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Fatah al-Intifada
Fatah al-Intifada (arabisch فتح الإنتفاضة , DMG Fatḥ al-Intifāḍa ‚Fatah-Aufstand') ist eine militante palästinensische Gruppierung, die durch Oberst Said …
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Einordnung und Selbstverständnis
Fatah al-Intifada ist eine militante palästinensische Gruppierung. Gegründet wurde sie von Oberst Said al-Muragha, der unter dem Namen Abu Musa bekannt ist. Deshalb wird sie auch als Organisation Abu Musa bezeichnet. Die Gruppierung nennt sich selbst Palestinian National Liberation Movement – „Fatah“ und verwendet damit denselben Namen wie die bekannte Fatah-Bewegung. Sie ist jedoch nicht Bestandteil der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO).
Die Organisation entstand aus einer Abspaltung von der Fatah und wurde mit syrischer Unterstützung aufgebaut. Ihre politische und militärische Entwicklung war eng mit Syrien, den palästinensischen Flüchtlingslagern in Syrien und Libanon sowie den Konflikten innerhalb der palästinensischen Bewegung verbunden.
Abspaltung und Aufstieg im Libanon
Die Abspaltung erfolgte 1983 während des Libanesischen Bürgerkriegs, an dem auch die PLO beteiligt war. Auslöser waren Differenzen zwischen Abu Musa und Jassir Arafat, unter anderem über militärische Entscheidungen und politische Korruption. Außerdem waren Kämpfer von Arafats Rolle in der Fatah und in der PLO enttäuscht und schlossen sich der neuen Gruppierung an.
Die Rivalität hatte auch eine politische Seite. Fatah al-Intifada nahm eine Position links von der ansonsten apolitischen Fatah ein und verwendete sozialistische Formulierungen. Abu Musa vertrat die Auffassung, der Libanesische Bürgerkrieg sei kein konfessionell begründeter Konflikt, sondern eine Form des Klassenkampfes.
Syrien unterstützte Abu Musas Streitkräfte bei ihren Angriffen auf Arafat und dessen Anhänger in der Fatah. Andere radikale Organisationen der PLO hielten sich als Teil der Ablehnungsfront von diesen Kämpfen fern. Die Auseinandersetzungen verursachten auf beiden Seiten schwere Verluste. Gleichzeitig konnte Syrien seinen Einfluss auf die von Palästinensern gehaltenen Gebiete des Libanon ausweiten. Fatah al-Intifada geriet bald unter die Vorherrschaft der syrischen Armee und wurde deshalb weitgehend als Marionettenorganisation angesehen.
Krieg in den Flüchtlingslagern und spätere Entwicklung
Von 1985 bis 1988 war Fatah al-Intifada am Krieg in den Flüchtlingslagern beteiligt. Ziel dieses von Syrien unterstützten Vorgehens war es, die PLO aus ihren Stützpunkten in den Flüchtlingslagern zu vertreiben. Unterstützt wurde es unter anderem von der schiitischen Miliz Amal und palästinensischen Gruppierungen der Ablehnungsfront.
Zu den beteiligten, von Damaskus kontrollierten oder beeinflussten Gruppen gehörten neben Fatah al-Intifada die Volksfront zur Befreiung Palästinas – Generalkommando (PFLP-GC), as-Sa'iqa, Amal, die syrische Palästinensische Befreiungsarmee (PLA) und Teile der Palästinensischen Befreiungsfront (PLF). Durch diese gemeinsamen Anstrengungen wurde die PLO in der zweiten Hälfte der 1980er-Jahre aus dem Libanon herausgedrängt.
Fatah al-Intifada war zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend auf die Rolle eines kleinen militärischen Stellvertreters Syriens reduziert. Die Gruppierung besaß nur wenige oder gar keine eigenen Entscheidungsbefugnisse. In den späten 1980er-Jahren kam es kurzzeitig zu einer Wiederannäherung an Arafats Fatah. Wegen ihrer Ablehnung des Oslo-Friedensprozesses und der traditionell schlechten Beziehungen zwischen der PLO und dem syrischen Präsidenten Hafiz al-Assad konnte sie jedoch keine feste Stellung in der palästinensischen Politik der Gegenwart gewinnen.
Die Organisation blieb eine Minderheitengruppierung in palästinensischen Flüchtlingslagern in Syrien und Libanon. Im Libanon konnte sie sich unter dem Schutz der syrischen Anwesenheit bis zur Zedernrevolution im Jahr 2005 halten. Außerhalb Syriens und Libanons hatte sie wenig oder gar keinen Einfluss; in den Palästinensergebieten gibt es keine offizielle Vertretung. Im Spätherbst 2006 spaltete sich die radikal-islamische Gruppierung Fatah al-Islam von ihr ab.
Führung und militante Aktivitäten
Abu Musa zog sich in den 1990er-Jahren von der Führung zurück. Generalsekretär ist Abu Chalid al-Umla. Abu Fadi Hammad fungiert als regionaler Generalsekretär für Libanon.
Während der 1980er-Jahre führte Fatah al-Intifada verschiedene Angriffe auf Israel durch. Diese richteten sich auch gegen Zivilisten. Seit kurz vor dem Beginn des Oslo-Friedensprozesses im Jahr 1993 hat die Gruppierung jedoch keine weiteren Angriffe ausgeführt.