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Britta Klagge
Britta Klagge (* 26. Mai 1965 in Hamburg) ist eine deutsche Geographin und Professorin für Wirtschaftsgeographie. Inhaltsverzeichnis.
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Person und Forschungsprofil
Britta Klagge (* 26. Mai 1965 in Hamburg) ist eine deutsche Geographin und Professorin für Wirtschaftsgeographie. Dieses Fach untersucht, wie wirtschaftliche Tätigkeiten, Strukturen und Prozesse räumlich verteilt sind und wie sie Regionen und Städte beeinflussen.
Ihre wissenschaftliche Arbeit verbindet Sozioökonomie, Urbanistik, Regionalforschung und Finanzgeographie. Die Sozioökonomie befasst sich mit dem Zusammenspiel von Wirtschaft und Gesellschaft, die Urbanistik mit der Entwicklung und Struktur von Städten. Regionalforschung untersucht räumliche Unterschiede und Entwicklungen, während die Finanzgeographie die räumliche Organisation von Banken, Finanzmärkten und Kapitalströmen betrachtet.
Klagges Forschungsschwerpunkte sind die internationale Bank- und Finanzwirtschaft, wirtschaftliche Aspekte der Energiewende sowie die Armutsforschung. Damit untersucht sie sowohl globale Wirtschaftsbeziehungen als auch soziale und wirtschaftliche Veränderungen in Städten und Regionen.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Nach einem Studium der Mathematik und Geographie schloss Klagge 1990 ihr Mathematikstudium an der Universität Bonn mit dem Diplom ab. 1991 erwarb sie an der University of Wisconsin–Madison den Master of Science in Geographie. 1997 promovierte sie im Fach Geographie an der Universität Wien; die Promotion ist der Erwerb des Doktorgrades durch eine wissenschaftliche Forschungsarbeit. 2004 habilitierte sie sich an der Universität Hamburg. Die Habilitation weist eine besondere Befähigung zu selbstständiger Forschung und Hochschullehre nach.
Von 2005 bis 2012 war sie Professorin am Institut für Geographie der Universität Osnabrück. Ab 2008 leitete sie dieses Institut. Seit 2012 hat sie einen Lehrstuhl für Wirtschaftsgeographie am Geographischen Institut der Universität Bonn inne.
Untersuchung städtischer Armut
Ein wichtiges Beispiel für Klagges Forschung ist die 2005 veröffentlichte vergleichende Langzeitstudie „Armut in westdeutschen Städten“. Eine Langzeitstudie betrachtet Entwicklungen über einen längeren Zeitraum; die stadtteilorientierte Perspektive vergleicht dabei kleinere Teilräume innerhalb von Städten.
Untersucht wurden Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hannover und Stuttgart. Im Mittelpunkt stand die Frage, „inwieweit in Deutschland die kleinräumig sozial gemischte Stadt (noch) anzutreffen ist und wie staatliche Interventionen zu einer entsprechenden Entwicklung beitragen oder ihr entgegen wirken.“ Die Studie verbindet damit Armutsforschung, Stadtforschung und die Analyse staatlicher Eingriffe.
Mitgliedschaften
Klagge gehört seit 2010 der Akademie für Raumforschung und Landesplanung in Hannover an. Seit 2015 ist sie Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats der Zeitschrift für Wirtschaftsgeographie. Seit 2017 ist sie korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.
Wichtige Veröffentlichungen
Klagges Schriften spiegeln ihre Forschungsschwerpunkte wider. Ihre Dissertation erschien 1997 unter dem Titel „Internationalisierung des Bankwesens in Osteuropa“. Am Beispiel des ungarischen und tschechischen Bankensektors behandelt sie ausländische Direktinvestitionen und das Spannungsverhältnis zwischen nationalen Bedingungen und der internationalen Niederlassungspolitik multinationaler Banken.
Ihre Habilitationsschrift „Armut in westdeutschen Städten“ erschien 2005. Weitere Monografien sind „Wettstreit um Ressourcen. Konflikte um Klima, Wasser, Boden“ von 2013 und das gemeinsam mit Sören Becker und Matthias Naumann veröffentlichte Buch „Energiegeographie. Konzepte und Herausforderungen“ von 2021.
In Artikeln und Buchkapiteln behandelte sie unter anderem räumliche Unterschiede beim Sozialhilfebezug in Deutschland, regionale Kapitalmärkte und die Eigenkapitalversorgung kleinerer Unternehmen in Deutschland und Großbritannien sowie die Geographie der Finanzwirtschaft. Weitere Themen sind Energiegenossenschaften aus wirtschaftsgeographischer Perspektive und der Wandel des ländlichen Afrikas durch Entwicklungskorridore und die Transformation des Agrarsektors.