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August von Goethe

Julius August Walther von Goethe (* 25. Dezember 1789 in Weimar; † 27. Oktober 1830 in Rom) war der (voreheliche) Sohn Johann Wolfgang von Goethes.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Wer war August von Goethe?
  2. 2. Ausbildung und Laufbahn
  3. 3. Verhältnis zum Vater und eigene Leistungen
  4. 4. Italienreise und Tod
  5. 5. Werke und Rezeption

Wer war August von Goethe?

Julius August Walther von Goethe (geboren am 25. Dezember 1789 in Weimar, gestorben am 27. Oktober 1830 in Rom) war der einzige Sohn des Dichters Johann Wolfgang von Goethe und dessen Frau Christiane. Da die Eltern bei seiner Geburt noch nicht verheiratet waren, gilt er als vorehelicher Sohn. August war das einzige von fünf Kindern des Paars, das das Erwachsenenalter erreichte. Er gehörte zum Hofstaat des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, der auch sein Pate war.

Ausbildung und Laufbahn

August erhielt Privatunterricht, zunächst bei dem Theologiestudenten Eisert, später im Lateinischen und Griechischen bei Friedrich Wilhelm Riemer, was ihm den Besuch des Weimarer Gymnasiums ermöglichte. Von 1808 bis 1809 studierte er drei Semester Rechtswissenschaft an der Universität Heidelberg, wo er dem Corps Guestphalia I beitrat, danach drei weitere Semester in Jena.

Am Weimarer Hof machte er Karriere: 1810 wurde er charakterisierter Kammer-Assessor, 1811 definitiv in den Staats- und Hofdienst übernommen, 1813 Hofjunker, 1815 Kammerjunker und Kammerrat und 1823 Geheimer Kammerherr. 1825 erhielt er gemeinsam mit seinen beiden Söhnen und für alle männlichen Nachkommen auf ewige Zeit das Bürgerrecht der Stadt Weimar.

Am 17. Juni 1817 heiratete er mit 27 Jahren in Weimar Ottilie von Pogwisch (1796–1872). Die Ehe erwies sich bald als problematisch. Das Paar hatte drei Kinder: Walther (1818–1885), Wolfgang Maximilian (1820–1883) und Alma (1827–1844). Unter dem Pseudonym Alphons arbeitete August 1817 und 1818 an der Zeitschrift Chaos seiner Frau mit.

Verhältnis zum Vater und eigene Leistungen

Das Verhältnis Augusts zu seinem berühmten Vater war schwierig. Er bettelte jahrzehntelang um die bloße Aufmerksamkeit des Vaters und bot sich dabei in immer neuen Steigerungen der Unterwerfung an. Der Vergleich mit dem übermächtigen Vater wirkte auf ihn einerseits lähmend, andererseits ausschweifend; wie seine Eltern war er dem Alkohol übermäßig zugetan. Er blieb faktisch der Untergebene seines Vaters und erledigte ohne wirkliches Interesse dessen Wünsche, etwa Stammbücher und Reisetagebücher zu führen.

Nach dem Tod der Mutter Christiane 1816 trat August als Briefpartner an ihre Stelle. Er unterstützte den Vater sachkundig, besonders bei naturwissenschaftlichen Fragen und bei der „Oberaufsicht über die unmittelbaren Anstalten für Kunst und Wissenschaft“, ohne seine Rolle als Sohn des Dichters auszuspielen. Er galt als Experte für Mineralogie und wurde in dieser Funktion sowohl vom Vater als auch vom Herzog zu Rate gezogen. Obwohl als unliterarisch geltend, schrieb er auch Gedichte und Erzählungen; drei Prosa-Fragmente sind in der Biografie von Stephan Oswald als Anhang abgedruckt. Zu seinen Freunden gehörte der Schriftsteller Karl von Holtei.

Italienreise und Tod

Am 22. April 1830 brach August in Begleitung von Johann Peter Eckermann nach Italien auf, um ganz von zu Hause loszukommen und sich zu beruhigen. Die Reise führte über Frankfurt am Main, Basel, Lausanne und Mailand nach Venedig und über Mantua, Cremona und Lodi zurück nach Mailand. Nachdem Eckermann erkrankt war und sich am 25. August von ihm getrennt hatte, reiste August weiter über La Spezia, wo er einen Wagensturz erlitt und selbst krank wurde, nach Florenz und über Livorno und Neapel nach Rom. Dort starb er in der Nacht vom 26. auf den 27. Oktober 1830 an einer Pockenerkrankung. Bei der Autopsie fand sich ein chronisches Subduralhämatom (eine Blutung unter der Hirnhaut).

Deutsche Künstler setzten ihn auf dem protestantischen Friedhof (Cimitero Acattolico) nahe der Cestius-Pyramide in Rom bei. In Rom hatte er August Kestner kennengelernt, einen hannoverschen Legationsrat beim Heiligen Stuhl und Sohn der „Lotte“ aus Goethes Roman Die Leiden des jungen Werthers. Kestner besorgte vor allem die Bestattung und die Benachrichtigung des Vaters; er wurde später selbst auf diesem Friedhof bestattet.

Der Grabstein trägt ein Medaillon des Toten von Bertel Thorvaldsen und eine Inschrift des Vaters, die den Vornamen verschweigt: „GOETHE FILIVS / PATRI / ANTEVERTENS / OBIIT / ANNOR XL / MDCCCXXX“ („Goethe, der Sohn, dem Vater vorangehend, schied dahin mit 40 Jahren, 1830“).

Bei einer Restaurierung 1961 wurde das originale Marmormedaillon in die Residenz des deutschen Botschafters in Rom verbracht und durch eine Bronzekopie ersetzt. Aus dieser spülte Regen Grünspan aus, der den Grabstein verunzierte. Deshalb ließ der Freundeskreis des Goethe-Nationalmuseums in Weimar die Bronzeplakette durch eine Marmorkopie des ursprünglichen Thorvaldsen-Medaillons ersetzen und den Grabstein renovieren; die Arbeiten wurden im Oktober 2025 zum 195. Todestag abgeschlossen.

Werke und Rezeption

Von August von Goethe sind vor allem Tagebücher und Briefe ediert worden, darunter:

  • „Wir waren sehr heiter. Reisetagebuch 1819“, herausgegeben von Gabriele Radecke (Aufbau, Berlin 2007).
  • „Auf einer Reise nach Süden. Tagebuch 1830“, herausgegeben von Andreas Beyer und Gabriele Radecke (Hanser, München 1999; erweiterte Neuausgabe im Deutschen Taschenbuch Verlag, München 2003).
  • „Goethes Briefwechsel mit seinem Sohn August“, herausgegeben von Gerlinde Ulm Sanford (2 Bände, Böhlau, Weimar 2005).

In dem Film Vera von 2022 stehen Vera Gemma (Tochter Giuliano Gemmas) und Asia Argento am Grabmal August von Goethes in Rom und philosophieren über die erdrückende Last berühmter Väter.

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