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Balakrishna

Die heutige monotheistische Krishna-Religion basiert neben den bereits angeführten Elementen auf dem monotheistischen Bhagavatismus. ... Siehe auch. Bearbeiten.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Bedeutung
  2. 2. Verehrung Krishnas
  3. 3. Darstellung und Erzählungen
  4. 4. Tempel und Bildgestalten
  5. 5. Verbreitung im Westen

Grundidee und Bedeutung

Balakrishna (Sanskrit बालकृष्ण bālakṛṣṇa) bedeutet wörtlich „Kind Krishna“ und wird manchmal auch als „Gotteskind Krishna“ übersetzt. Gemeint ist Krishna in seiner Kindgestalt. In der Krishna-Religiosität wurde dieser kindliche Aspekt Krishnas neben anderen Formen schon ab dem 4. Jahrhundert v. Chr. verehrt.

Balakrishna ist bis heute wichtig, weil er in vielen Teilen Indiens zu den volkstümlichsten Gottheiten gehört. Im heutigen Krishnaismus spielt seine Verehrung eine bedeutende Rolle, auch wenn andere Formen Krishnas insgesamt oft mehr Aufmerksamkeit erhalten.

Verehrung Krishnas

Die heutige Huldigung Krishnas wird im Artikel als ein Amalgam, also als Verbindung verschiedener Elemente, beschrieben. Zuerst stand die Verehrung von Krishna-Vasudeva. Sie blühte in Mathura bereits mehrere Jahrhunderte vor Christi Geburt. Hinweise bei Megasthenes und im Arthashastra von Kautilya deuten darauf hin, dass Krishna als Sohn Vasudevas schon im 4. Jahrhundert v. Chr. als perfekte, ewigwährende und gnadenreiche Höchste Gottheit in einem streng monotheistischen Rahmen angebetet wurde.

Darauf folgten der Krishna-Govinda-Kult und etwas später die Verehrung Balakrishnas. Ein weiteres Element ist Krishna-Gopijanavallabha, also Krishna als Liebhaber der Gopis, unter denen Radha eine bevorzugte Stellung einnimmt. Diese Entwicklung mündete in die Verehrung von Radha-Krishna als Svayam Bhagavan. Die heutige monotheistische Krishna-Religion beruht außerdem auf dem monotheistischen Bhagavatismus.

Darstellung und Erzählungen

In der Ikonographie, also der bildlichen Darstellung religiöser Gestalten, erscheint Balakrishna häufig als Kleinkind, das auf Händen und Knien krabbelt. Manchmal wird er auch tanzend gezeigt, mit einem Stück Butter in der Hand.

Balakrishna werden mehrere wundersame Taten zugeschrieben. Eine bekannte Erzählung berichtet, dass er das riesige Monster Putana (पूतना) tötete, indem er ihr aus ihren vergifteten Brüsten zugleich das Gift und die Lebenskraft aussaugte. Weitere Darstellungen zeigen ihn, wie sein Vater Vasudeva ihn auf dem Weg von Mathura nach Vrindavan über die Yamuna trägt, oder wie seine Mutter Yashoda ihn badet.

Die Kindheitsepisoden Krishnas wurden zu einem Brennpunkt mittelalterlicher Kultverehrungen, die sich in zahlreichen Bewegungen in Indien zeigten. In der Bhagavad Gita lehrt Krishna später eine universelle, monotheistische Religion eines personifizierten Gottes und offenbart sich als allmächtiger Gott svayam bhagavan.

Tempel und Bildgestalten

Ein bedeutender Balakrishna-Tempel wurde 1513 in Hampi, dem früheren Vijayanagara in Karnataka in Südindien, errichtet. Auftraggeber war der Herrscher Krishnadevaraya. Der Hauptaltar dieses Tempels ist Balakrishna geweiht. Der Tempel gilt als eines der wenigen Beispiele, bei denen Geschichten aus den Puranas in die Wände des Tempels und des Hauptturms gemeißelt wurden.

Eine berühmte Murti, also eine religiöse Bildgestalt, von Balakrishna befindet sich in Udupi. Sie wurde von Madhvacharya (1238 bis 1317/1319) in seiner Sri Krishna Matha aufgestellt und kann dort noch heute von Pilgern besichtigt werden. Nach der Überlieferung soll dieselbe Bildgestalt bereits von Rukmini, der Frau Krishnas, verehrt und später über das Meer von Dwarka angeliefert worden sein.

Eine Sage berichtet, Madhvacharya habe treibende Schiffe gerettet und als Dank zwei riesige Chandan-Tonkugeln erhalten. In ihnen hätten sich zwei Statuen befunden, eine von Krishna und eine von Balarama. Die Krishna-Statue hielt einen Quirl in der Hand, wurde Balakrishna genannt und im Hauptschrein von Udupi aufgestellt. Madhvacharya soll heilige Rituallampen zu Füßen der Statue entzündet haben, die seit dem 14. Jahrhundert, also seit etwa 700 Jahren, ununterbrochen brennen.

Verbreitung im Westen

Auch in der westlichen Welt spielt Balakrishna eine Rolle im Hinduismus. A. C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada wollte zu Beginn seines Vorhabens, hinduistische Krishna-Tempel im Westen zu etablieren, in New York einen Tempel gründen, der Balakrishna geweiht sein sollte. Das geschah noch vor der Gründung von ISKCON, der Internationalen Gesellschaft für Krishna-Bewusstsein.

In einem Brief an S. Morarji aus dem Jahr 1965 schrieb Prabhupada, ein Balakrishna-Tempel in New York solle umgehend gegründet werden, da es dort keinen „anständigen Hindutempel“ gebe, während in Indien viele amerikanische Missionarsstationen und Kirchen existierten. Gegenwärtig ist Balakrishna in der westlichen Welt eine populäre Gottheit unter Hindus verschiedener Traditionen, darunter auch ISKCON.

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