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Drive (Musik)
In der Rhythmusgruppe kann der Drive beispielsweise von dem den Grundschlag vorantreibenden Schlagzeuger erzeugt werden, während die Melodiegruppe durch das zu …
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Begriff und Grundidee
Drive bezeichnet im Jazz, in der afroamerikanischen Popmusik und in der Rockmusik ein subjektiv empfundenes Schnellerwerden des Tempos, obwohl das objektive Tempo konstant bleibt. Es entsteht ein jagender, vorwärtstreibender Eindruck. Teilweise wird Drive auch einfacher als „rhythmische Intensität“ verstanden.
Drive ist ein scheinbares Accelerando, also eine wahrgenommene Tempobeschleunigung ohne tatsächliche Beschleunigung. Eine formal aus dem Notenbild ersichtliche Tempobeschleunigung ist dagegen kein Drive, sondern ein Tempo- oder Akzentwechsel. Die Wahrnehmung von Drive gilt als „durch musikalische Sozialisation erworbene psychische Qualität“ und setzt entsprechende Hörerfahrungen voraus.
Entstehung und musikalische Mittel
Das formale Tempo eines Musikstücks kann durch Taktart, Notenwerte oder Pausen beeinflusst werden. Drive entsteht hingegen nicht aus dem Notenblatt, sondern aus der Spielweise der Interpretinnen und Interpreten. Entscheidend sind vor allem Energie und Triebkraft, häufig die eines Solisten.
Der Drive entwickelte sich aus der rhythmischen Spannung und Intensität des Swing sowie aus Nuancen von Dynamik, Artikulation und Akzentuierung. Obwohl die Musiker unbeirrbar im gleichen Tempo spielen, kann ein deutliches Wachsen des Tempos spürbar werden. Besonders stark wirkt der Drive, wenn Musiker zeitlich leicht „verschoben“ spielen und Töne geringfügig zu früh hervorbringen.
Sowohl die Rhythmusgruppe als auch die Melodiegruppe können Drive erzeugen. In der Rhythmusgruppe kann etwa ein Schlagzeuger den Grundschlag vorantreiben. Die Melodiegruppe kann durch das zu frühe Anspielen von Tönen beitragen. Bei einem Solisten wird Drive als „Manifestation des persönlichen Magnetismus“ beschrieben.
Drive in der Rockmusik
Die Rockmusik übernahm den Begriff aus dem Jazz. Dort bezeichnet Drive vor allem „das Durchhalten oder gar Steigern der Spannung“. Diese Aufgabe übernimmt meist die Rhythmusgruppe. Ein federnder Rhythmus sowie eine größere Dichte oder Verdichtung der musikalischen Ereignisse können Drive erzeugen, sofern das Zeitmaß und die ursprüngliche Lautstärke streng beibehalten werden. Besonders der Schlagzeuger gilt als treibende Kraft.
Auch der Offbeat von Sängerinnen und Sängern kann im Rhythm and Blues, im Soul, in weiteren Gattungen der Popmusik und im Rock wesentlich zum Drive beitragen. Durch das „zu früh“ des Offbeats entsteht die Empfindung einer Beschleunigung. Diese Wahrnehmung prägt den Bewegungscharakter vieler Stücke.