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Geosphäre
Damit umfasst sie Abschnitte von Lithosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre, die innerhalb des weltweiten Ökosystems liegen: Ökosphäre …
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Grundidee und uneinheitliche Verwendung
Eine Geosphäre bezeichnet meist eine Erdsphäre: ein Phänomen der Erde, das sich häufig schalenähnlich um den ganzen Himmelskörper legt. Der Begriff ist wichtig, weil er unterschiedliche Bereiche der Erde und ihrer Umwelt ordnen kann. Seine Bedeutung ist jedoch nicht einheitlich: Innerhalb von 150 Jahren entstanden mindestens zehn Definitionen; im deutschen Sprachraum werden heute noch fünf verwendet. Deshalb besteht keine Einigkeit über Inhalt, Ausdehnung und Umfang der Geosphäre.
Die wichtigsten noch verwendeten Bedeutungen gehen auf Stephen Pearl Andrews (1871), Pierre Teilhard de Chardin (1956), John Murray (1910), Hans Carol (1956) und Ernst Neef (1963) zurück.
Feste Erde als Geosphäre
Nach Stephen Pearl Andrews umfasst die feste Geosphäre alle Bestandteile des Planeten Erde aus festem Gestein sowie die darunter liegenden Bereiche. Dazu zählen Lithosphäre, Asthenosphäre, Mesosphäre, Barysphäre, Erdaußenkern und Erdinnenkern.
Die hier gemeinte geosphärische Mesosphäre ist nicht die gleichnamige Schicht der Atmosphäre. Sie bezeichnet die unteren Anteile des Erdmantels. Die Barysphäre wird in moderner Bedeutung als Synonym für den Erdkern verwendet.
Eine alternative, vollständig dichotome Gliederung ordnet Lithosphäre und Endosphäre, darunter Asthenosphäre und Zentrosphäre sowie Mesosphäre und Barysphäre. Diese Einteilung ist problematisch, weil auch Endosphäre als Bezeichnung einer Atmosphärenschicht verwendet wird und Zentrosphäre ein sehr alter, heute eher unüblicher Begriff ist.
Teilweise werden auch Böden (Pedosphäre) oder Böden zusammen mit gerade sedimentierenden Ablagerungen (Pedosphäre und Sedimentosphäre) zur festen Geosphäre gerechnet. Umgekehrt wird die Barysphäre manchmal ausgeschlossen. Die feste Geosphäre ist der vorherrschende Geosphäre-Begriff der System-Erde-Forschung.
Unbelebte Umwelt im Ökosystem
Die abiotische Geosphäre nach Pierre Teilhard de Chardin umfasst sämtliche unbelebten Teile des globalen Ökosystems, der Ökosphäre. „Abiotisch“ bedeutet unbelebt. Gemeint sind die Abschnitte von Lithosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre, die innerhalb des weltweiten Ökosystems liegen.
Der Aufbau lässt sich als globale Biozönose und ihre Geosphäre beschreiben: Die globale Biozönose ist die Lebensgemeinschaft; die Geosphäre umfasst den ökosphärischen Abschnitt der Lithosphäre, Hydrosphäre und Atmosphäre. Diese Bedeutung wird im International Geosphere-Biosphere Programme verwendet. Physiosphäre ist ein Synonym für die abiotische Geosphäre.
Gegenstand der geographischen Forschung
Hans Carols geographische Geosphäre soll das allgemeine Objekt geographischer Forschung im realen Erdraum verorten. Sie verbindet Bereiche der Anthroposphäre, also der vom Menschen geprägten Sphäre, mit Soziosphäre und Technosphäre sowie der Ökosphäre. Zu dieser gehören die globale Biozönose mit Phytosphäre und Zoosphäre und die Physiosphäre mit ökosphärischer Atmosphäre, Hydrosphäre sowie Reliefsphäre beziehungsweise ökosphärischer Lithosphäre, Pedosphäre oder Dekompositionssphäre im engeren Sinn.
Der Ansatz wurde früh widersprochen und etablierte sich international nicht; er wird nur selten noch in deutschsprachigen Publikationen verwendet.
Chorosphäre und Landschaftssphäre
Chorosphäre ist ein Synonym für die geographische Geosphäre. Ernst Winkler stellte diese Bezeichnung zu Beginn der 1960er Jahre vor, um das bereits vieldeutige Wort „Geosphäre“ zu vermeiden. Der Begriff fand jedoch keine große Anhängerschaft.
Die Landschaftssphäre besitzt eine sehr große Bedeutungsgleichheit mit der geographischen Geosphäre, unterscheidet sich aber in drei Punkten: Sie bezieht sich stärker auf die festländischen Teile der Erdoberfläche, während die geographische Geosphäre grundsätzlich auch die Hohe See einschließt. „Landschaftssphäre“ wird praktisch nicht in allgemeingeographischen Publikationen benutzt, sondern vor allem in der Landschaftsökologie. Als landscape sphere und ландшафтная сфера ist sie international verbreiteter als Carols Begriff.
Weitere moderne Bedeutungen
Nach John Murray (1910) sind Geosphären ein Kategorienbegriff für alle Erdsphären. Beispielsweise können Atmosphäre, Anthroposphäre, Dekompositionssphäre, Gravisphäre und Plasmasphäre jeweils Geosphären sein. Das Synonym zu diesen mehrzahligen Geosphären lautet Erdsphären.
Ernst Neefs raumdimensionale Geosphäre (1963) bezeichnet dagegen keine schalenartige Eigenschaft der Erde und somit keine Erdsphäre. Gemeint ist der globale Raum in seiner Gesamtheit als Perspektive wissenschaftlicher Betrachtung. Weniger missverständlich heißt dies sphärische Betrachtungsdimension, allgemeinverständlich globale Betrachtungsdimension.