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Ambient
Ambient ist ein Musikgenre mit Einflüssen aus elektronischer, elektroakustischer und akustischer Musik, das durch ruhige, atmosphärische Klangflächen …
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Grundidee und Merkmale
Ambient ist ein Musikgenre mit Einflüssen aus elektronischer, elektroakustischer und akustischer Musik. Kennzeichnend sind ruhige, atmosphärische Klangflächen. Im Mittelpunkt steht die Raumwirkung der Klänge, nicht eine konventionelle musikalische Struktur wie Strophe und Refrain.
Rhythmus und Perkussion treten meist zurück oder fehlen ganz. Sie können als subtile Perkussionstexturen, Arpeggien (gebrochene Akkorde) oder rhythmisch eingesetzte Melodie- und Bassverläufe vorkommen. Stücke sind häufig langsam und lang, entwickeln sich gemächlich und gehen ineinander über. Räumliche Effekte, Soundscapes (Klanglandschaften) und Field Recordings (Aufnahmen von Geräuschen aus der Umgebung) sind wichtige Gestaltungsmittel. Eingesetzt werden unter anderem elektronische Orgeln beziehungsweise Keyboards, Blasinstrumente, Naturgeräusche, Sprache und Gesang.
Entstehung und Brian Eno
Als Vorläufer gelten Ideen des Futurismus: Francesco Balilla Pratella setzte sich 1911 in einem technischen Manifest für Atonalität und irreguläre Rhythmik ein. Luigi Russolo kündigte 1913 in L'arte dei rumori die Geräuschkunst als Musik der Zukunft an und gilt als Wegbereiter der synthetischen Musik. Erik Saties 1920 komponierte „Musik als Möbel“ (Musique d’ameublement, furniture music) kann als Frühform von Ambient angesehen werden.
Als Begründer des Ambient gilt Brian Eno, früheres Mitglied von Roxy Music. Er prägte den Stil mit dem Album Ambient 1: Music for Airports. Dieses war als Musik für öffentliche Gebäude wie Flughäfen gedacht: Sie sollte Durchreisende und Wartende angenehm und interessant begleiten, auch wenn das Album während einer langen Wartezeit mehrfach hintereinander läuft.
Als bedeutende Vertreter werden Brian Eno, Harold Budd, Geir Jenssen, Thomas Köner, Bill Laswell, Pete Namlook, Oöphoi, Robert Rich und Steve Roach genannt. Durch die COVID-19-Pandemie und die zunehmende Nutzung von Streamingplattformen etablierte sich Ambient-Musik stärker im Mainstream.
Verwandte Richtungen
Die Grenzen zwischen Ambient und anderen Richtungen elektronischer Musik sind fließend. Verwandt ist Muzak, die unter anderem in Fahrstühlen, Kaufhäusern, Hotels und manchen Arbeitsumgebungen eingesetzt wird und manchmal „Fahrstuhlmusik“ heißt. Ebenfalls verwandt ist Space Music; als bekanntester Vertreter wird der Amerikaner Jonn Serrie genannt.
Dark Ambient versucht besonders dunkle und düstere Atmosphären zu erzeugen und wird manchmal als Ambient-Subgenre eingeordnet. Viele seiner Künstler haben jedoch vor allem Wurzeln im Industrial-Umfeld. Illbient ist ein verwandtes Genre, das besonders durch DJ Spooky bekannt wurde. Einige Vertreter des Black Metal veränderten ihren Stil zu (Dark) Ambient oder kombinierten beide Stile, etwa Burzum, Darkspace und Vinterriket.
Ambient entstand als Gegenentwurf zu vordergrundorientierten Ausdrucksformen von Pop- und Rockmusik. Heute kommen Ambient-Elemente jedoch zunehmend im Mainstream vor, beispielsweise im Ambient Pop.
Live improvisierter Ambient
Ambient kann neben Studio-Kompositionen auch live improvisiert entstehen. Diese Formen ähneln Live-Elektronik in der elektroakustischen Musik sowie Jamsessions im Jazz und Rock. Die Beteiligten spielen dabei in wechselnder Besetzung ohne feste Rollenverteilung und entwickeln die Klänge gemeinsam.
Im Vordergrund stehen Klangflächen, Texturen und atmosphärische Soundscapes. Eine formale Struktur wird nicht vorher festgelegt.