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Cheops-Pyramide

Sie ist auch die höchste Pyramide der Welt und wurde als Grabmal für den ägyptischen König (Pharao) Cheops (altägyptisch Chufu) errichtet, der während der 4.

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung, Maße und Anlage
  2. 2. Inneres Kammersystem
  3. 3. Schächte und neue Entdeckungen
  4. 4. Bau, Versorgung und Arbeitsorganisation
  5. 5. Grabkomplex, Boote und Friedhöfe
  6. 6. Forschung und Abgrenzung von Spekulationen

Bedeutung, Maße und Anlage

Die Cheops-Pyramide, altägyptisch Achet Chufu („Horizont des Cheops“), ist die älteste und größte der drei Pyramiden von Gizeh. Sie wurde in der 4. Dynastie des Alten Reiches, zur Regierungszeit des Pharaos Cheops (Chufu; etwa 2620 bis 2580 v. Chr.), als Königsgrab errichtet. Sie ist das einzige bis heute erhaltene der Sieben Weltwunder der Antike und gehört seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe „Memphis und seine Totenstadt – die Pyramidenfelder von Gizeh bis Dahschur“.

Die ursprüngliche Seitenlänge betrug 230,33 m beziehungsweise 440 Ellen, die ursprüngliche Höhe 146,59 m beziehungsweise 280 Ellen. Damit war sie etwa 4000 Jahre lang das höchste Bauwerk der Welt. Heute ist sie wegen des Verlusts der Verkleidung noch 138,75 m hoch. Ihr Volumen beträgt 2.583.283 m³, die Neigung 51° 50′ 34″. Dieser Winkel entspricht dem altägyptischen Seked 5,5: Auf eine Elle Höhe springt die Fläche um 5½ Handbreit zurück.

Die vier Grundkanten sind sehr genau nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet; die Seitenlängen unterscheiden sich um weniger als ein Promille. Das Fundament wurde mit höchstens 21 mm Höhenunterschied nivelliert. Als Hauptmaterial nutzte man örtlichen Kalkstein, für wichtige Kammern Rosengranit. Die ursprünglich glatte Außenhaut aus weißem Tura-Kalkstein wurde im Mittelalter fast vollständig als Baumaterial abgetragen.

Die Pyramide ist Teil eines größeren Grabkomplexes: An ihrer Ostseite lagen Totentempel, Aufweg und vermutlich Taltempel. Dazu kommen drei Königinnenpyramiden, eine Kultpyramide, Friedhöfe für Angehörige und Beamte sowie sieben Bootsgruben. Die genaue Funktion vieler Bauteile und Räume ist weiterhin nicht abschließend geklärt.

Inneres Kammersystem

Das Kammersystem besitzt drei Hauptkammern: die unvollendete Felsenkammer unter dem Basisniveau, die sogenannte Königinnenkammer im Kernmauerwerk und die Königskammer am Ende der Großen Galerie. Die Bezeichnung „Königinnenkammer“ beruht auf einer falschen arabischen Deutung; ihre tatsächliche Funktion ist offen. Ältere Forschung erklärte die Räume oft als nacheinander geänderte Grabpläne. Die meisten Autoren nehmen heute an, dass die Pyramide von Anfang an in ihrer erkennbaren Gesamtform geplant war. Eine weitere Studie versteht die drei Räume als Plan A, B und C für den möglichen vorzeitigen Tod des Königs.

Der ursprüngliche Eingang liegt 16,98 m über dem Bodenniveau an der Nordseite und ist bewusst 7,29 m östlich der Mittelachse angeordnet. Hinter ihm führt ein 1,09 m breiter und 1,20 m hoher absteigender Korridor mit 26° 34′ 23″ Neigung in den Fels. Nach insgesamt 105,34 m erreicht er 30 m unter dem Basisniveau; ein horizontaler Abschnitt führt in die Felsenkammer. Diese misst 8,36 m mal 14,08 m und ist maximal 5,03 m hoch. Sie blieb unfertig. Ob sie ursprünglich Grabkammer, Vorkammer eines größeren unterirdischen Systems oder ein religiös bedeutsamer Raum war, ist umstritten.

