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Fiertés – Mut zur Liebe
Die Serie erstreckt sich über drei Jahrzehnte, wobei die gesellschaftlichen Ansichten über Homosexualität und AIDS im Mittelpunkt stehen. Die drei Jahre 1981, …
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Überblick
Fiertés – Mut zur Liebe (Originaltitel: Fiertés) ist eine französische Drama-Miniserie mit drei je 50 Minuten langen Episoden. Sie wurde am 3. Mai 2018 bei Arte erstmals ausgestrahlt, auch deutschsprachig. Die Idee stammt von Philippe Faucon, der die Drehbücher gemeinsam mit José Caltagirone und Niels Rahou schrieb.
Die Serie verfolgt Victor und sein Umfeld in den Jahren 1981, 1999 und 2013. Im Mittelpunkt stehen gesellschaftliche Einstellungen zu Homosexualität und AIDS sowie wichtige Schritte zur rechtlichen Gleichstellung der LGBT-Gemeinschaft in Frankreich. Der Titel bezieht sich auf den Marche des fiertés, den „Marsch der Stolzen“, der dem deutschen Christopher Street Day entspricht.
Victors erste Liebe und Ausgrenzung
1981 ist Victor 17 Jahre alt und arbeitet auf der Baustelle seines Vaters Charles. Dort lernt er Sélim kennen, den gleichaltrigen Sohn des Vorarbeiters Sofiane. Victor ist zwar mit Aurélie zusammen, fühlt sich jedoch zu Sélim hingezogen. Nachdem beide Zärtlichkeiten austauschen und Charles sie beobachtet, reagiert dieser ablehnend: Er entlässt Sélim und informiert dessen Vater über Victors Homosexualität.
Die Beziehung der Jugendlichen zerbricht. Victor wird in der Schule gemobbt und ausgegrenzt. Einsam besucht er einen beliebten Treffpunkt für Homosexuelle und begegnet dort Serge, der etwas älter ist; beide werden ein Paar. Als zeitgeschichtliches Ereignis nennt die Folge die Wahl François Mitterrands zum Präsidenten. Dadurch wurde das Schutzalter für homosexuelle Paare auf 15 Jahre gleichgestellt.
Familie, HIV und Adoption
1999 arbeitet Victor als Architekt und lebt weiterhin mit Serge zusammen. Bei Serge wurde eine HIV-Infektion diagnostiziert. Er arbeitet für einen LGBT-Verein, der junge Homosexuelle wie Basile unterstützt. Victor und Serge sind mit Aurélie befreundet und kümmern sich gelegentlich um ihre Tochter Emma.
Bei Victors erstem Bauprojekt begegnet er Sélim wieder. Sélim ist inzwischen Vorarbeiter, mit Farah verheiratet und Vater von zwei Kindern. Die frühere Liebe lebt erneut auf; beide beginnen eine Affäre. Sélim beendet sie jedoch, weil er seine Familie nicht verlieren möchte.
Victor beantragt die Adoption eines Kindes. Da Anträge homosexueller Männer praktisch immer abgelehnt werden, verschweigt er der Sozialarbeiterin Serge und behauptet, alleinstehend zu sein. Charles soll dies gegenüber der Sozialarbeiterin nicht verraten, hält sich aber nicht daran. Der Antrag ist dadurch gefährdet. Farah hilft Victor schließlich über ihre Verbindung zu einer Stadträtin, verlangt jedoch, dass Victor und Sélim sich nie wieder treffen. Als wichtiges Ereignis wird die Einführung des Zivilen Solidaritätspaktes genannt.
Gleichgeschlechtliche Ehe und Verlust
2013 besucht Diegos, Victors mexikanischer Adoptivsohn, ein Lycée und bereitet sich auf die Abiturprüfungen vor. Sein Mitschüler Paul beleidigt ihn homophob und rassistisch. Nach einer Prügelei droht Diego der Schulverweis. Victor kritisiert, dass sein Sohn Konflikte nicht gewaltfrei lösen kann; Serge versucht zu vermitteln und unterstützt Diego. Diego besucht heimlich seinen verwitweten Großvater Charles, obwohl Victor weiterhin wütend auf ihn ist.
Diego verliebt sich in die Jura-Studentin Noémie, Pauls Schwester. Trotz der schwierigen Ausgangslage werden sie ein Paar. Serge und Diego demonstrieren beim Marche des fiertés für die gleichgeschlechtliche Ehe. Noémie, die aus einem konservativen Elternhaus stammt, unterstützt die Gleichstellung und nimmt ebenfalls teil. Victor wird bei der Demonstration von Gegnern schwer verletzt.
Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus beschließen Victor und Serge zu heiraten. Serge stirbt jedoch vor der Eheschließung an den Folgen seiner AIDS-Erkrankung. Weil Victor ihm versprochen hat, nach dessen Tod nach vorn zu blicken, verabredet er sich mit Pio zum Abendessen. Als Ereignis wird die Einführung der gleichgeschlechtlichen Ehe in Frankreich genannt.