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Glaziale Serie in Norddeutschland [Erdkunde] - Von der Eiszeit geprägte Landschaften

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  1. In diesem Video soll es um die glaziale Serie gehen. Glazial bedeutet im Zusammenhang mit Gletschern entstanden und tatsächlich haben Gletscher unsere
  2. Landschaften im Laufe von Jahrtausenden so geformt, dass sich Landschaftsformen bildeten, die in einer bestimmten Serie bzw. Abfolge angeordnet sind.
  3. Und seit mindestens 3 Millionen Jahren leben wir in einer Eiszeit, auch wenn das viele Leute immer wieder erstaunt. Ein Eiszeitalter ist per Definition so
  4. ein Abschnitt der Erdgeschichte, in der Polarregion auf der Erde vergletschert sind. Und seit mindestens 3 Millionen Jahren existieren auf der Nordhalbkugel
  5. ausgedehnte Eisflächen und auf der Südhalbkugel sogar seit 15 Millionen Jahren. Dabei war es mehrere Male so kalt, dass skandinavisches Inlandeis und
  6. Eis der Alpen vorgedrungen ist. Während der Saale-Eiszeit ist das Eis sogar bis zum Nordrand der nördlichen Mittelgebirge Deutschlands vorgedrungen
  7. und während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, immerhin bis weit ins norddeutsche Tiefland. Deshalb prägt die glaziale Serie vor allem das
  8. Landschaftsbild Norddeutschlands und des Alpenvorlandes, wobei sich die folgende schematische Darstellung auf die glaziale Serie Norddeutschlands beziehen
  9. soll. Die Gletscher flossen zwar sehr langsam nach Süden, hatten aber eine enorme Kraft. Und das ist auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich
  10. waren sie bis zu 3 km mächtig. So hoch also, als würde man 19 Mal den Kölner Dom übereinander stapeln. Und dabei zerreibt ein Gletscher zum einen das
  11. Gestein unter sich, wodurch später dann auch die Ostsee entstanden ist, und nimmt zum anderen auch Gestein aus Skandinavien, z.B. Granit, mit, das er
  12. auch zum Teil unter sich ablagert, also entstehend eine flache Landschaft. Diese wird als Grundmoräne bezeichnet. Am südlichen Rand des Gletschers wird
  13. mitgeführtes Gestein immer weiter aufgeschoben. Es entsteht eine sogenannte Endmoräne. Diese Endmoränen sind in Norddeutschland die einzigen
  14. natürlich vorkommenden Erhebungen in einem sonst unglaublich flachen Land. Hier sind beispielsweise die Helpter Berge dargestellt, mit knapp 180 m über
  15. dem Meeresspiegel die höchste Erhebung, der höchste Berg Mecklenburg-Vorpommerns. Wenn der Gletscher schließlich nicht mehr weiter
  16. in Richtung Süden vordringt und es zunehmend wärmer wird, durchbricht Schmelzwasser die Endmoräne an einigen Stellen und führt dabei feinkörnige
  17. Sedimente mit und lagert sie als sogenannte Sander ab. Das Wasser fließt entlang des Gefälles weiter bis zum Urstromtal. Das ist die idealtypische
  18. Abfolge der glazialen Serie: Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal. Die Formung der Landschaft ist aber noch nicht abgeschlossen. Das
  19. Eis der Gletscher kühlt die Luft ab, sodass kalte Fallwinde entstehen, die vor allem im Bereich der Sander feinkörnigen Gesteinsstaub
  20. mittransportieren und diese am Nordrand vieler deutscher Mittelgebirge ablagern. Der abgelagerte Gesteinsstaub wird auch Löss genannt. In diesen Gebieten
  21. entwickelten sich die fruchtbarsten Böden in Deutschland, die entsprechend vielfältig für den Ackerbau genutzt werden. In Norddeutschland werden diese
  22. Gebiete auch als Börden bezeichnet. Die in den Gletschern enthaltenen Steine sanken beim Abschmelzen der Gletscher auf den Boden und so sind heute im
  23. Bereich der Grundmoränen Steine vorzufinden, die sonst nur in Skandinavien existieren, sogenannte Findlinge. Im 18. Jahrhundert, als man
  24. noch keine wissenschaftliche Erklärung dafür hatte, stellten die Steine den Menschen vor große Rätsel. Es wurde darüber diskutiert, durch welche Kräfte
  25. ein Findling über so weite Strecken transportiert werden konnte. Außerdem entstanden Toteisseen, indem sich beim Abtauen der Gletscherzunge ein Eisblock
  26. löste, dieser durch Schmelzwasser Sedimente konserviert, also haltbar gemacht wurde und die Sedimente nach dem Abschmelzen des Eises zusammenstürzten.
  27. Grundmoränen prägen heute einen Großteil des flachen Landschaftsbildes in Norddeutschland. Die Lüneburger Heide liegt auf dem Gebiet eines ehemaligen
  28. Sanders. Unfruchtbare Sandböden prägen auch heute diese Landschaft.

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