Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Drive (Musik)

In der Rhythmusgruppe kann der Drive beispielsweise von dem den Grundschlag vorantreibenden Schlagzeuger erzeugt werden, während die Melodiegruppe durch das zu …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Begriff und Grundidee
  2. 2. Entstehung und musikalische Mittel
  3. 3. Drive in der Rockmusik

Begriff und Grundidee

Drive bezeichnet im Jazz, in der afroamerikanischen Popmusik und in der Rockmusik ein subjektiv empfundenes Schnellerwerden des Tempos, obwohl das objektive Tempo konstant bleibt. Es entsteht ein jagender, vorwärtstreibender Eindruck. Teilweise wird Drive auch einfacher als „rhythmische Intensität“ verstanden.

Drive ist ein scheinbares Accelerando, also eine wahrgenommene Tempobeschleunigung ohne tatsächliche Beschleunigung. Eine formal aus dem Notenbild ersichtliche Tempobeschleunigung ist dagegen kein Drive, sondern ein Tempo- oder Akzentwechsel. Die Wahrnehmung von Drive gilt als „durch musikalische Sozialisation erworbene psychische Qualität“ und setzt entsprechende Hörerfahrungen voraus.

Entstehung und musikalische Mittel

Das formale Tempo eines Musikstücks kann durch Taktart, Notenwerte oder Pausen beeinflusst werden. Drive entsteht hingegen nicht aus dem Notenblatt, sondern aus der Spielweise der Interpretinnen und Interpreten. Entscheidend sind vor allem Energie und Triebkraft, häufig die eines Solisten.

Der Drive entwickelte sich aus der rhythmischen Spannung und Intensität des Swing sowie aus Nuancen von Dynamik, Artikulation und Akzentuierung. Obwohl die Musiker unbeirrbar im gleichen Tempo spielen, kann ein deutliches Wachsen des Tempos spürbar werden. Besonders stark wirkt der Drive, wenn Musiker zeitlich leicht „verschoben“ spielen und Töne geringfügig zu früh hervorbringen.

Sowohl die Rhythmusgruppe als auch die Melodiegruppe können Drive erzeugen. In der Rhythmusgruppe kann etwa ein Schlagzeuger den Grundschlag vorantreiben. Die Melodiegruppe kann durch das zu frühe Anspielen von Tönen beitragen. Bei einem Solisten wird Drive als „Manifestation des persönlichen Magnetismus“ beschrieben.

Drive in der Rockmusik

Die Rockmusik übernahm den Begriff aus dem Jazz. Dort bezeichnet Drive vor allem „das Durchhalten oder gar Steigern der Spannung“. Diese Aufgabe übernimmt meist die Rhythmusgruppe. Ein federnder Rhythmus sowie eine größere Dichte oder Verdichtung der musikalischen Ereignisse können Drive erzeugen, sofern das Zeitmaß und die ursprüngliche Lautstärke streng beibehalten werden. Besonders der Schlagzeuger gilt als treibende Kraft.

Auch der Offbeat von Sängerinnen und Sängern kann im Rhythm and Blues, im Soul, in weiteren Gattungen der Popmusik und im Rock wesentlich zum Drive beitragen. Durch das „zu früh“ des Offbeats entsteht die Empfindung einer Beschleunigung. Diese Wahrnehmung prägt den Bewegungscharakter vieler Stücke.

Weiterlesen

Jazz Der Jazz wird im Hinblick auf seine künstlerische Bedeutung häufig als amerikanisches Pendant zur klassischen europäischen Musik verstanden. Darüber hinaus hat … Popmusik Popmusik (englisch pop music), kurz Pop, ist ein Genre der populären Musik, das Mitte der 1950er-Jahre in den USA und im Vereinigten Königreich entstand. Rockmusik Rockmusik, kurz auch Rock, dient als Oberbegriff für Musikrichtungen, die sich seit Ende der 1960er Jahre aus der Vermischung des Rock 'n' Roll der späten … Tempo (Musik) Zur genaueren Fixierung der Tempi erfand Johann Nepomuk Mälzel um 1815 das Metronom, mit dem der Grundschlag hör- und sichtbar gemacht werden konnte. Die … Rhythmus (Musik) Der Grundschlag unterteilt in der Musik die dahinfließende Zeit durch gleichmäßige (akustische) Impulse, den Grundschlag oder auch Puls. Der Grundschlag … Takt (Musik) Der Takt (die Taktart) eines Stückes beschreibt in der Regel ein Muster gleicher Grundschläge und Zählzeiten, wodurch die grundlegende zeitliche Struktur des … Notenwert Ein Notenwert ist die Darstellung der Tondauer einer Note in der Notenschrift. Die Ableitung der absoluten Dauer eines Tons kann nur in Verbindung mit einer … Ostinato Ein Ostinato (lateinisch obstinatus, hartnäckig, eigensinnig) ist in der Musik eine sich stetig wiederholende musikalische Figur, sei es eine Melodie, … Dynamik (Musik) Häufig sind musikalische Akzente in Form von speziellen Zeichen; hierbei am geläufigsten sind > für marcato („akzentuiert“, „betont“) und ^ für martellato … Agogik (Musik) Agogik (Musik). Kunst der Veränderung des Tempos ... Die künstlerisch bedingten Tempoveränderungen können einhergehen mit den Änderungen der Dynamik. Swing (Rhythmus) Der Swing (englisch für „Schwingen“) ist ein fließender, „schwingender“ Rhythmus, der besonders im Jazz verwendet wird. Diese Rhythmik gehört zu den … Akzent (Musik) Ein Akzent (entlehnt von lateinisch accentus) ist eine Betonung (englisch accent bzw. emphasis) und in der musikalischen Notation auch eine Vortragsanweisung, …