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Die Himmel rühmen
Pianissimo und Terzverwandtschaft beim Einsatz der zweiten Textstrophe). Seine Komposition erlangte im 19. Jahrhundert große Popularität und wurde vielfach …
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Werk und Bedeutung
„Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ ist der Beginn des Gedichts „Die Ehre Gottes aus der Natur“ von Christian Fürchtegott Gellert. Es erschien erstmals 1757 in der Sammlung „Geistliche Oden und Lieder“. Bekannt wurde der Text besonders durch Ludwig van Beethovens Vertonung für Singstimme und Klavier. Sie trägt die Werknummer Opus 48,4 und ist das vierte Stück des 1803 komponierten Liederzyklus „Sechs Lieder von Gellert“.
Gedanklicher Inhalt
In den ersten beiden Strophen greift Gellert Psalm 19,2–6 auf. Himmel, Sterne, Sonne, Erde und Meere erscheinen als Zeugnisse für Gottes Größe. Das Gedicht fordert den Menschen auf, die Natur wahrzunehmen und in ihren Wundern eine Botschaft über den Schöpfer zu erkennen.
Diese Gedanken folgen der Natürlichen Theologie: Von der Größe, Ordnung, Weisheit und Kraft der Schöpfung wird auf die Größe und Anbetungswürdigkeit des Schöpfers geschlossen. Die späteren Strophen fragen, durch wen alle Wesen und selbst der kleinste Staub entstanden sind. Gott antwortet darin als Schöpfer, dem Himmel und Erde gehören. Er beschreibt sich als ewig, als Vater, Weisheit, Güte, Ordnung und Heil. Der Mensch soll ihm vertrauen, ihn von ganzem Herzen lieben und an seiner Gnade teilhaben.
Poetischer Aufbau
Das Gedicht besteht aus sechs Strophen und folgt, bis auf eine Abweichung, einer streng eingehaltenen Form. Sämtliche Verse sind jambische Vierheber, besitzen also vier betonte Silben, denen in der Grundform jeweils eine unbetonte Silbe vorausgeht. Weibliche und männliche Reime wechseln sich ab: Ein weiblicher Reim endet auf eine unbetonte, ein männlicher auf eine betonte Silbe.
Die erste und dritte Zeile jeder Strophe sind erweitert. Nach der zweiten und dritten Hebung stehen jeweils zwei Senkungen, also zwei unbetonte Silben, statt einer. Dadurch haben diese Zeilen elf statt neun Silben. Das metrische Schema lautet für die längeren Zeilen „◡—◡—◡◡—◡◡—◡“ und für die kürzeren Zeilen „◡—◡—◡—◡—“.
Beethovens Vertonung
Beethoven vertonte nur die ersten beiden der sechs Strophen. Er verwendete keine wiederholte Strophenmusik, sondern gestaltete das Lied als nicht-strophischen Gesamtablauf. Zur musikalischen Wirkung dienen dynamische Kontraste, große Intervalle, Unisono-Passagen – bei denen mehrere Stimmen oder Instrumente dieselbe Melodie spielen – und harmonische Wechsel. Beim Beginn der zweiten Textstrophe setzt Beethoven beispielsweise Pianissimo, also eine sehr leise Lautstärke, und eine Terzverwandtschaft zwischen Tonarten ein.
Verbreitung und Bearbeitungen
Beethovens Komposition wurde im 19. Jahrhundert sehr populär und häufig für Chöre bearbeitet. Weil die Vertonung nur zwei Strophen umfasst, ergänzten Bearbeiter teilweise weitere Texte. Bei der Enthüllung des Maximilian-Denkmals in München im Jahr 1875 wurden zusätzliche Strophen Gellerts angepasst unterlegt.
Eine andere Möglichkeit war das Hinzudichten neuer Strophen. Joseph Dantonello (1891–1945) schuf eine Bearbeitung für vierstimmigen gemischten Chor, Orgel und Orchester. Sie enthält zwei ergänzte Textstrophen von Sebastian Wieser (1879–1937).