Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand
Carl Correns
Die Bezeichnung „Mendelsche Regeln“ prägte Correns. Damit wollte er betonen, dass es sich nicht um strenge Gesetze handelt, sondern um Regeln, von denen es …
Inhalt4 Abschnitte
Bedeutung für die Vererbungslehre
Carl Erich Franz Joseph Correns (* 19. September 1864 in München; † 14. Februar 1933 in Berlin) war ein deutscher Botaniker und Genetiker. Er zählt zu den Wiederentdeckern der Mendelschen Regeln der Vererbung im Jahr 1900. Diese Regeln beschreiben die Vererbung von Merkmalen bei Kreuzungen. Correns prägte selbst die Bezeichnung „Mendelsche Regeln“, um deutlich zu machen, dass sie keine ausnahmslosen Gesetze sind, sondern Regeln mit Ausnahmen.
Im selben Jahr 1900 beschrieb Correns erstmals die Genkopplung. Dabei werden bestimmte Merkmale nicht frei miteinander kombiniert, sondern gemeinsam vererbt, weil sie aneinander gekoppelt sind. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Correns“.
Forschungen zu Ausnahmen und Geschlecht
Seit 1894 führte Correns im Botanischen Garten der Universität Tübingen Pflanzenkreuzungen durch. Parallel zu Hugo de Vries führten diese Arbeiten zur Wiederentdeckung beziehungsweise wissenschaftlichen Anerkennung der Mendelschen Regeln; Correns veröffentlichte seinen entsprechenden Artikel 1900.
Eine weitere von ihm untersuchte Ausnahme ist die zytoplasmatische oder extrachromosomale Vererbung. Hierbei gelten die Mendelschen Regeln nicht, weil Mitochondrien und Plastiden einschließlich ihrer DNA nur mit dem Zytoplasma der Eizelle vererbt werden. Außerdem erforschte Correns die Geschlechtsbestimmung bei Pflanzen. In Studien ab 1907 wies er als Erster nach, dass auch das Geschlecht nach den Mendelschen Regeln vererbt wird.
Correns berichtete von einer blitzartigen Erkenntnis in einer schlaflosen Nacht 1899. Hans-Jörg Rheinberger untersuchte jedoch seine Versuchsprotokolle und fand im Nachlass ein Exzerpt von Mendels Aufsatz aus dem Jahr 1896. Nach diesen Untersuchungen hatten Correns’ Experimente ursprünglich andere Ziele als die Erforschung der Vererbbarkeit von Merkmalen.
Ausbildung und wissenschaftliche Laufbahn
Correns studierte ab 1885 Botanik, Chemie und Physik an den Universitäten München und Graz. 1889 wurde er in Hamburg bei Carl Wilhelm von Nägeli mit einer Arbeit über das Dickenwachstum von Algen-Zellwänden zum Dr. phil. promoviert. Anschließend arbeitete er als Assistent bei Gottlieb Haberlandt in Graz, Simon Schwendener in Berlin und Wilhelm Pfeffer in Leipzig.
1892 wurde er Privatdozent für Botanik an der Universität Tübingen. Es folgten 1902 eine außerordentliche Professur in Leipzig und 1909 eine ordentliche Professur an der Universität Münster, wo er zugleich den Botanischen Garten leitete. Ab 1914 war er erster Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Biologie in Berlin-Dahlem und daneben Honorarprofessor an der Universität Berlin. Von 1922 bis 1927 gehörte er dem Senat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft an.
Zu seinen Auszeichnungen gehörten 1932 die Darwin-Medaille der britischen Royal Society, die Harnack-Medaille der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft und der Bayerische Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst.
Wichtige Veröffentlichungen
Besonders wichtig für die Vererbungswissenschaft waren Correns’ Veröffentlichungen aus dem Jahr 1900: „G. Mendels Regel über das Verhalten der Nachkommenschaft der Rassenbastarde“ erschien in den Berichten der Deutschen Botanischen Gesellschaft, Band 18, Nr. 4, S. 158–168. In „Über Levkojenbastarde – Zur Kenntnis der Grenzen der Mendelschen Regeln“ (Botanisches Centralblatt, Band 84, 1900, S. 97–113) beschrieb er erstmals die Genkopplung.
Weitere Arbeiten behandelten die Bestimmung und Vererbung des Geschlechtes bei höheren Pflanzen (1907/1908) sowie Vererbungsversuche mit Mirabilis Jalapa, Urtica pilulifera und Lunaria annua und die Rolle von Kern und Plasma bei der Vererbung (beide 1909). 1924 erschien seine Sammlung „Gesammelte Abhandlungen zur Vererbungswissenschaft aus periodischen Schriften 1899-1924“.