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Ensemble Sortisatio
Das Ensemble Sortisatio ist ein deutsches Ensemble für zeitgenössische Musik. Es spielt in der Besetzung Walter Klingner (Oboe und Englisch Horn), …
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Profil und Bedeutung
Das Ensemble Sortisatio ist ein deutsches Ensemble für zeitgenössische Musik und wurde 1992 in Leipzig gegründet. Zur festen Besetzung gehören Walter Klingner an Oboe und Englisch Horn, Axel Andrae am Fagott, Matthias Sannemüller an der Bratsche und Thomas Blumenthal an der Gitarre.
Die ungewöhnliche Kombination dieser vier Instrumente prägt das Ensemble. Sein Repertoire reicht von Werken der klassischen Moderne bis zur Neuen Musik. Dem Ensemble wurden über 100 Werke gewidmet; außerdem führte es zahlreiche Kompositionen bedeutender Komponisten erstmals auf.
Geschichte und Konzerttätigkeit
Das Ensemble wurde auf Initiative des Bratschisten Matthias Sannemüller gegründet. Angeregt wurden die Musiker durch den Komponisten Reiner Bredemeyer. Der Name Sortisatio bezieht sich auf einen musiktheoretischen Begriff und verweist zugleich auf die als zufällig oder außergewöhnlich wahrnehmbare Instrumentenkombination.
1996 debütierte das Ensemble beim 9. Festival Zeit für Neue Musik unter der künstlerischen Leitung von Helmut Bieler im Steingraeber-Haus der Klavierfabrik Steingraeber in Bayreuth. Danach folgten Auftritte unter anderem in Bitterfeld, Rotta und Weimar. Es konzertierte bei den Leipziger Rathauskonzerten, beim Sächsischen Musikbund, beim MDR-Musiksommer, im Museum Gunzenhauser, in der Konzerthalle St.-Ulrich-Kirche Halle, in der Neuen Residenz Halle, im Salzburger Barockmuseum, im Kunstmuseum Winterthur und im Hindemith-Musikzentrum.
Regelmäßig war Sortisatio bei den Hallischen Musiktagen und bei Konzerten des Forums Zeitgenössischer Musik Leipzig vertreten. Auf Einladung von Chan Wing-wah und der Hong Kong Composers’ Guild nahm das Ensemble 2009 an der Musicarama teil und spielte im Theater der Hong Kong City Hall. Es arbeitete außerdem mit Künstlern und Dirigenten wie Christian Sprenger, Gerd Domhardt, Thomas Buchholz, Irmela Boßler und David Petersen zusammen.
Im Rahmen des Klee-Projekts mit der Komponistengruppe Groupe Lacroix entstand die CD 8 Pieces on Paul Klee. Danach gab das Ensemble Konzerte in der Schweiz und in Liechtenstein, unter anderem im Kunstmuseum Bern, im Kunstmuseum Liechtenstein in Vaduz, in der Französischen Kirche Bern und im Kunstmuseum Winterthur. Hinzu kamen kooperative Lesungen mit Alexander Klee, einem Enkel des Malers Paul Klee. Die CD A Portrait entstand unter anderem gemeinsam mit dem MDR-Sinfonieorchester unter der Leitung von Fabio Luisi. Konzerte des Ensembles wurden bei Österreich1, RTHK Radio 4, MDR Figaro und SRG SSR idée suisse übertragen.
Ausgewählte Uraufführungen
Zu den vom Ensemble übernommenen Uraufführungen gehören Lethal Injection von Helmut Oehring, Stockend Fließend von Steffen Schleiermacher, ...ulaume... von Wolf-Günter Leidel, Apparationen VI von Thomas Christoph Heyde, wechselnd, verwoben, zuzeiten gelassen I von Michael Flade und Danse oubliee von Thomas Böttger. Außerdem führte das Ensemble Werke der sächsischen Komponisten Volkmar Leimert, Thomas Stöß und Manfred Weiss erstmals auf.
Beim Konzert im Theater der Hong Kong City Hall wurden Floß von Hui Cheung-wai, Reflection on Klee’s Ancient Sound von Stephen Yip, When a Golden Fish is Morphing into Squares von Pang Chun-ting und Vibrissae von Ada Lai uraufgeführt.
2008 wirkte Sortisatio beim Festival L’art pour l’Aar an Uraufführungen von Wie Kraut und Rüben von Max E. Keller, Alter Klang von Nils Günther, Grenzen des Verstandes von Andor Losonczy, Bach für Viola von Jean-Luc Darbellay, Klee-Impressionen von Hans Eugen Frischknecht, Katz und Vogel von Andrés Maupoint und Oriental Garden von Chan Wing-wah mit.
Kompositionen für das Ensemble
Die Auswahl der für Sortisatio geschriebenen oder mit dem Ensemble verbundenen Werke zeigt die stilistische Breite seines Repertoires. Dazu zählen Aspekte zu Mozart von Michael Stöckigt, Quartett-Stücke 7 und Leipzig ein und Leipzig von Reiner Bredemeyer, Drei Essays von Gerd Sannemüller, Drei Blicke von Pēteris Vasks, Quartetto und Sozusagen von Jean-Luc Darbellay sowie Szenen für Ensemble von Helmut Bieler.
Weitere Beispiele sind Sortisatio I von Jean-Louis Petit, Besessenes Mädchen von Thüring Bräm, N-gl von John Wolf Brennan, In between Piece for 3 players von Christian Wolff, For 3 voices von John Cage, Quartett und Stockend Fließend von Steffen Schleiermacher, die Stille, die Zeichen von Antoine Beuger, Consort-Sonate und Kommen und Gehen von Karl Ottomar Treibmann, quartetto da capo von Christian Münch und Orpheus: Fragmente III von Gerd Domhardt.
Zum Repertoire gehören außerdem Lethal Injektion und dersu von Helmut Oehring, Triptychon von Günter Neubert, Hommage für Marc Chagall von Werner Thielemann, Fluxion 111 von Thomas Buchholz, Proteus von Thomas Müller, Grüne Inseln von Willi Vogl, Ansichtennetz von Thomas Christoph Heyde, Crossover von Péter Kőszeghy und quattro balli sorteggiati von Caspar René Hirschfeld. Als Uraufführungen sind in der Auswahl unter anderem Danse oubliee, Shark Turtle Ray von Michael Schneider, Wie der Klee vierblättrig wurde: Quartett von Marianne Schroeder und Trauernd von Alfons Karl Zwicker gekennzeichnet.
Diskografie
Die veröffentlichte Diskografie umfasst drei genannte Produktionen:
- 2003: 8 Pieces on Paul Klee mit Werken der Groupe Lacroix, Creative Works Records.
- 2004: Ensemble Sortisatio, Label Querstand, eine MDR-Produktion.
- 2009: A Portrait mit Werken von Jean-Luc Darbellay und unter Mitwirkung des Ensembles Sortisatio, Claves Records/The Orchard.