratindur mit 880 m.o.h.; sein Name bedeutet „flacher Gipfel“. Viele weitere Berge sind Bergrücken, die teilweise ganze Inseln wie Kalsoy und Kunoy bilden. Liegt ein Trogtal unter dem Meeresspiegel, ist es ein Fjord oder ein Sund. Im Sommer bleibt auf keinem Gipfel Schnee liegen, nur an wenigen dauerhaft schattigen Stellen. Ein Berg heißt auf Färöisch fjall (Mehrzahl: fjøll); die Berglandschaft heißt Fjall.

Steilküsten, Vogelberge und Felsformen

Die Steilküsten oder Kliffs der Färöer gehören zu den höchsten der Welt. Das Kap Enniberg auf Viðoy ist 754 Meter hoch und wird häufig als höchstes Seekliff der Welt angesehen; andere Quellen bezeichnen es zurückhaltender als das höchste Europas. Die Einordnung hängt davon ab, ob ein steiler Hang oder nur eine senkrechte Wand gemeint ist: Enniberg ist senkrecht. Wenn Senkrechtheit nicht als Kriterium gilt, zählt auch der Kunoyarnakkur an der Nordspitze Kunoys mit 819 m.o.h. zu den höchsten Kaps der Welt.

Mehrere hundert Meter hohe, lotrechte Wände liegen meist an West- und Nordküsten. Als Vogelberge, auf Färöisch fuglabjørg oder fuglaberg, sind sie Nistplätze für Seevögel. Im Färöischen wird zwischen fjall und berg unterschieden: Ein berg ist immer eine Steilküste.

Die Küste wird fortwährend von Brandung bis zu 50 Metern Höhe und von heftigen Winterstürmen angegriffen. Das Meer spült Grotten in den Fels. Trifft Brandung auf einen solchen Hohlraum, entsteht hoher Luftdruck, der mit dazu beiträgt, Gestein aus dem Fels zu sprengen. So entstehen Spalten und freistehende Klippen vor der Küste. Eine stumpfe Felssäule heißt stakkur, eine spitz zulaufende drangur. Auf einem großen stakkur können Schafe weiden.

Außerdem gibt es Holme und Schären. Ein Holm, färöisch hólmur, ist eine kleine Insel, wird aber nicht zu den 18 Inseln der Färöer gezählt. Kleine, flache und graslose Schären dienen beispielsweise Kegelrobben als Refugium.

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