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Gamersprache
Die Gamersprache ergänzt den üblichen Wortschatz des Netzjargons um computerspielspezifische Ausdrücke. Die Gamersprache hat sich vor allem durch die …
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Was Gamersprache ist
Gamersprache erweitert den Netzjargon um Ausdrücke, die besonders für Computerspiele wichtig sind. Sie entstand vor allem durch Kommunikation in Onlinespielen und ist stark von Anglizismen geprägt. Ihr Zweck ist, Informationen, Gefühle oder Hintergedanken wie Ironie schnell und knapp auszudrücken. Emoticons und Aktionsgrammatik mit Inflektiven können dabei fehlende Hinweise der gesprochenen Sprache teilweise ersetzen und Missverständnisse verringern.
Die Bedeutung eines Ausdrucks hängt oft vom Spielgenre und vom Kontext ab. Viele Begriffe gelten aber über mehrere Spiele hinweg. Manche Abkürzungen haben mehrere Bedeutungen, etwa „fps“ für frames per second („Bilder pro Sekunde“) oder FPS für First-Person Shooter („Ego-Shooter“).
Schnelle Kommunikation im Spiel
Online-Spiele bieten meist Text- oder Sprachchats. Weil Schreiben die Konzentration und Kontrolle über das Spiel kurzfristig beeinträchtigen kann, nutzen erfahrene Spieler kurze, allgemein verständliche Abkürzungen. Auch im Sprachchat hilft ein spezielles Vokabular, Teammitglieder schnell zu informieren.
Groß- und Kleinschreibung spielt bei den Abkürzungen fast immer keine Rolle; Kleinschreibung spart Zeit. In einer deutschen Spielgemeinschaft können sorgfältige Groß- und Kleinschreibung, Grammatik und Rechtschreibung im Chat befremdend oder hochgestochen wirken. Es gibt sowohl spielübergreifende Wörter als auch Ausdrücke, die nur für ein bestimmtes Spiel gelten.
Typische Kurzsignale sind „+“ für Zustimmung oder Bejahung und „-“ für das Gegenteil. „+n“ nennt die noch benötigte Zahl an Spielern, etwa bedeutet „+1“, dass noch ein Spieler zum Start fehlt; „+1“ kann außerdem Zustimmung im Sinn von „eine weitere Person mit derselben Meinung“ ausdrücken. „1v1“ steht für eins gegen eins, während „nvs.n“, „nvn“ oder „nonn“ das Zahlenverhältnis gegnerischer Teams angeben.
Spielmechaniken und Rollen
Viele Begriffe beschreiben Figuren, Werte und Handlungen. Ein NPC (Non Player Character) ist eine von künstlicher Intelligenz kontrollierte Nicht-Spieler-Figur; ein Bot kann eine computergesteuerte Spielfigur oder ein externes Programm sein, das Aufgaben übernimmt. Ein Item ist ein sammelbarer und meist nutzbarer Gegenstand, Loot die Beute besiegter Gegner oder aus Truhen. „Drop“ bezeichnet das Fallenlassen eines Items oder die so erhaltene Beute.
In Rollen- und MMORPGs (Massively Multiplayer Online Role-Playing Games) sind Rollen wichtig: Ein Tank zieht durch Aggro die Angriffe von Gegnern auf sich, damit andere sicher angreifen können. Damagedealer (dd) sind auf hohen Schaden spezialisiert; Healer heilen. Buffs erhöhen Eigenschaften vorübergehend, Debuffs senken sie. Ein Cooldown (cd) ist die Wartezeit, bis eine Aktion wieder verfügbar ist. DoT bedeutet damage over time: Schaden tritt über Zeit in Intervallen auf; HoT bedeutet entsprechende Heilung. DPS (damage per second) ist ein Vergleichswert aus Schaden und Angriffsgeschwindigkeit. HP sind hit points beziehungsweise health points.
Ein Build oder eine Skillung ist die Verteilung von Talenten und Fähigkeiten einer Figur; ein Respec verändert diese Ausrichtung. Erfahrungspunkte heißen ep, exp oder xp, und „leveln“ bedeutet, den Charakter auf höhere Erfahrungsstufen zu bringen. Farmen meint das wiederholte Sammeln von Gegenständen, Geld oder Erfahrung, Grinden vor allem das längere Besiegen ähnlicher Gegner für Erfahrungspunkte. Crafting ist die Verarbeitung sammelbarer Rohstoffe zu Gegenständen. Ein Dungeon ist meist ein feindgefülltes Raum- und Gängesystem mit Endboss; ein Raid ist eine gemeinsame Aktion mehrerer Spieler gegen besonders schwere Gegner oder Aufgaben.
