Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Gabriella Hauch

Gabriella Hauch (* 18. Juli 1959 in Salzburg) ist eine österreichische Historikerin und Professorin für Geschichte der Neuzeit mit dem Schwerpunkt Frauen- …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Profil und wissenschaftliche Bedeutung
  2. 2. Ausbildung und akademische Laufbahn
  3. 3. Wissenschaftliche Funktionen und Herausgeberschaft
  4. 4. Zentrale Veröffentlichungen
  5. 5. Auszeichnungen

Profil und wissenschaftliche Bedeutung

Gabriella Hauch (* 18. Juli 1959 in Salzburg) ist eine österreichische Historikerin und Professorin für Geschichte der Neuzeit. Ihr Schwerpunkt ist die Frauen- und Geschlechtergeschichte, also die historische Untersuchung der Lebensbedingungen, Handlungsmöglichkeiten und gesellschaftlichen Rollen von Frauen sowie der Bedeutung von Geschlecht.

Ihre Forschung behandelt vor allem die Frauen- und Geschlechtergeschichte Europas seit der Französischen Revolution, das Verhältnis von Geschlecht und Nationalsozialismus sowie Frauen und Politik in Österreich von 1848 bis 1938. Damit untersucht sie unter anderem politische Beteiligung, Frauenwahlrecht, Revolution, parlamentarische Arbeit und Zwangsarbeit.

Ausbildung und akademische Laufbahn

Hauch studierte von 1977 bis 1984 Deutsche Philologie und Geschichte für das Lehramt an der Universität Salzburg. Ihre Magisterarbeit in Philologie behandelte die Schriftstellerin Irmgard Keun; ihre geschichtswissenschaftliche Arbeit beschäftigte sich mit Frauen in der Revolution von 1848.

1990 promovierte sie zur Dr. phil. mit der Dissertation „Affirmation und Widerstand. Frauenleben im Wiener Vormärz und der Revolution 1848“. Der Wiener Vormärz bezeichnet hier die Zeit vor der Revolution von 1848. An der Universität Linz habilitierte sie sich mit der Arbeit „Vom Frauenstandpunkt aus. Frauen im Parlament 1919–1933“. Darin untersuchte sie die Geschichte des österreichischen Frauenwahlrechts, das nach dem Ende des Ersten Weltkriegs und der Monarchie in der neuen Republik eingeführt worden war. 1996 erhielt sie die venia docendi, also die Lehrbefugnis, für Neuere Geschichte und Zeitgeschichte.

1997/98 vertrat sie eine Professur am Institut für Geschichte der Universität Innsbruck. 2001 wurde sie Gründungsprofessorin des gesamtuniversitären Instituts für Frauen- und Geschlechterforschung an der Johannes Kepler Universität Linz und leitete dieses Institut bis 2011. Von 2001 bis 2004 war sie außerdem Co-Leiterin des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Gesellschafts- und Kulturgeschichte Linz-Graz-Salzburg. Im September 2011 wurde sie als Nachfolgerin von Edith Saurer Professorin für Geschichte der Neuzeit/Frauen- und Geschlechtergeschichte an der Universität Wien.

Wissenschaftliche Funktionen und Herausgeberschaft

Von 1999 bis 2005 war Hauch Präsidentin der International Conference of Labour and Social History (ITH); seit 2006 gehört sie deren wissenschaftlichem Beirat an. Sie ist Mitherausgeberin der „Österreichischen Zeitschrift für Geschichtswissenschaften“ und seit 2012 der Zeitschrift „L’Homme“. Außerdem wirkt sie an wissenschaftlichen Reihen des StudienVerlags und des Campus Verlags mit.

Zu den von ihr mit herausgegebenen Büchern zählen „Vom ‚Reich der Freiheit‘. Liberalismus, Republik, Demokratie 1848–1998“ (1999), „Populismus in Österreich und Frankreich. Ideologie, Politik und Praxis“ (2002), „Industrie und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus“ (2003), „Liebe und Widerstand. Ambivalenzen historischer Geschlechterbeziehungen“ (2005), „Frauen- und Geschlechtergeschichte des Nationalsozialismus“ (2007) und „Epochenschwellen“ (2014).

Zentrale Veröffentlichungen

Hauchs Veröffentlichungen spiegeln ihre wichtigsten Forschungsthemen wider. „Frau Biedermeier auf den Barrikaden. Frauenleben in der Wiener Revolution 1848“ erschien 1990. „Vom Frauenstandpunkt aus. Frauen im Parlament 1919 bis 1933“ folgte 1995. „Frauen bewegen Politik. Österreich 1848–1938“ erschien 2009 und 2010 in zweiter Auflage. Mit „Frauen.Leben.Linz. Eine Frauen- und Geschlechtergeschichte im 19. und 20. Jahrhundert“ legte sie 2013 eine regionalgeschichtliche Untersuchung vor.

Weitere Arbeiten behandeln Frauen zwischen Autonomie, Zustimmung und Parteidisziplin im Spanischen Bürgerkrieg 1936–1939 sowie die NS-Zwangsarbeit am Linzer Standort der Hermann Göring AG Berlin von 1938 bis 1945. Der 2001 gemeinsam mit Christian Gonsa und weiteren Beteiligten verfasste Band trägt den Titel „Zwangs- und SklavenarbeiterInnen“.

Auszeichnungen

Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt Hauch mehrere Auszeichnungen: 1986 den Theodor-Körner-Preis als Förderpreis, 1992 den Käthe-Leichter-Preis für Frauen- und Geschlechtergeschichte, 2012 den Wiener Frauenpreis für Geschichtswissenschaft und 2014 den Gabriele-Possanner-Staatspreis für ihre wissenschaftlichen Leistungen in Forschung und Lehre. Es folgten 2016 der Frauenring-Preis, 2020 der Preis der Stadt Wien für Geisteswissenschaften und 2023 der Kulturpreis des Landes Oberösterreich für Kultur- und Geisteswissenschaft.

Weiterlesen