Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Gebetsmühle

Gebetsmühlen erinnern an das Ingangsetzen des Rades der Lehre (dharmachakra) durch Buddha selbst und sollen Leseunkundigen Möglichkeiten zum Erwerb von …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundbedeutung und Funktion
  2. 2. Spirituelle Praxis
  3. 3. Entstehung und Verbreitung
  4. 4. Bauformen und Redewendung

Grundbedeutung und Funktion

Eine Gebetsmühle, auch Mani-Mühle oder Mani-Rad genannt, ist ein Rad oder eine Walze. Auf einer Papierrolle im Inneren stehen Gebete oder Mantras; alternativ ist die Außenseite mit solchen Texten verziert. Der tibetische Ausdruck lautet ma ni 'khor lo.

Gebetsmühlen erinnern an das Ingangsetzen des Rades der Lehre, des Dharmachakra, durch Buddha selbst. Nach buddhistischer Überzeugung sollen sie auch Menschen, die nicht lesen können, eine Möglichkeit zum Erwerb von positivem Karma eröffnen. Beim Drehen werden körperliche Aktivität und geistig-spirituelle Inhalte miteinander verbunden.

Spirituelle Praxis

Ein grundlegendes Ziel der Praxis ist es, alle Bereiche der Lebenswirklichkeit in den Weg zur Erleuchtung einzubeziehen. Dazu gehören auch einfache körperliche Handlungen wie das Drehen einer Gebetsmühle. Diese Verbindung von Alltagshandlung und spirituellem Weg ist eine grundlegende Methode des Vajrayana, einer buddhistischen Richtung.

Das Drehen soll gutes Karma anhäufen. Auf einer einfachen Stufe richtet die drehende Person den Wunsch darauf, dass alle in der Walze enthaltenen Mantras durch die Drehung zum Wohl der fühlenden Wesen wirken, deren Leid beseitigen und ihnen Glück bringen.

Eine weiterführende Praxis besteht darin, sich vorzustellen, dass die Mantras während des Drehens Licht zu allen fühlenden Wesen ausstrahlen. Dieses Licht soll ihr Leid beseitigen und schlechtes Karma auflösen.

Auf einer fortgeschrittenen, der höchsten Sichtweise des Buddhismus angenäherten Stufe konzentriert sich die Person darauf, dass der Drehende, die Handlung des Drehens, die Gebetsmühle und die enthaltenen Mantras und Gebete untrennbar von einer in ihrem Ursprung „nichtdualen Natur“ sind. In dieser Sichtweise ist letztlich alles eins.

Entstehung und Verbreitung

Der klassische indische Buddhismus sowie der ost- und südostasiatische Buddhismus kennen keine Gebetsmühlen. Sie tauchten erst nach der Ausbreitung der Lehre Buddhas im 4. bis 8. Jahrhundert nach Tibet beziehungsweise Ladakh auf. Die genaueren Ursprünge sind bislang nicht erforscht. Wahrscheinlich standen am Anfang kleine Handmühlen von Pilgermönchen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten Gebetsmühlen mit den tibetischen Flüchtlingen auch in den Norden Indiens.

Bauformen und Redewendung

Es gibt festinstallierte mittelgroße Gebetsmühlen an den Umgängen von Stupas. Sie können beim Umschreiten eines Stupa, dem sogenannten Pradakshina, in Bewegung gesetzt werden. An Tempelmauern sind solche Mühlen häufig geradlinig nebeneinander angeordnet.

Daneben wurden einzeln stehende riesige Gebetsmühlen und kleine Handmühlen entwickelt. Manche Gebetsmühlen werden durch menschliche Kraft bewegt, andere durch Wind- oder Wasserkraft angetrieben.

Aus dem langandauernden Drehen einer Gebetsmühle entstand das fast immer abwertend gebrauchte Adjektiv „gebetsmühlenartig“. Es bezeichnet das monotone und anhaltende Wiederholen eines Gedankens oder eines Sinnzusammenhangs.

Weiterlesen

Gebet Gebete werden in der Familie oder in der Religionsgemeinschaft tradiert und gelernt. Die bekanntesten Gebete sind im Judentum das Schma Jisrael und im … Dharmachakra ... Buddhismus das Symbol der von Buddha verkündeten Lehre. Die Speichen symbolisieren den achtfachen Pfad. Dharma-Rad Buddha mit Handgestus der … Buddha Ein Buddha hat, auch wenn er zugleich eine menschliche Existenz führt, Nirvana verwirklicht und ist damit nach buddhistischer Überzeugung nicht mehr an den … Karma Es gibt im Hinduismus einerseits den allgemein gültigen sadharanadharma, der die Pflichten eines jeden Individuums beinhaltet wie etwa Gewaltlosigkeit (ahimsa) … Buddhismus → Hauptartikel: Vier Edle Wahrheiten und Edler Achtfacher Pfad. Dharma (Sanskrit) bzw. Dhamma (Pali) bezeichnet im Buddhismus im Wesentlichen zweierlei: Die … Pilger Obwohl die Religion des Jainismus keinen Reliquienkult kennt, pilgern auch die Jainas nackt (Digambaras) oder in weißen Gewändern (Shvetambaras) in großer … Vajrayana Zentrale Elemente sind die Guru-Schüler-Beziehung, komplexe Rituale und Einweihungen, mit denen Lehren, Praktiken und Befugnisse übertragen werden. ... In … Stupa Im frühen Buddhismus wurden in einem Stupa Reliquien des Buddha und später von herausragenden Mönchen (arhats) aufbewahrt; so wurde er das rituelle Zentrum der … Pradakshina Das pradakshina ist ein wesentliches Element der buddhistischen und hinduistischen Religionsausübung. In geringerem Maße praktizieren auch die Jains diese Form …