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Bachata

Bachata ist eine aus der Dominikanischen Republik stammende Musikrichtung und der dazugehörige Tanz. Seit 2019 ist sie in der UNESCO-Liste des immateriellen …

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Einordnung
  2. 2. Historische Entwicklung
  3. 3. Musik und Tanztechnik
  4. 4. Moderne Stile und Verbreitung

Grundidee und Einordnung

Bachata ist eine aus der Dominikanischen Republik stammende Musikrichtung und der dazugehörige Paartanz beziehungsweise Gesellschaftstanz. Die Entstehungszeit liegt in den 1960er-Jahren. Seit 2019 gehört Bachata zur UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.

Musikalisch steht Bachata im 4/4-Takt. Das typische Tempo liegt zwischen 100 und 160 bpm. Der Stil entwickelte sich aus dem kubanischen beziehungsweise karibischen Bolero und verbindet romantische Gitarrenmusik mit einem charakteristischen Tanzrhythmus.

Historische Entwicklung

Bachata entstand Anfang der 1960er-Jahre zunächst als Form romantischer lateinamerikanischer Gitarrenmusik. Ursprünglich war sie weniger zum Tanzen gedacht, sondern diente – vergleichbar der mexikanischen Mariachi-Tradition – vor allem der Unterhaltung verliebter Paare.

In den folgenden Jahrzehnten übernahm Bachata Einflüsse anderer Musikstile, besonders des Merengue. Das Tempo wurde schneller, und Bachata entwickelte sich zunehmend zur Tanzmusik. Ab 2003 kam es im gesamten hispano-karibischen Raum zu einem Produktionsboom. In der Dominikanischen Republik veranstalten Fernsehsender regelmäßig Bachata-Tanzwettbewerbe.

In den 1970er- und 1980er-Jahren galt Bachata als vulgäre Musik der unteren Bevölkerungsschichten. Sie wurde mit Prostitution, Kriminalität und Armut verbunden und im Vergleich zu Salsa und Merengue kaum im Radio gespielt. Um 1990 änderte sich diese Wahrnehmung, besonders durch Juan Luis Guerra. Sein Album Bachata Rosa gewann 1992 einen Grammy.

Musik und Tanztechnik

Bachata wird traditionell mit zwei akustischen Gitarren, Bongos, Bass und Güira gespielt; heute kommen auch elektrische Gitarren zum Einsatz. Kennzeichnend sind der hohe, „leiernde“ Gitarrenklang, der 4/4-Rhythmus und Texte, die meist von männlichen Sängern vorgetragen werden und hauptsächlich enttäuschte Liebe behandeln. Ein häufiges rhythmisches Grundmuster basiert auf dem Bassrhythmus punktiertes Viertel – Achtel – Viertel – Viertel.

Die Beinbewegung entsteht aus den Knien. Ein Bein wird neben das andere gesetzt; dieses „chassé“ wird mit einer Merengue-Hüftbewegung verbunden. Auf den Taktschlägen 1, 2 und 3 erfolgt jeweils ein Schritt. Auf der 4 wird das Bein leicht angehoben, indem die Hüfte einseitig hochgezogen wird, und/oder es wird gleichzeitig ein Doppelschlag der Hüfte vor und zurück ausgeführt.

Bachata ist – ebenso wie Merengue und Salsa – nicht standardisiert. Deshalb gibt es viele Variationen und Bewegungsabläufe. Die traditionelle Form wird meist sehr eng und hüftbetont getanzt. Die europäische Version verwendet mehr Körperabstand und baut zusätzlich Figuren ein.

Moderne Stile und Verbreitung

In Deutschland war Obsesión von Aventura das bislang erfolgreichste Bachata-Stück. Das Lied enthält auch R&B- und Pop-Elemente und stand im September 2004 auf Platz 1 der Media-Control-Singles-Charts. Toby Love, früher Mitglied von Aventura, verband Bachata ebenfalls mit R&B und Crunk. Diese Richtung wird Bachata-Urban genannt und enthält zusätzlich Einflüsse aus Hip-Hop und Reggaeton. 2020 erreichte der teilweise deutschsprachige Titel Bachata von Kay One und Cristobal die deutschen und schweizerischen Charts.

2005 veranstaltete die International Dance Organization im italienischen Bassano del Grappa die erste Bachata-Weltmeisterschaft. 52 hauptsächlich italienische Paare zeigten eine show-orientierte Bachata mit Techniken aus den lateinamerikanischen Turniertänzen. Weltmeister wurden Mirko Di Palma und Mazena Maj. Inzwischen ist Bachata ein verbreiteter Turniertanz; die IDO veranstaltet regelmäßig Welt- und Europameisterschaften sowie World Cups.

In den 2010er-Jahren nahm die Popularität des Tanzes nochmals deutlich zu. Dazu trug Bachata Sensual bei. In diesen Stil werden Body Waves und andere Oberkörperbewegungen eingebaut, die teilweise aus dem Zouk entlehnt sind. Zu den bekannten Vertretern gehören Korke, Jorge Escalona, und Judith, Judith Cordero; beide beanspruchen die Erfindung des Bachata Sensual für sich. Als wichtige Interpreten der Musik werden unter anderem Juan Luis Guerra, Aventura, Romeo Santos, Prince Royce, Elvis Martínez und Grupo Extra genannt.

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