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Darwin-Medaille

Sie wurde nach dem britischen Naturforscher und Mitbegründer der Evolutionstheorie Charles Darwin (1809–1882) benannt und ist mit einem Preisgeld von 1000 Pfund …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Bedeutung und Kriterien
  2. 2. Vergabe und Forschungsfelder
  3. 3. Neuere ausgezeichnete Arbeiten
  4. 4. Weitere Darwin-Auszeichnungen

Bedeutung und Kriterien

Die Darwin-Medaille (englisch Darwin Medal) ist eine Auszeichnung der britischen Royal Society für Wissenschaftler, die wichtige Beiträge zur Biologie geleistet haben. Sie ist nach dem britischen Naturforscher und Mitbegründer der Evolutionstheorie Charles Darwin (1809–1882) benannt und mit 1000 Pfund Sterling dotiert.

Nach dem englischen Wortlaut würdigt sie Arbeiten „of acknowledged distinction“ im weiten biologischen Arbeitsfeld Darwins, besonders in Evolution, Populationsbiologie, organismischer Biologie und biologischer Vielfalt. Die Medaille hebt damit Forschung hervor, die erklärt, wie Lebewesen entstehen, sich verändern, vererbbare Unterschiede aufweisen, sich an Umweltbedingungen anpassen oder miteinander verwandt sind.

Die Medaille zeigt auf einer Seite Charles Darwin, auf der anderen den Schriftzug „CAROLVS DARWIN“.

Vergabe und Forschungsfelder

Die Auszeichnung wird seit 1890 in der Regel alle zwei Jahre vergeben. Die vollständige Trägerliste reicht von Alfred Russel Wallace im Jahr 1890 bis Michael J. Benton im Jahr 2026. 1982 erhielten John Heslop-Harrison und Yolande Heslop-Harrison die Medaille als gemeinsam forschendes Ehepaar; 2002 wurde sie ebenfalls gemeinsam an Peter Grant und Rosemary Grant verliehen.

Die Begründungen zeigen die Breite des geehrten Fachgebiets. Früh standen natürliche Selektion, Vererbung, Variation, Zoologie, Botanik, vergleichende Anatomie und Paläontologie im Mittelpunkt. Beispiele sind Wallace für seine unabhängige Formulierung der Theorie der Artenentstehung durch natürliche Selektion, Karl Pearson für die quantitative Behandlung biologischer Probleme und Thomas Hunt Morgan für Forschungen zu Vererbung und Zytologie.

Später wurden unter anderem genetische Theorie der Evolution, molekulare Evolution, Ökologie, Verhaltensökologie, Entwicklungsbiologie, Genomanalyse und Epigenetik ausgezeichnet. Dabei verbinden manche Arbeiten Mathematik und Biologie, etwa John Maynard Smiths Beiträge zum Verständnis der Evolution, besonders der Evolution der Geschlechter. Andere untersuchen natürliche Populationen direkt, beispielsweise Philip Sheppards Arbeit über Schmetterlinge, die die Wirkungsweise natürlicher Selektion und ihre genetische Grundlage beschrieb.

Neuere ausgezeichnete Arbeiten

Neuere Auszeichnungen betreffen sowohl grundlegende Fragen der Evolution als auch aktuelle biologische Anwendungen. Peter Grant und Rosemary Grant erhielten 2002 die Medaille für ihre Arbeit zu Ökologie, Brutpflege und Evolution der Darwinfinken auf den Galapagos-Inseln; sie wurde als klassisches Beispiel Darwin’scher Evolution in freier Natur bezeichnet. Enrico Coen und Rosemary Carpenter wurden 2004 für molekulare und genetische Forschung zur Steuerung der Blütenentwicklung geehrt.

Weitere Themen waren präbiotische Chemie und die Synthese von Nukleosiden (John Sutherland, 2014), Temperaturempfinden und epigenetische Anpassung (Caroline Dean, 2016), quantitative Merkmale und die Reaktion auf Selektion (William George Hill, 2018) sowie die Rolle von RNA-Interferenz bei vererbtem Gen-Silencing und genomischer Stabilität in der Keimbahn (Robert Martienssen, 2020).

Von 2021 bis 2026 würdigte die Royal Society Beiträge zur Artentstehung und Biodiversität (Dolph Schluter), zur mitochondrialen Endosymbiose und zum Ursprung der Eukaryoten in einem neuen Zwei-Domänen-Stammbaum des Lebens (Martin Embley), zur somatischen Evolution einschließlich Krebs und normalen Geweben (Peter T. Campbell), zu Ursprung und Evolution von HIV und dem Malariaparasiten Plasmodium (Paul Sharp), zur Verfolgung von Epidemiologie und Evolution von Viren bei Ebola und COVID-19 (Andrew Rambaut) sowie zur Paläontologie (Michael J. Benton).

Weitere Darwin-Auszeichnungen

Auch andere wissenschaftliche Gesellschaften vergaben Auszeichnungen zu Darwin. Die Leopoldina, deren Mitglied Charles Darwin war, verlieh 1959 zum 100. Gedenktag des Erscheinens von On the Origin of Species by Means of Natural Selection eine Darwin-Plakette an 18 Evolutionsbiologen und Genetiker. Die Linnean Society of London verlieh bereits 1958 zum gleichen Anlass 20 Silberne Darwin-Wallace-Medaillen an 20 Wissenschaftler.

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