Vom absteigenden Korridor zweigt der aufsteigende Korridor ab, dessen Zugang noch durch drei Granitblöcke versperrt ist. Er ist 37,76 m lang und führt zur Großen Galerie. Diese ist 46,12 m lang, 8,48 bis 8,74 m hoch und besitzt ein Kraggewölbe: Die Steinlagen ragen stufenweise nach innen und lenken den Druck seitlich ins Mauerwerk. Ihre Bänke und Nischen wurden vermutlich beim Lagern oder Bewegen von Blockiersteinen genutzt.

Ein horizontaler, 38,15 m langer Gang führt zur 5,23 m mal 5,76 m großen Königinnenkammer. Sie besitzt ein 6,26 m hohes Satteldach und eine Nische in der Ostwand, die möglicherweise eine Ka-Statue, also die Statue des spirituellen Doppelgängers des Königs, aufnahm. Über die Große Galerie erreicht man die Königskammer. Sie misst 10,49 m mal 5,24 m bei 5,84 m Höhe, ist vollständig mit Granit verkleidet und enthält den deckellosen Granitsarkophag. Da dieser 2,28 m mal 0,99 m mal 1,05 m misst und nicht durch die Gänge passt, wurde er bereits beim Bau der Kammer aufgestellt.

Vor der Königskammer befand sich eine Blockiersteinkammer mit drei etwa 2,5 t schweren Granitfallsteinen. Über der Königskammer liegen fünf Entlastungskammern. Sie verlagern die Last der darüberliegenden Steinmassen auf eine Giebeldachkonstruktion. In den oberen Kammern stehen Bauarbeiterinschriften mit Cheops’ Namen und Namen von Arbeitermannschaften; sie belegen die Zuordnung der Pyramide zu Cheops.

Schächte und neue Entdeckungen

Von Königs- und Königinnenkammer gehen jeweils ein Nord- und ein Südschacht aus. Sie bestehen aus eigenen diagonalen „Steinkanälen“ aus u-förmig behauenen Monolithblöcken und folgen damit nicht einfach den waagerechten Mauerlagen. Die Schächte der Königskammer münden außen aus; der südliche hat einen Winkel von 45° 00′ 00″, der nördliche 32° 36′ 08″. Ihre Breite beträgt 20,5 cm, mit höchstens 0,5 cm Abweichung.

Die Schächte der Königinnenkammer waren an ihren unteren Enden ursprünglich verschlossen und enden auch im oberen Bereich im Kernmauerwerk. Waynman Dixon fand 1872 im Nordschacht eine kleine Steinkugel, eine Holzleiste und ein Kupferwerkzeug. Sie werden wahrscheinlich als Modellbeigaben gedeutet. Roboteruntersuchungen zeigten 1993 und 2002 in beiden Schächten Blockiersteine mit Kupferbeschlägen. Hinter dem südlichen Stein befindet sich ein leerer, etwa 21 cm tiefer Hohlraum, der wiederum von einem rauen Block verschlossen ist. Projekt Djedi stellte 2011 fest, dass die Kupferbeschläge auf der Rückseite zu schmalen Ösen gebogen sind; sie könnten dekorativ gewesen sein. Außerdem wurden rote, wahrscheinlich von Bauarbeitern stammende Markierungen entdeckt.

Die Funktion der Schächte ist ungeklärt. Rainer Stadelmann deutet sie als Modellkorridore für den Himmelsaufstieg des toten Königs: Der Nordschacht führe zu den Zirkumpolarsternen, der Südschacht zu Dekanen und Planeten. Andere Forscher, etwa Rolf Krauss, sehen vor allem Belüftungsschächte. Sie hätten Arbeiter, Öllampen oder Fackeln in den hoch gelegenen Kammern mit Frischluft und Sauerstoff versorgt. Gegen die religiöse Deutung werden unter anderem die später entstandenen Pyramidentexte und die unterschiedlich endenden Schächte der beiden Kammern angeführt.

