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Bhajan
In Bhajans besingen Gläubige ihre Liebe zu Gott in einfachen Worten, die häufig wiederholt werden. Bhajans sind Teil der Hingabe, die als Bhakti bezeichnet wird …
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Begriff, Bedeutung und religiöse Praxis
Ein Bhajan (Hindi, männlich, भजन, bhajan; aus dem Sanskrit-Wort भज, bhaj, „verehren“) ist ein devotionaler Gesang in den in Indien entstandenen Religionen. Er gehört vor allem zum Bhakti-Kult des Hinduismus. Bhakti bezeichnet die hingebungsvolle Verehrung Gottes. Unabhängig von seiner musikalischen Form bildet der Bhajan eine eigene musikalische Kategorie.
In Bhajans besingen Gläubige ihre Liebe zu Gott. Die Texte sind meist in einfachen Worten verfasst und enthalten häufige Wiederholungen. Dadurch eignen sich Bhajans besonders für das gemeinsame Singen. Die Praxis wird oft von einer größeren Gemeinde als Gottesdienst ausgeübt, entweder mit oder ohne Priester.
Bhajans werden seit alters her in vielen indischen Sprachen gesungen. Dazu gehören Sanskrit, Hindi und weitere indische Sprachen. Ihre Ursprünge liegen sowohl im Sama Veda als auch in der Volksfrömmigkeit. Heilige und religiöse Dichter wie Mirabai, Surdas und Narsinh Mehta komponierten zahlreiche Bhajans, die bis heute allgemein gesungen werden. Zu den bekannten Autoren, deren Lieder weiterhin verbreitet sind, zählen außerdem Tulsidas, Kabir und die Mystikerin Mira.
Die musikalischen Formen sind sehr unterschiedlich. Eine an der klassischen indischen Musik orientierte Form ist der Kirtan. Eine verwandte Form ist der Dapha, der nur von den Newar im Nepal gepflegt wird. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen Vishnu Narayan Bhatkhande und andere Neuerer der indischen Musik, Bhajans mit Ragas der klassischen indischen Musik zu verbinden. Ein Raga ist dabei eine klassische musikalische Gestaltung mit bestimmten melodischen Regeln. Durch diese Verbindung sollten die Ragas populärer und die Bhajans musikalisch anspruchsvoller werden. Solche Bhajans werden häufig im Thumri-Stil gesungen.
Zur Begleitung werden Instrumente aus der regionalen Volksmusik eingesetzt. Mit Ausnahme des indischen Harmoniums dienen sie überwiegend rhythmischen Aufgaben. Dazu gehören die Fasstrommel dholki, die kleine Rahmentrommel khanjari, verschiedene Handzimbeln, das Gabelbecken chimta und die Holzklapper kartal. Als Melodie- oder Begleitinstrumente kommen außerdem die Zupflaute ektara und die Streichlaute ravanahattha vor.
Bei indischen Gemeinden in der Karibik, besonders in Trinidad, begleitet ein Trio aus Harmonium, Fasstrommel dholak und dem Eisenstab dhantal den Bhajan-Gesang.
Beispiel für einen Bhajan
Ein Beispiel lautet: „Bhaja Mana Rama Krishna Govinda – Sat Guru Deva Parama Dayala – Bhava Bhaya Hari Deva Krupala.“
Die deutsche Bedeutung ist: „O mein Geist! Lobsinge die Namen von Rama, Krishna und Govinda. Der höchste Guru Deva ist sehr freundlich, gütig und zerstört die Furcht vor Geburt und Tod.“ Der Text zeigt die typische Ausrichtung des Bhajans auf das Lob Gottes, die Anrufung religiöser Namen und die Bitte um Schutz und Gnade.
Moderne Sänger und neue Fassungen
Westliche Sänger wie Krishna Das sowie Deva Premal mit Andy Desmond, genannt Miten, komponieren Stücke nach der Tradition von Bhajans, vedischen Mantras und Yoga-Gesängen. Diese Werke stehen im Zusammenhang mit der New-Age-Musikszene und greifen die religiöse und musikalische Tradition des Bhajans in einer modernen Form auf.