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DWS Group
Greenwashing. Bearbeiten. Im August 2021 berichteten die Medien, die amerikanische Börsenaufsicht SEC ermittle gegen die DWS wegen des Verdachts auf …
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Überblick
Die DWS Group GmbH & Co. KGaA ist ein börsennotierter Vermögensverwalter mit Sitz in Frankfurt am Main und gehört mehrheitlich zur Deutschen Bank. Ein Vermögensverwalter legt Geld für private und institutionelle Kunden an, zum Beispiel in Fonds. Die DWS wurde 1956 gegründet und verwaltet nach Artikelangabe 1.093 Mrd. Euro an Vermögen (Stand: 31. März 2026). Zum 31. Dezember 2024 waren es über 1.012 Mrd. Euro.
Das Unternehmen arbeitet international, unter anderem mit Standorten in London, New York und Hongkong. Es nutzt die Marke DWS als globale Dachmarke und für aktiv gemanagte Investmentfonds. Für passiv verwaltete, börsengehandelte Fonds verwendet es die Marke Xtrackers. Alternative Anlagen, zum Beispiel Immobilien- und Infrastrukturfonds, werden unter anderem mit der Marke RREEF verbunden.
Die DWS Group hat die Rechtsform GmbH & Co. KGaA. CEO und Vorsitzender der Geschäftsführung ist Stefan Hoops. Aufsichtsratsvorsitzender ist Oliver Behrens. Weitere Mitglieder der Geschäftsführung sind unter anderem Karin Kuder, Manfred Bauer, Dirk Görgen, Rafael Otero und Vincenzo Vedda.
Entwicklung des Unternehmens
Die DWS wurde am 22. Mai 1956 in Hamburg als „Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen“ gegründet. Sie bot zunächst aktiv gemanagte Fonds an. Zum Gründungskonsortium gehörten mehrere Banken und Unternehmen; die Deutsche Bank hielt von Anfang an 30 Prozent. Seit 1956 ist sie damit Miteigentümerin der DWS.
Im Jahr 2004 schied das Bankhaus Hauck & Aufhäuser Privatbankiers aus. Danach war die DWS vollständig im Besitz der Deutschen Bank. Am 10. Januar 2007 führte die Deutsche Bank die ETF-Plattform db X-trackers ein. Am 7. April 2009 übernahm die DWS die Fondsverwaltung von RREEF.
Am 12. September 2012 kündigte die Deutsche Bank die Division „Deutsche Asset & Wealth Management“ an und integrierte die DWS vollständig. Gleichzeitig wurden passiv gemanagte Produkte und Mandate, also X-trackers, in diese Einheit übertragen. Der Name DWS blieb für das deutsche Retail-Geschäft erhalten.
Am 17. März 2016 wurden Asset Management und Wealth Management wieder getrennt; die Vermögensverwaltung hieß nun Deutsche Asset Management. Am 5. Dezember 2017 wurde DWS als globale Dachmarke angekündigt, die ab Ende des ersten Quartals 2018 genutzt werden sollte. 2018 wurde die Markenumstellung abgeschlossen.
Im März 2018 beteiligte sich der japanische Lebensversicherer Nippon Life mit 5 Prozent an der DWS. Beide Unternehmen vereinbarten eine strategische Partnerschaft, die 2023 verlängert wurde. Am 16. März 2026 unterzeichnete DWA laut Artikel eine Vereinbarung zum Erwerb einer 40-Prozent-Beteiligung an Nippon Life India AIF Management.
Produkte und Geschäftsfelder
Die DWS Group bietet aktiv und passiv gemanagte Fondsprodukte sowie alternative Anlagen an. Aktiv gemanagte Fonds werden von Fondsmanagern gesteuert, die Anlageentscheidungen treffen. Passiv gemanagte Fonds bilden meist einen Index nach, zum Beispiel in Form von Exchange Traded Funds, kurz ETFs. ETFs sind börsengehandelte Fonds.
Im Geschäft mit aktiv gemanagten Wertpapierfonds verwaltete die DWS Group Ende des vierten Quartals 2024 ein Volumen von 548 Milliarden Euro. Diese Publikums- und Spezialfonds investieren in Anleihen, Aktien, Multi-Asset und Liquidität. Zu den genannten Fonds gehören DWS Top Dividende LD, DWS Concept Kaldemorgen, DWS ESG Akkumula, DWS Aktien Strategie Deutschland, DWS Deutschland und DWS Investa, heute DWS ESG Investa LD. Im Zusammenhang mit der Wirecard-Insolvenz im Juni 2020 erlitt die DWS Verluste und möchte 600 Millionen Euro wieder einklagen.
