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Fairness
Mathematik. Bearbeiten. In der Mathematik beschreibt der Begriff „fair“ ein Glücksspiel, bei dem der zu erwartende Gewinn 0 ist. Das heißt, dass man weder …
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Grundidee von Fairness
Fairness bezeichnet eine nicht gesetzlich geregelte Vorstellung von Gerechtigkeit. Im Deutschen lässt sich Fairness mit akzeptierter Gerechtigkeit, Angemessenheit oder Anständigkeit gleichsetzen.
Allgemein bedeutet Fairness anständiges Verhalten sowie eine gerechte und ehrliche Haltung gegenüber anderen Menschen. Wichtig ist dabei, dass die Beteiligten gleiche Bedingungen haben und sich auf gemeinsame Regeln oder Erwartungen verständigen. Regeln der Fairness beruhen also auf Konsens: Die Beteiligten akzeptieren, was als gerecht, angemessen und anständig gilt.
In Spiel und Sport zeigt sich Fairness besonders deutlich: Wer fair handelt, hält sich an die Spielregeln, wahrt Anstand und lässt Gerechtigkeit gelten.
Fairness in Philosophie, Psychologie und Informatik
In der Philosophie ist Fairness besonders mit John Rawls verbunden. Er entwickelte eine Theorie der Gerechtigkeit als Fairness. Diese Idee wurde nicht nur in der philosophischen Diskussion, sondern auch darüber hinaus stark beachtet.
In der Psychologischen Diagnostik ist Fairness ein Gütekriterium, also ein Maßstab zur Beurteilung der Qualität psychologisch-diagnostischer Verfahren. Nach dem Testkuratorium der Föderation Deutscher Psychologenvereinigungen erfüllt ein Verfahren das Gütekriterium Fairness, wenn seine Ergebnisse nicht auf systematische Diskriminierung bestimmter Personen zurückzuführen sind. Solche Diskriminierung kann zum Beispiel mit ethnischer, soziokultureller oder geschlechtsspezifischer Gruppenzugehörigkeit zusammenhängen.
In der Informatik spielt Fairness vor allem beim Scheduling eine Rolle. Scheduling bedeutet, dass ein Betriebssystem entscheidet, welcher rechenbereite Prozess zu welchem Zeitpunkt Rechenzeit auf den CPUs erhält. Der Prozess-Scheduler soll die verfügbare Rechenzeit in fairer Weise auf die Prozesse verteilen. Dabei unterscheidet man schwache, starke und universell starke Fairness.
In Computernetzen meint Fairness den gleichberechtigten und gleichmäßigen Zugriff aller Teilnehmer eines Netzwerks auf die vorhandenen Netzwerkressourcen.
Fairness in der Mathematik
In der Mathematik beschreibt „fair“ ein Glücksspiel, bei dem der zu erwartende Gewinn 0 ist. Das bedeutet: Man erwartet weder Gewinn noch Verlust. Die erwartete Auszahlung ist also gleich dem Einsatz.
Der zu erwartende Gewinn wird berechnet, indem man für jedes mögliche Ergebnis den Gewinn oder Verlust mit der Wahrscheinlichkeit dieses Ergebnisses multipliziert und anschließend alle Werte addiert. Wenn die Summe 0 ergibt, ist das Spiel mathematisch fair.
Für Glücksspielbetreiber ist ein vollkommen faires Spiel keine wirtschaftliche Grundlage. Auch ihre Verdiensterwartung läge dann bei null, obwohl sie Unkosten haben. Deshalb spielen solche Spiele im Glücksspielbetrieb keine Rolle. Spiele, bei denen die Gewinne nur wenig geringer als die Einsätze sind, gelten bereits als besonders fair. Als Beispiel nennt der Artikel das Roulettespiel.
Fairness im Recht
Im materiellen Recht hängt davon, was als fair gelten kann, vom Rechtsverhältnis zwischen den Beteiligten ab. Entscheidend ist insbesondere, ob die Beteiligten die Bindung aus freier Entscheidung eingehen und sie auch wieder kündigen oder auf andere Weise rechtlich beenden können.
Wenn das nicht möglich ist, handelt es sich um ein Rechtsverhältnis des öffentlichen Rechts. Andernfalls liegt ein zivilrechtliches Rechtsverhältnis vor. Bei zivilrechtlichen Rechtsverhältnissen hängen die Maßstäbe der Fairness außerdem davon ab, ob die Beteiligten Verbraucher oder Unternehmer sind.
Wichtig ist auch, dass Unbeteiligte, die Allgemeinheit oder künftige Generationen nicht mit Nachteilen belastet werden, mit denen eigentlich die Beteiligten selbst zurechtkommen müssten. Der Artikel nennt dies das Verbot unethischer Externalisierung.
Unterschiedliche Maßstäbe gelten je nach Art des Rechtsverhältnisses: Bei Koordinationsverhältnissen, die auf einen gemeinsamen Zweck gerichtet sind, sind Gesellschaftsverträge der Hauptfall. Bei Transaktionsverhältnissen, also Rechtsverhältnissen des Leistungsaustauschs, sind Kaufverträge der Hauptfall. Bei Subordinationsverhältnissen ist ein Beteiligter den Weisungen des anderen untergeordnet; Hauptfall sind Arbeitsverträge von Arbeitnehmern und Scheinselbständigen.
Im Prozessrecht gibt es als besondere Ausprägung des Rechtsstaatsprinzips den Grundsatz des fairen Verfahrens, englisch fair trial. Dieser Grundsatz wurde aus dem angelsächsischen Raum übernommen.
Fair Play im Sport
Im Sport hat Fairness eine besonders große Bedeutung und wird oft als Fair Play bezeichnet. Sie zeigt sich in sportlichen Wettkämpfen darin, dass Sportler sich bemühen, die Regeln konsequent und bewusst einzuhalten.
Das gilt auch unter erschwerten Bedingungen. Zum Fair-Play-Gedanken gehört außerdem, den Gegner nicht nur als Konkurrenten, sondern als Menschen und Mitbewerber zu achten.