Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Geographie Bulgariens

Die Republik Bulgarien liegt in Südosteuropa auf der Osthälfte der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden, vorwiegend entlang der Donau, an Rumänien, …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Lage und Landschaftsräume
  2. 2. Höhen, Flüsse, Seen und Inseln
  3. 3. Klima
  4. 4. Schutzgebiete und Parks
  5. 5. Staatsgebiet, Verwaltung und Städte

Lage und Landschaftsräume

Bulgarien liegt in Südosteuropa auf der Osthälfte der Balkanhalbinsel. Im Norden grenzt es – überwiegend entlang der Donau – an Rumänien, im Westen an Serbien und Nordmazedonien, im Süden an Griechenland und die Türkei und im Osten an das Schwarze Meer. Die Küste ist 354 Kilometer lang. Kulturell liegt das Land an einer Grenzlinie zwischen europäischen und orientalischen Einflüssen.

Das Balkangebirge, bulgarisch Stara Planina („Altes Gebirge“), teilt Bulgarien in die nördliche Donauebene und die südliche Oberthrakische Tiefebene. Von Norden nach Süden werden vier große Landschaftszonen unterschieden: die Nordbulgarische Platte südlich der Donau, das bis etwa 2300 Meter hohe Balkangebirge, das Mittelbulgarische Becken und die südliche Thrakische Gebirgskette mit Höhen bis 3000 Meter.

Im Südosten liegen Strandscha- und Sakar-Gebirge, im Süden die Rhodopen. Pirin und Rila bilden im Südwesten die höchsten Gebirge des Landes. Im Rila-Gebirge befindet sich das Kloster Rila. Weitere Landschaften sind der Sofioter Talkessel, das nördlich des Rila gelegene Witoscha-Gebirge sowie Osogowo und Belasiza an den Grenzen zu Nordmazedonien und Griechenland. Der geografische Mittelpunkt Bulgariens liegt bei Usana im Balkangebirge.

Nach Höhenstufen entfallen 34.858 km² beziehungsweise 31,42 % der Fläche auf Tiefebenen von 0 bis 200 Metern. Hügel zwischen 200 und 600 Metern nehmen 45.516 km² beziehungsweise 41,00 % ein. Kleinere Berge von 600 bis 1000 Metern bedecken 16.918 km² beziehungsweise 15,24 %, mittelhohe Berge von 1000 bis 1600 Metern 10.904 km² beziehungsweise 9,82 % und höhere Berge von 1600 bis 2925 Metern 2798 km² beziehungsweise 2,52 %.

Höhen, Flüsse, Seen und Inseln

Bulgarien hat eine Gesamtfläche von 110.910 km². Davon sind 110.550 km² Landfläche und 360 km² Meeresfläche im Schwarzen Meer. Der tiefste Punkt ist die Schwarzmeerküste auf null Metern. Der Musala im Rila-Gebirge ist mit 2925 Metern der höchste Berg Bulgariens und der gesamten Balkanhalbinsel. Der Wichren ist der höchste Gipfel des Pirin-Gebirges, der Botew der höchste des Balkangebirges.

Der längste Fluss Bulgariens ist die Donau, die auf knapp 500 Kilometern die Nordgrenze zu Rumänien bildet. Der längste vollständig im Land entspringende Fluss ist der 368 Kilometer lange Iskar. Weitere bedeutende Flüsse sind Mariza, Arda, Struma und Mesta.

Die Flüsse gehören zu drei Einzugsgebieten, also Gebieten, deren Wasser jeweils zu demselben Meer oder Hauptfluss abfließt. Nach Norden entwässern unter anderem Iskar, Ossam, Jantra und Timok in die Donau. Nach Osten fließen meist kleinere Flüsse wie Prowadijska, Kamtschija, Ropotamo, Weleka und Resowo ins Schwarze Meer. Mesta, Struma, Mariza und Tundscha fließen nach Süden zur Ägäis.

Wichtige Seen sind der Srebarna-See, der Dewnja-See und die Seen um Burgas: Atanasov-See, Burgas-See, Pomorie-See und Mandra-See. Der Burgas-See ist mit 27 km² der größte See des Landes. Bekannt sind außerdem die Sieben Seen im westlichen Rila-Gebirge. Bulgarien besitzt mehr als 600 warme und kalte Mineral- und Thermalquellen.

In der Donau und im Schwarzen Meer liegen zahlreiche kleine Inseln. Im Donauabschnitt zwischen Rumänien und Bulgarien gibt es 132 Inseln: 81 gehören zu Bulgarien und 51 zu Rumänien. Die drei größten bulgarischen Donauinseln sind Belene, Kosloduj und Wardim. Die größte bulgarische Schwarzmeerinsel ist Sweti Iwan; weitere sind Sweti Kirik i Julita, Sweta Anastasia und die Schlangeninsel.