Moderne Messungen brachten weitere Hohlräume ans Licht. 2017 wurde mittels Myonentomografie ein mindestens 30 m langer, 2 m breiter und bis zu 3 m hoher Hohlraum oberhalb der Großen Galerie nachgewiesen. Seine genaue Form und Funktion bleiben offen; eine mögliche Erklärung ist eine statische Auffangkonstruktion über der Galerie. 2023 bestätigten Ultraschall und endoskopische Kameras eine mindestens 9 m lange, leere Kammer hinter der Nordseite nahe dem ursprünglichen Eingang. Sie dürfte Lasten über dem absteigenden Gang abfangen. 2024 wurden in Entlastungskammern weitere Inschriften entdeckt, darunter eine Nennung der Göttin Wadjet und ein Datum im zweiten Monat des Peret im Jahr der sechsten Viehzählung, vermutlich Cheops’ 12. Regierungsjahr.

Bau, Versorgung und Arbeitsorganisation

Das Gizeh-Plateau bot einen festen Untergrund aus der Mukattam-Formation und einen kompakten Felshügel an seiner Nordostkante. Der Felskern macht schätzungsweise 7,7 % des Gesamtvolumens der Pyramide aus. Für das Kernmauerwerk brach man den größten Teil des Kalksteins etwa 300 m südlich der Pyramide. Die Blöcke wiegen je nach Lage ungefähr 0,5 bis 15 t; für die Königskammer mussten 40 bis 70 t schwere Granitblöcke auf etwa 70 m Höhe gebracht werden.

Weichere Gesteine wie Kalkstein konnten mit Kupferwerkzeugen bearbeitet werden, härtere wie Granit mit Steinwerkzeugen. Für Granit verwendete man Kupfersägen und -bohrer mit Wasser, Gips und Quarzsand: Das Kupfer führte das Werkzeug, der Quarzsand schnitt. Der Mörtel bestand unter anderem aus Gips, Sand, pulverisiertem Granit und Kalkstein. Die Fugen der Außenbereiche waren weniger als einen halben Millimeter breit.

Welche Rampen beim Bau der Cheops-Pyramide selbst genutzt wurden, ist nicht eindeutig belegt. Daher gibt es mehrere Modelle: gerade, Zickzack-, Innen- und spiralförmige Rampen sowie Systeme aus kleineren Rampen an mehreren Seiten. Der Artikel betont, dass es keine einheitliche Standardmethode für ägyptische Pyramiden gab. Eine bei Gizeh gefundene, 5,4 bis 5,7 m breite Rampe könnte Gesteine auf das Plateau gebracht haben, ist aber möglicherweise nicht unmittelbar der Cheops-Pyramide zuzuordnen.

Häfen und Kanäle verbanden das Baugebiet mit dem damals vermutlich zwei bis drei Kilometer weiter westlich verlaufenden Nil. Besonders wichtig sind die 2013 in Wadi al-Garf entdeckten Papyrus-Fragmente. Das Logbuch des Inspektors Merer beschreibt, wie sein Arbeitstrupp Tura-Kalkstein per Schiff nach Giza transportierte. Diese Papyri geben erstmals ein „inneres“ Bild der Verwaltung im frühen Alten Reich. Ausgrabungen belegen außerdem planmäßig angelegte Arbeitersiedlungen mit Bäckereien, Werkstätten für Kupfer, Bier und Fisch, Magazinen, Verwaltungsgebäuden und Wohnbereichen. Als wahrscheinlicher Baumeister gilt der Wesir Hemiunu, „Vorsteher aller Bauarbeiten des Königs“.

Grabkomplex, Boote und Friedhöfe

Der Totentempel an der Ostseite war Zentrum des Totenkults, ist aber fast vollständig durch Steinraub zerstört. Rekonstruierbar sind ungefähr 52,40 m Breite und 40,30 m Länge, ein offener Hof mit 38 Granitpfeilern sowie weitere Kolonnaden und Kulträume. Reliefreste zeigen unter anderem Szenen des Sedfestes und des Festes des Weißen Nilpferdes. Der wahrscheinlich rund 700 m lange Aufweg und der Taltempel sind nur sehr schlecht erhalten; ein 2015 untersuchter Gang bei el-Haraneya könnte zum Aufweg gehören.