Taktik, Spielphasen und Modi
In Echtzeit-Strategiespielen (RTS) bezeichnet Economy oder Eco die Ressourcenproduktion. Eine Build Order (BO) legt fest, in welcher Reihenfolge Gebäude, Einheiten und Forschung entstehen. „Exen“ bedeutet, mit einer zusätzlichen Basis neue Ressourcenquellen zu sichern; die nächstgelegene erste Erweiterung heißt Natural. Frühphase, Mittelphase und spätere Phase heißen Early Game, Mid Game und Endgame. Macromanagement umfasst Überblick, Koordination vieler Einheiten und Ressourcenmanagement; Micromanagement ist der besonders präzise Einsatz weniger Einheiten.
Wichtige Eröffnungsstrategien sind Rush, Boom und Turteln. Ein Rush ist ein früher Überraschungsangriff. Beim Boom werden anfängliche Ressourcen überwiegend in die Wirtschaft investiert, um später technisch stärkere Einheiten zu produzieren; nach dem Schere-Stein-Papier-Prinzip schlägt Boom Turteln, wird aber von Rush geschlagen. Turteln bedeutet, sich stark einzuigeln und zu verteidigen. All-In bündelt alle Kräfte zum entscheidenden Angriff und lässt die eigene Basis sowie häufig die Ökonomie unbewacht; misslingt er, folgt meist die Niederlage. Scouting ist das Ausspähen gegnerischer Taktiken.
PvP bedeutet Player versus Player, also menschliche Spieler gegeneinander; PvE beziehungsweise PvM meint Kämpfe gegen Umgebung, Monster oder NPCs. In PvPvE kommen beide Elemente zusammen. MOBA steht für Multiplayer Online Battle Arena. Häufige Spielmodi sind Deathmatch, Team Deathmatch (TDM), Free for All (ffa), Capture the Flag (CTF) und Search and Destroy (S&D). Bei CTF muss die gegnerische Flagge zur eigenen Basis gebracht werden. Im Deathmatch steigen Spieler nach dem Tod sofort wieder ein.
In Ego-Shootern gehören Aim, Headshot, Frag und Spawn zum Grundwortschatz. Ein Frag ist das virtuelle Töten eines Mitspielers, ein Headshot ein Kopfschuss. Der Spawn ist der Wiedereinstiegspunkt nach dem Tod; Spawnkill bedeutet, Spieler unmittelbar nach dem Wiedereinstieg zu töten. Die Kill-Ratio beziehungsweise KD/KDR ist der Quotient aus Kills und Deaths: Bei 20 Abschüssen und 10 Toden lautet sie 20:10 beziehungsweise 2:1. Die KD kann auch als Prozentwert erscheinen, etwa 10/5 = 200 %; bei x/0 ist diese Berechnung nicht möglich.
Fairness, Technik und Umgang im Chat
Die Gamersprache benennt auch Regelverstöße und als unfair geltendes Verhalten. Cheater verschaffen sich mit Cheats einen unfairen Vorteil, etwa durch Aimbot, Wallhack, Maphack, Killaura, God Mode oder Noclip-Modus. Glitching ist das Ausnutzen von Spielfehlern; Dupen ist das unerlaubte Duplizieren virtueller Gegenstände. Ghosten und Stream Sniping verschaffen Informationen über Gegner, obwohl sie eigentlich verborgen sein sollten. Smurfen meint die Nutzung eines Zweit- oder Drittaccounts, oft gegen schwächere Gegner; Multiaccounts können einen unfairen Ressourcenvorteil liefern. Ein Ban sperrt einen Spieler, ein tempban oder timeban zeitweise, ein permban dauerhaft; Kick und Votekick entfernen Spieler vom Server.
Auch technische Probleme haben feste Namen: Lag ist eine Verzögerung durch Netzwerk- oder Leistungsprobleme, packet loss ein Paketverlust. Ein dc oder Disconnect ist ein Verbindungsabbruch; ein ctd (crash to desktop) beendet das Spiel ungewollt zur Betriebssystemoberfläche. Ein Freeze ist ein Standbild, ein Framedrop ein kurzfristiger Einbruch der Bildausgabe. FPS als frames per second bezeichnet die Zahl angezeigter Einzelbilder pro Sekunde; 30 fps bedeuten nur durchschnittlich alle 33 1/3 ms ein Bild, nicht zwingend gleichmäßige Abstände.
Chatkürzel können Anerkennung, Planung oder Kritik ausdrücken: „gg“ heißt good game und wird meist am Matchende geschrieben, „gl hf“ bedeutet good luck, have fun, „gj“, „wp“ und „gz“ loben oder beglückwünschen. „omw“ heißt on my way und kündigt Hilfe an, „inc“ warnt vor nahenden Gegnern, „ff“ kann Aufgabe bedeuten. Ausdrücke wie flamen, toxic, bm, rage quit, camper, griefer oder noob bewerten Verhalten oft negativ. Manche aufgeführten Begriffe sind ausdrücklich Beleidigungen oder vulgäre Ausdrücke; sie sind daher nicht für einen respektvollen Umgang geeignet.