Im passiven Geschäft bietet die DWS unter dem Namen Xtrackers by DWS ETFs, Exchange-traded Commodities (ETCs), systematische Fonds und institutionelle passive Mandate an. Exchange-traded Commodities sind börsengehandelte Produkte auf Rohstoffe. Ende des zweiten Quartals 2025 lag das verwaltete Vermögen in passiven Investments bei 244,91 Milliarden Euro. Xtrackers ist damit in Europa der drittgrößte Anbieter von börsengehandelten Fonds und der größte deutsche Anbieter. Das ETF-Geschäft begann 2007 bei der Deutschen Bank mit synthetisch replizierenden ETFs; inzwischen wird der Großteil des ETF-Vermögens physisch repliziert.
Börsengang und Kennzahlen
Die Deutsche Bank kündigte am 5. März 2017 an, den Börsengang ihres Vermögensverwalters innerhalb von 24 Monaten durchzuführen. Der Börsengang der DWS Group an der Frankfurter Wertpapierbörse fand am 23. März 2018 statt. Medienberichte schätzten das Emissionsvolumen vorab auf rund 2 Mrd. Euro. Die Deutsche Bank platzierte 22,25 Prozent der Aktien am Markt statt der geplanten 25 Prozent. Der Emissionspreis lag bei 32,50 Euro je Aktie; daraus ergab sich zur Börsennotierung eine Marktkapitalisierung von 6,5 Mrd. Euro.
Die Aktie startete im Prime Standard der Deutschen Börse. Am 20. Juni 2018 wurde sie in den SDAX aufgenommen. Zum 24. März 2025 stieg die DWS Group in den MDAX auf.
Im Jahr 2024 erzielte die DWS Group Erträge von 2,8 Milliarden Euro, nach 2,6 Milliarden Euro im Jahr 2023. Die Nettomittelzuflüsse lagen 2024 bei 26 Milliarden Euro, nach 28 Milliarden Euro im Vorjahr. Das Vorsteuerergebnis betrug 2024 951 Millionen Euro nach 777 Millionen Euro im Vorjahr. Zum Jahresende 2024 verwaltete die DWS 1.012 Milliarden Euro, nach 896 Milliarden Euro Ende 2023. Im Jahresabschluss 2023 wurden außerdem ein Umsatz von 2,6 Milliarden Euro, ein Gewinn vor Steuern von 937 Millionen Euro und rund 4.500 Beschäftigte genannt. Für 2024 nennt der Artikel 4.567 Mitarbeitende und einen Umsatz von 2,765 Mrd. Euro nach HGB.
Greenwashing und Ermittlungen
Greenwashing bedeutet, dass Finanzprodukte oder Unternehmen als nachhaltiger dargestellt werden, als sie nach den geprüften Kriterien tatsächlich sind. Im August 2021 berichteten Medien, dass die amerikanische Börsenaufsicht SEC gegen die DWS wegen des Verdachts auf Greenwashing ermittle. Geprüft wurde, ob die DWS den Umfang nachhaltiger Anlagen zu hoch angegeben und Kriterien für nachhaltige Investments vernachlässigt habe. Die DWS erklärte, sie stehe zu den Offenlegungen in ihren Jahresberichten.
Am 25. September 2023 erklärte sich die DWS gegenüber der SEC wegen mangelnder Geldwäschekontrollen und Angaben zu angeblich „grünen“ ESG-Fonds zu einer Zahlung von 25 Millionen Dollar bereit. ESG steht für Kriterien aus den Bereichen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung.
Greenpeace kritisierte die DWS Anfang 2023 wiederholt wegen massiven Greenwashings und wegen hoher Investitionsvolumina in Kohle-, Gas- und Erdölunternehmen im Vergleich zu anderen deutschen Vermögensverwaltern. Außerdem kritisierte Greenpeace systematische Anreize durch Bonuszahlungen auf C-Level. Am 16. Januar 2024 ermittelten Staatsanwaltschaft und Bundeskriminalamt erneut bei der DWS wegen des Verdachts auf Greenwashing. Im April 2025 verhängte die Staatsanwaltschaft Frankfurt ein Bußgeld von 25 Millionen Euro gegen die DWS. Laut Artikel war dies weltweit das bis dahin höchste in der Finanzindustrie wegen ESG-Verstößen verhängte Bußgeld, etwa 27 Millionen US-Dollar.
Bereits am 31. Mai 2022 hatten 50 Ermittler von Staatsanwaltschaft Frankfurt, Bundeskriminalamt und Finanzaufsicht Räume der Deutschen Bank und ihrer Tochter DWS durchsucht. Anlass war der Verdacht des Kapitalanlagebetrugs. Am 1. Juni 2022 teilte die DWS mit, dass Asoka Wöhrmann sein Amt als Leiter bei der Hauptversammlung am 9. Juni 2022 niederlegen werde. Neuer Vorsitzender der Geschäftsführung wurde Stefan Hoops vom Mutterkonzern Deutsche Bank.