Um die Pyramide lagen zwei Umfassungsmauern und ein gepflasterter Hof. Entwässerungskanäle führten Regenwasser ab. Östlich befand sich der Friedhof G 7000 für nahe Angehörige, westlich lagen Mastabas, rechteckige Graboberbauten, hoher Beamter. Während Cheops’ Regierungszeit entstanden dort insgesamt 77 Grabanlagen. Das Grab G 7000x der vermutlich mit Snofru verheirateten und Cheops’ Mutter gewesenen Hetepheres I. enthielt eine besonders reiche, wenn auch nicht unberaubte Grabausstattung. Der Alabastersarkophag war leer, der versiegelte Kanopenkasten mit den Eingeweiden jedoch intakt; die Umstände sind ungeklärt.

Drei Königinnenpyramiden, G I-a bis G I-c, stehen etwa 56 m östlich der Königspyramide. Ihre Zuordnung zu einzelnen Frauen ist hypothetisch. G I-a wird meist Meritites I., teils auch Hetepheres I. zugeschrieben. G I-c wird wegen einer viel jüngeren „Inventar-Stele“ oft mit Henutsen verbunden, doch zeitgenössische Belege fehlen. Eine vierte, 21,75 m breite Kultpyramide G I-d lag südöstlich und hatte wahrscheinlich eine wichtige, aber unbekannte kultische Aufgabe.

Sieben Bootsgruben wurden entdeckt. In der östlichen der beiden südlichen Gruben lag eine 42,32 m lange Barke aus libanesischem Zedernholz, in 1224 Einzelteile zerlegt. Sie wurde restauriert, von 1982 bis 2021 neben der Pyramide gezeigt und befindet sich heute im Grand Egyptian Museum. In der zweiten südlichen Grube liegt ebenfalls ein zerlegtes Boot. Ob Königsboote den König im Jenseits, bei einer Bestattung oder auf kultischen Fahrten darstellen sollten, ist nicht geklärt.

Forschung und Abgrenzung von Spekulationen

Antike Autoren überlieferten viele unzuverlässige Angaben. Herodot schrieb mehr als 2000 Jahre nach dem Bau, beschrieb Cheops als Tyrannen und nannte 100.000 Arbeiter in dreimonatigen Schichten sowie 20 Jahre Bauzeit. Diodor von Sizilien schätzte 360.000 Arbeiter und ebenfalls 20 Jahre, verknüpfte die Pyramiden aber auch mit teils widersprüchlichen Volkserzählungen. Solche Berichte sind deshalb keine sicheren Quellen zur Baugeschichte.

In byzantinischer und arabischer Zeit galten die Pyramiden lange fälschlich als „Kornspeicher Josephs“. Berichte schreiben al-Ma'mun einen 820 oder 832 angelegten Zugangstunnel zu, den heutigen gewöhnlichen Eingang. Rainer Stadelmann bezweifelt diese Zuschreibung und hält es für möglich, dass ein bereits älterer gewaltsamer Zugang nur erneut geöffnet und erweitert wurde. Europäische Reisende korrigierten die Kornspeicher-Deutung seit dem 15. Jahrhundert. John Greaves legte 1646 mit seiner Vermessung einen frühen ägyptologischen Versuch vor. Flinders Petrie erbrachte 1880 bis 1882 besonders genaue Messungen und widerlegte zahlreiche mystische Behauptungen.

Pyramidologie bezeichnet pseudowissenschaftliche Deutungen, die Maße und Lage der Pyramide mit geheimem Wissen, Prophezeiungen, Atlantis oder Außerirdischen verbinden. Besonders bekannt ist die Behauptung, die Maße verschlüsselten die Kreiszahl π: 2 × 230,37 m / 146,60 m = 3,1428, während π = 3,1416 ist. Der Artikel bewertet dies nicht als beabsichtigte Verschlüsselung. Wahrscheinlicher ist das ganzzahlige Verhältnis von 440 zu 280 Königsellen, also 11:7, das zufällig nahe bei π/2 liegt. Petries Messungen zeigten, dass die ägyptische Königselle und nicht ein angeblicher „Pyramidenzoll“ zugrunde liegt.

Auch prä-astronautische Vorstellungen, etwa von Erich von Däniken, werden als nicht haltbar dargestellt. Sie unterschätzen die kulturelle und technische Leistung der Menschen des Alten Ägypten, vernachlässigen den archäologischen Kontext und fügen ohne Not zusätzliche Annahmen über Außerirdische hinzu.

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