Klima

Das Klima Bulgariens weist starke jahreszeitliche und regionale Unterschiede auf. Trotz der südlichen Lage können die Winter teilweise eisig kalt werden. Ursache ist das sibirische Kontinentalhoch, dessen Luftströmung mehrere Tage ununterbrochenen Dauerfrost bringen kann. Gelangen dagegen Luftmassen aus dem Mittelmeerraum ins Land, sind schnelle Temperaturanstiege möglich; im Februar können dann 20 °C erreicht werden.

Die Sommer sind allgemein heiß und recht trocken. Sie enden meist erst gegen Mitte September, wenn erstmals mehrere Tage hintereinander Temperaturen unter 20 °C auftreten. Der Herbst ähnelt häufig einem Altweibersommer. Ab Ende November können plötzliche Frosteinbrüche den kurzen, kalten Winter einleiten.

An der Schwarzmeerküste gibt es gewöhnlich nur wenige Tage mit Dauerfrost. In der Donauebene kann sich kalte Luft dagegen sammeln, weshalb dort deutlich mehr Dauerfrosttage auftreten. Im Sommer sammeln sich dort auch warme Luftmassen. Temperaturen bis 40 °C machen die Donauebene zur heißesten und am stärksten kontinental geprägten Region Bulgariens.

Schutzgebiete und Parks

Die drei Nationalparks Bulgariens bedecken zusammen 1920 km² beziehungsweise 1,73 % der Landesfläche. Der Nationalpark Zentralbalkan umfasst 71.670 Hektar in den mittleren und oberen Bereichen des zentralen Balkangebirges. Dort kommt mehr als die Hälfte aller bulgarischen Pflanzenarten vor; sein höchster Gipfel ist der 2376 Meter hohe Botew. Der Nationalpark Rila umfasst 81.000 Hektar, der Nationalpark Pirin 40.000 Hektar.

Bulgarien besitzt außerdem zehn Naturparks mit insgesamt 2891 km² beziehungsweise 2,6 % der Landesfläche. Dazu gehören Balgarka, Schumen-Plateau, Kloster Rila, Russenski Lom, Persina, Sinite Kamani, Strandscha, Witoscha, Wratschanski Balkan und Slatni Pjassazi. Der Naturpark Persina schützt vor allem die zahlreichen Donauinseln. Der Naturpark Strandscha umfasst mit 1161,36 km² fast das gesamte Strandscha-Gebirge und ist das größte Naturschutzgebiet Bulgariens. Er enthält die fünf Reservate Silkosija, Witanowo, Sredoka, Tisowica und Usunbodschak, das auch Lopuschna genannt wird.

Insgesamt gibt es in Bulgarien 55 Reservate. Davon wurden 1977 im Rahmen des UNESCO-Programms „Mensch und Biosphäre“ 16 Gebiete zum Schutz typischer Landschaften als Biosphärenreservate ausgewiesen.

Staatsgebiet, Verwaltung und Städte

Das bulgarische Staatsgebiet umfasst etwa 110.910 km²; die Bevölkerungsdichte beträgt 70 Einwohner je km². Die Landgrenzen sind insgesamt 1808 Kilometer lang. Davon entfallen 608 Kilometer auf Rumänien, darunter 470 Kilometer entlang der Donau, 318 Kilometer auf Serbien, 148 Kilometer auf Nordmazedonien, 494 Kilometer auf Griechenland und 240 Kilometer auf die Türkei.

Bulgarien ist ein Zentralstaat. Es ist in 28 Verwaltungsbezirke gegliedert, die auf Bulgarisch Oblast heißen. Diese bestehen aus insgesamt 266 Gemeinden, den sogenannten Obstinas. Die flächengrößte Oblast ist Burgas, die größte Gemeinde ist Sofia.

Bei den Einwohnerzahlen von Städten entstehen wegen unterschiedlicher Zählweisen abweichende Ergebnisse. Am 14. Dezember 2006 war Sofia sowohl die größte Gemeinde mit 1.332.029 Einwohnern als auch die größte Stadt mit 1.208.220 Einwohnern. Es folgten als Städte Plowdiw mit 377.425, Warna mit 346.565 und Burgas mit 213.096 Einwohnern. Die Differenz zwischen Stadt- und Gemeindezahlen zeigt sich beispielsweise bei Burgas: Die gleichnamige Gemeinde hatte 229.307 Einwohner. Zu den zehn größten Städten gehörten außerdem Russe, Stara Sagora, Plewen, Dobritsch, Sliwen und Schumen.

Weiterlesen