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Blood, Sweat, Tears

Blood, Sweat, Tears („Blut, Schweiß, Tränen“) bzw. Blood, Toil, Tears and Sweat („Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“) ist der Titel einer kurzen Ansprache, …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Einordnung und Bedeutung
  2. 2. Regierungsprogramm und Kriegsziel
  3. 3. Titel und unterschiedliche Kurzformen
  4. 4. Unmittelbare und langfristige Wirkung

Einordnung und Bedeutung

„Blood, Sweat, Tears“ („Blut, Schweiß, Tränen“) beziehungsweise „Blood, Toil, Tears and Sweat“ („Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“) bezeichnet eine kurze Rede Winston Churchills vom 13. Mai 1940. Er hielt sie während des Zweiten Weltkriegs vor dem britischen Unterhaus, kurz nachdem er Premierminister geworden war. Sie war seine erste Ansprache im Unterhaus in diesem Amt und gilt neben seiner „Iron Curtain“-Rede vom März 1946 als eine seiner berühmtesten Reden.

Der Ansprache ging eine Abstimmung voraus, bei der Churchill das Parlament um Vertrauen für die Politik seiner neuen Allparteien-Koalitionsregierung bat. Diese hatte die rein konservative Regierung Neville Chamberlains abgelöst. Während der Schlacht um Frankreich folgten zwei weitere bekannte Reden Churchills: „We Shall Fight on the Beaches“ am 4. Juni 1940 und „This Was Their Finest Hour“ am 18. Juni 1940.

Regierungsprogramm und Kriegsziel

Churchill berichtete zunächst über die Bildung seiner Regierung und erklärte, dass ein Kriegskabinett aus fünf Mitgliedern geschaffen worden sei: „A war cabinet has been formed of five members“. Danach bereitete er das Parlament auf die Härten des Krieges vor. Großbritannien stehe vor „vielen, vielen langen Monaten des Kampfes und des Leidens“ und vor „einer der größten Schlachten der Geschichte“. Zur Abwehr der Gefahren seien große Opfer notwendig.

Die Rede wirkte nach Darstellung des Artikels besonders durch ihre schonungslose Offenheit. Churchill spielte die militärische und politische Lage nicht herunter. Mit „Mühsal und Schweiß“ bezeichnete er die erforderlichen Anstrengungen, mit „Tränen und Blut“ die zu erwartenden Leiden. Statt eine schnelle oder leichte Lösung zu versprechen, beschrieb er die beängstigende Lage als Ausgangspunkt für eine angestrebte Verbesserung.

Das britische Kriegsziel fasste Churchill in einem Wort zusammen: „Victory“ („Sieg“). Er forderte „Sieg um jeden Preis, Sieg trotz allem Schrecken, Sieg, wie lang und beschwerlich der Weg dahin auch sein mag, denn ohne Sieg gibt es kein Weiterleben“. Damit machte er auch jenen Abgeordneten, die Friedensverhandlungen verlangten, deutlich, dass es unter seiner Führung keine solchen Verhandlungen geben werde.

Titel und unterschiedliche Kurzformen

Der Titel geht auf den bekanntesten Satz der Ansprache zurück: „I have nothing to offer but blood, toil, tears and sweat“ – „Ich habe nichts zu bieten außer Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß“. Churchill erklärte, er habe diese Wendung bereits am Vormittag des 13. Mai 1940 gegenüber seinen Ministern gebraucht.

Ähnliche Worte waren schon vor Churchill verwendet worden: Giuseppe Garibaldi sprach am 2. Juli 1849 von Blut, Mühsal, Tränen und Schweiß, als er seine revolutionären Einheiten in Rom sammelte. Theodore Roosevelt gebrauchte den Ausdruck am 2. Juni 1897 in einer Rede an der Marinekriegsschule der USA.

Besonders im deutschen Sprachraum setzte sich die verkürzte und umgestellte Form „Blut, Schweiß und Tränen“ durch. Die Gründe dafür sind laut Artikel nicht vollständig geklärt. Sprachwissenschaftlich wird häufig vermutet, dass ein Trikolon – eine dreiteilige rhetorische Aufzählung – leichter im Gedächtnis bleibt als ein Tetrakolon, also eine vierteilige Aufzählung. Außerdem wird angenommen, dass „Blut, Schweiß und Tränen“ wegen seiner Wortfolge als harmonischer und einprägsamer empfunden werde.

Unmittelbare und langfristige Wirkung

Die Abgeordneten im Unterhaus applaudierten der Rede, große Beifallsstürme blieben jedoch aus. Churchills kraftvolle Art zu sprechen war ihnen bereits bekannt. Langfristig wurde die Ansprache zu einer der bekanntesten politischen Reden überhaupt. Die Wendung „Blut, Schweiß und Tränen“ ist besonders im deutschen Sprachraum fest im öffentlichen Gedächtnis verankert.

Der Ausdruck entwickelte sich außerdem zu einer allgemeinen Bezeichnung für Reden, in denen Politiker oder andere öffentliche Personen große und unvermeidliche Opfer ankündigen. So wurden Oskar Lafontaines Wahlkampfreden von 1990 über die mit der deutschen Einheit verbundenen Entbehrungen sowie Gerhard Schröders Regierungserklärung zur Agenda 2010 teilweise respektvoll, teilweise ironisch als „Blut, Schweiß und Tränen“-Reden bezeichnet. Schröder erklärte dabei: „Wir werden Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fördern und Eigenleistung von jedem Einzelnen einfordern“.

Die namensgebende Phrase wird zudem häufig in der englischen Umgangssprache und in der Popkultur zitiert. Eine bekannte US-amerikanische Jazzrock-Band nannte sich „Blood, Sweat & Tears“. Im Jahr 2016 gab die Bank of England eine £5-Note mit dem Zitat heraus.

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