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Alt- und Jungmoräne

Durch periglaziale Prozesse kam es dort zu bedeutender Abtragung (vor allem Denudation, weniger Erosion) und andererseits zur Akkumulation von Sedimenten in den …

Inhalt3 Abschnitte
  1. 1. Grundidee und Alter
  2. 2. Merkmale des Altmoränenlandes
  3. 3. Merkmale und Verbreitung des Jungmoränenlandes

Grundidee und Alter

Altmoräne und Jungmoräne bezeichnen unterschiedlich alte Landschaftsformen in ehemals vergletscherten Gebieten Mitteleuropas. Die Begriffe werden auf alle Elemente der glazialen Serie übertragen, also auf die typischen Formen und Ablagerungen, die ein Gletscher und sein Schmelzwasser hinterlassen. Streng genommen sind Schmelzwasserablagerungen und -formen jedoch keine Moränen.

Die meisten heute sichtbaren Altmoränen entstanden in der Saaleeiszeit beziehungsweise Riß-Kaltzeit vor rund 130.000 bis 140.000 Jahren oder sind noch älter. Sie können bis in die Günz-Kaltzeit zurückgehen, die 600.000 bis 800.000 Jahre alt ist. Jungmoränenlandschaften sind in Mitteleuropa meist rund 15.000 bis 20.000 Jahre alt und jedenfalls nicht älter als etwa 100.000 Jahre. Sie entstanden in der Weichseleiszeit beziehungsweise im alpinen Vergletscherungsgebiet in der Würmeiszeit.

Merkmale des Altmoränenlandes

Altmoränenlandschaften waren während der letzten Eiszeit Tundren oder Kältewüsten. Periglaziale Prozesse, also Vorgänge in der kalten Umgebung ehemaliger Gletschergebiete, führten zu starker Abtragung. Dabei überwog Denudation, die flächenhafte Abtragung durch Verwitterung und andere Prozesse, gegenüber der Erosion. In Niederungen wurden zugleich Sedimente abgelagert.

Dadurch sind die ursprünglich glazialen Formen stark verwischt und abgeflacht. Geschlossene Hohlformen wie Toteiskessel und Seen sind fast vollständig verfüllt. Das Altmoränenland ist deshalb reliefärmer als Jungmoränenland, besitzt kaum noch natürliche Seen und hat ein normal sowie hierarchisch ausgebildetes Flusssystem.

Die oberflächennahen Sedimente sind lange verwittert. Die Böden sind stärker ausgelaugt, also etwa verbraunt, entkalkt oder podsoliert. Der Geschiebemergel ist meist 3–4 Meter tief entkalkt; bei geringerer Mächtigkeit kann er vollständig entkalkt sein. Weil während der Kaltzeiten kaum Vegetation vorhanden war, konnte der Wind Sand und Schluff leicht verblasen. Deshalb sind Windkanter, Dünen und Löss für viele Altmoränengebiete typisch.

Merkmale und Verbreitung des Jungmoränenlandes

Jungmoränenland besitzt frische, deutlich erkennbare Glazialformen. Es gibt zahlreiche geschlossene Hohlformen; viele davon sind mit Wasser gefüllt. Das Flusssystem ist häufig noch unreif und chaotisch, und es kommen zahlreiche Binnenentwässerungsgebiete vor. Windkanter und Dünen gibt es ebenfalls, sie sind aber jünger und weniger intensiv ausgebildet als im Altmoränenland. Die Böden sind weniger stark verwittert. Auf Grundmoränenflächen beträgt die Entkalkung des Geschiebemergels daher oft weniger als einen Meter.

In Deutschland liegen Jungmoränenlandschaften in den Gebieten, die während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Kaltzeit, vergletschert waren: in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, im östlichen Schleswig-Holstein und im nordöstlichen Zipfel Hamburgs. Altmoränen liegen ausschließlich in Gebieten, die in früheren Eiszeiten vergletschert waren, aber nicht in der Weichsel-Kaltzeit. Dazu gehören potenziell Teile des nördlichen Nordrhein-Westfalen, des westlichen Schleswig-Holstein, Niedersachsens, Sachsen-Anhalts, Thüringens und Sachsens. In heute stark reliefierten Gebieten wie Thüringen sind Altmoränen kaum noch als solche erkennbar.

Die Linie des weitesten Vorrückens von Vergletscherungen in Norddeutschland heißt Feuersteinlinie. Altmoränen können sich nur zwischen der roten Linie der Weichsel-Kaltzeit und der Feuersteinlinie finden.

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