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Business Angel

Der Business Angel fordert im Gegenzug für sein Engagement in der Regel einen sehr hohen Return on Investment. Da ein hoher Prozentsatz dieser Investitionen …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Business Angels und Founding Angels
  2. 2. Merkmale und wirtschaftliche Bedeutung
  3. 3. Netzwerke und Vermittlung
  4. 4. Wettbewerbe, Nähe und Vertrauen
  5. 5. Risiko und erwartete Rendite

Business Angels und Founding Angels

Ein Business Angel (BA), auch Angel Investor genannt, beteiligt sich finanziell an einem jungen Unternehmen. Meist unterstützt er die Existenzgründer in der frühen Unternehmensphase zusätzlich mit Fachwissen, Management-Erfahrung und geschäftlichen Kontakten. Diese Verbindung von Kapital und praktischer Unterstützung wird als Smart Capital bezeichnet.

Business Angels sind häufig erfolgreiche Gründer, die nach dem Verkauf oder Börsengang ihres früheren Unternehmens Kapital und Wissen weitergeben. Auch erfahrene Unternehmer und leitende Angestellte können diese Rolle übernehmen.

Ein Founding Angel (FA) engagiert sich bereits vor der eigentlichen Unternehmensgründung an einem Start-up-Projekt und tritt normalerweise als Mitgründer auf. Das Modell wurde 2008 erstmals von Gunter Festel und Roman Boutellier beschrieben. Später investiert ein Founding Angel häufig wie ein gewöhnlicher Business Angel in das mitgegründete Unternehmen. Er bildet damit ein Bindeglied zwischen Mehrfachunternehmern und klassischen Business Angels.

Merkmale und wirtschaftliche Bedeutung

Eine typische Business-Angel-Beteiligung umfasst eine Kapitalinvestition und Beratung. Im Jahr 2008 betrug die Investition durchschnittlich 100.000 Euro. Der Business Angel stellt nicht nur Geld bereit, sondern begleitet das Unternehmen häufig auch als Coach beziehungsweise Business Coach.

Business Angels werden meistens während oder kurz nach der Gründung aktiv. Diese Phase ist durch eine hohe Dynamik im jungen Unternehmen geprägt. Darin liegt ein wichtiger Unterschied zu Venture Capital: Eine Venture-Capital-Beteiligung erfolgt oft erst später, fällt dafür häufig größer aus und besteht eher aus einer rein finanziellen Investition.

Für 2007 wurde das jährliche Volumen der Business-Angel-Beteiligungen in den USA auf 25 bis 50 Milliarden US-Dollar hochgerechnet. In Deutschland lag es bei etwa 400 Millionen Euro. In den USA gibt es ungefähr drei Millionen Business Angels. Eine Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung schätzte ihre Zahl in Deutschland 2014 auf rund 7.500, mit steigender Tendenz. Gemessen an der deutschen Wirtschaftsleistung waren Business-Angel-Investitionen in Deutschland im internationalen Vergleich dennoch unterdurchschnittlich stark ausgeprägt.

Netzwerke und Vermittlung

Business Angels schließen sich häufig in Netzwerken zusammen. In Deutschland bestehen etwa 40 solcher Netzwerke, die vielfach regional ausgerichtet sind. Sie dienen als Anlaufstellen für Unternehmen, die Kapital suchen, und vermitteln Kontakte zu passenden Business Angels.

Für einen ersten Kontakt müssen Gründer meistens einen Geschäftsplan oder eine Präsentation vorlegen. Für die Netzwerke gibt es keine Zertifikate oder einheitlichen Standards, beispielsweise für den vertraulichen Umgang mit Geschäftsideen und Strategien.

Wettbewerbe, Nähe und Vertrauen

Business-Angel-Netzwerke veranstalten in der Regel Geschäftsplan-Wettbewerbe, um möglichst viele Gründungsinteressierte zu erreichen. Begleitende Seminare vermitteln meist Grundlagen zur Entwicklung von Ideen und Strategien sowie die formalen Anforderungen an einen erfolgversprechenden Geschäftsplan.

Bei diesen Veranstaltungen können sich Business Angels und Gründungsinteressierte kennenlernen und gegenseitig von einer Zusammenarbeit überzeugen. Wesentliche Voraussetzungen für eine Beteiligung sind die räumliche Nähe und ein solides Vertrauensverhältnis zwischen dem Existenzgründer und dem Business Angel.

Risiko und erwartete Rendite

Investitionen von Business Angels sind sehr riskant, weil viele der unterstützten Start-ups scheitern und das eingesetzte Kapital vollständig verloren gehen kann. Als Gegenleistung für dieses Risiko erwartet ein Business Angel in der Regel einen sehr hohen Return on Investment, also einen hohen Gewinn im Verhältnis zum investierten Kapital.

Professionelle Business Angels suchen deshalb nach Unternehmen, die das Potenzial besitzen, die Anfangsinvestition innerhalb von fünf Jahren zu verzehnfachen. Dies soll besonders durch ein Ausstiegsszenario gelingen, beispielsweise durch einen Börsengang oder die Übernahme des Unternehmens. Wegen des hohen Anteils vollständig verlorener Investitionen sinkt der interne Zinssatz eines insgesamt erfolgreichen Portfolios auf etwa 20 bis 30 Prozent.

Trotz der hohen Renditeerwartung ist Business-Angel-Kapital für junge Unternehmen attraktiv. Kostengünstigere Finanzierungsquellen, etwa traditionelle Bankkredite, stehen ihnen während der Gründungsphase häufig nicht zur Verfügung.

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