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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Freedom Ride

Freedom Ride (englisch für Freiheits-Fahrt) ist die Bezeichnung einer Widerstandsform, die aus der Bürgerrechtsbewegung der Vereinigten Staaten entstand.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Erste Fahrt 1961
  3. 3. Fortsetzung durch Studenten
  4. 4. Politische Lage und Folgen
  5. 5. Gedenken und Darstellung
  6. 6. Dokumentarfilm

Grundidee und Bedeutung

Freedom Ride (englisch für „Freiheits-Fahrt“) bezeichnet eine Widerstandsform aus der Bürgerrechtsbewegung der Vereinigten Staaten. Die Teilnehmer, die Freedom Riders („Freiheits-Fahrer“), fuhren in Überlandbussen in die Südstaaten. Ihr Ziel war es, die Umsetzung einer Entscheidung des Supreme Court zu prüfen und notfalls einzuklagen. Diese Entscheidung mit der Fundstelle 364 U.S. 454 aus dem Jahr 1960 verbot Rassentrennung in öffentlichen Verkehrsmitteln, Gaststätten und Wartesälen.

Die Aktionen waren Teil des gewaltfreien Widerstands. Die Freedom Rider verpflichteten sich vor der Fahrt zur Gewaltfreiheit, rechneten aber mit Verhaftungen, Angriffen und Unruhen. Ihre Fahrten machten die weiterhin bestehende Rassentrennung und die Gewalt gegen Bürgerrechtler in den Südstaaten öffentlich sichtbar. Sie lenkten zunächst die Aufmerksamkeit vieler Amerikaner und später der Weltöffentlichkeit auf das Problem.

Erste Fahrt 1961

Der erste Freedom Ride verließ Washington, D.C. am 4. Mai 1961 mit Ziel New Orleans. Beteiligt waren sieben schwarze und sechs weiße Fahrgäste in Greyhound- und Trailways-Bussen. Die Taktik bestand darin, gemischt zu sitzen; mindestens ein schwarzer Teilnehmer sollte im vorderen, für Weiße reservierten Bereich sitzen. Durch Virginia, North Carolina und Georgia verlief die Fahrt zunächst mit kleineren Schwierigkeiten.

Am 14. Mai 1961 wurden die Busse vor Anniston, Alabama, von einem Mob angegriffen. Ein Bus wurde in Brand gesteckt. Der Mob versuchte, die Türen geschlossen zu halten, um die Insassen im Bus verbrennen zu lassen. Nach der Explosion des Fahrzeugtanks konnten die Fahrgäste fliehen, wurden aber erneut angegriffen. Warnschüsse eines Polizisten der Highway Patrol verhinderten ein Lynchen. Später wurden verletzte Freedom Rider aus dem lokalen Krankenhaus um 2 Uhr nachts hinausgebracht, weil das Personal Angriffe des Mobs fürchtete. Pastor Fred Shuttlesworth organisierte Autos, mit denen die Verletzten in Sicherheit gebracht wurden.

Als die Trailways-Busse Birmingham, Alabama, erreichten, griffen Mitglieder des Ku-Klux-Klans die Teilnehmer an. Unter Anordnung und Mithilfe des Polizeikommissars Bull Connor wurden Freedom Rider mit Baseballschlägern, Eisenstangen und Fahrradketten zusammengeschlagen. Besonders weiße Teilnehmer wurden abgesondert und verprügelt. Weil Busfahrer aus Angst die Weiterfahrt verweigerten und auch andere Transporte nicht zustande kamen, wollten die verbliebenen Teilnehmer nach New Orleans fliegen. Dies gelang erst nach Bombendrohungen und Angriffen am Flughafen.

Fortsetzung durch Studenten

Nach den Angriffen versuchten zehn Studenten, den Freedom Ride fortzusetzen. Sie fuhren am 17. Mai 1961 nach Birmingham, wo Bull Connor sie verhaften ließ. Zwei Tage später fuhren weitere Freedom Rider unter Angriffen des Ku-Klux-Klans in Richtung Montgomery, Alabama. Die unter Druck der US-Regierung anwesende Highway Patrol verließ den Konvoi am Stadtrand. Danach wurden die Teilnehmer erneut schwer angegriffen, während die örtliche Polizei die Ausschreitungen zuließ.

In der Nacht auf den 21. Mai wurde die First Baptist Church von Pastor Ralph Abernathy angegriffen. In der Kirche waren 1.500 Sympathisanten versammelt, und Martin Luther King, Jr. hielt dort eine Rede. Gouverneur John Malcolm Patterson setzte zum Schutz die Nationalgarde ein, nachdem die Regierung Kennedy gedroht hatte, Bundeseinheiten zu schicken.

Am 22. Mai erreichten die Freedom Rider Montgomery. Am 24. Mai fuhren sie weiter Richtung Mississippi. Die Bundesregierung und die Gouverneure von Alabama und Mississippi vereinbarten, dass Nationalgarde und Staatspolizei die Fahrt schützen sollten. Die Bundesregierung sollte jedoch nicht einschreiten, wenn Teilnehmer wegen Verstößen gegen Segregationsgesetze verhaftet würden. Solche Verhaftungen hätten gegen Bundesgesetz verstoßen. In Jackson wurden die Teilnehmer, darunter William Sloane Coffin, beim Versuch, das Busdepot zu betreten, verhaftet.

Politische Lage und Folgen

Von führender politischer Seite erhielten die Freedom Rides zunächst kaum Unterstützung. Präsident John F. Kennedy war für sein außenpolitisches Programm auf Stimmen von Kongressmitgliedern aus den Südstaaten angewiesen und vermied es deshalb, Bürgerrechte aktiv in den Mittelpunkt zu stellen. Gegenüber dem Bürgerrechts-Anwalt Harris Wofford sagte Kennedy im Zusammenhang mit den Freedom Riders: „Können Sie Ihre gottverdammten Freunde nicht davon abhalten, in diese Busse zu steigen? Die sollen das abblasen. Sagen Sie Ihnen das!“

Teilnehmer der Freedom Rides wurden teilweise wegen unbefugten Betretens (trespassing), ungesetzmäßiger Versammlung und Verstößen gegen staatliche oder örtliche Gesetze verhaftet. Zwischen Juni und September 1961 fanden etwa sechzig weitere Fahrten statt. Allein in Jackson gab es über dreihundert Verhaftungen. Trotz Gewalt und Verhaftungen stärkten die Aktionen die Bürgerrechtsbewegung, weil sie den Widerspruch zwischen Bundesrecht und rassistischer Praxis in den Südstaaten sichtbar machten.

Gedenken und Darstellung

Die Bezeichnung Freedom Ride wurde auch außerhalb der USA aufgegriffen. Studenten der Universität Sydney führten vom 12. bis 26. Februar 1965 in Australien gewaltfreie Aktionen durch, die sie ebenfalls Freedom Ride nannten. Sie richteten sich gegen die Rassendiskriminierung von Aborigines in abgelegenen Orten im Bundesstaat New South Wales.

An die Freedom Rider wird in verschiedenen Formen erinnert. Der Song He Was My Brother von Simon and Garfunkel behandelt die Freedom Rider. In Anniston wurde das Freedom Riders National Monument errichtet. Im Film Son of the South aus dem Jahr 2020 wird die Arbeit der Freedom Riders in einigen Szenen dargestellt.

Dokumentarfilm

Ein Dokumentarfilm zum Thema ist Freedom Riders: Helden gegen Rassismus. Die 114-minütige Filmdokumentation stammt von Stanley Nelson und wurde 2010 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht.

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