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Glaziale Serie in Norddeutschland [Erdkunde] - Von der Eiszeit geprägte Landschaften
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 28 Zeilen
- In diesem Video soll es um die glaziale Serie gehen. Glazial bedeutet im Zusammenhang mit Gletschern entstanden und tatsächlich haben Gletscher unsere
- Landschaften im Laufe von Jahrtausenden so geformt, dass sich Landschaftsformen bildeten, die in einer bestimmten Serie bzw. Abfolge angeordnet sind.
- Und seit mindestens 3 Millionen Jahren leben wir in einer Eiszeit, auch wenn das viele Leute immer wieder erstaunt. Ein Eiszeitalter ist per Definition so
- ein Abschnitt der Erdgeschichte, in der Polarregion auf der Erde vergletschert sind. Und seit mindestens 3 Millionen Jahren existieren auf der Nordhalbkugel
- ausgedehnte Eisflächen und auf der Südhalbkugel sogar seit 15 Millionen Jahren. Dabei war es mehrere Male so kalt, dass skandinavisches Inlandeis und
- Eis der Alpen vorgedrungen ist. Während der Saale-Eiszeit ist das Eis sogar bis zum Nordrand der nördlichen Mittelgebirge Deutschlands vorgedrungen
- und während der letzten Eiszeit, der Weichsel-Eiszeit, immerhin bis weit ins norddeutsche Tiefland. Deshalb prägt die glaziale Serie vor allem das
- Landschaftsbild Norddeutschlands und des Alpenvorlandes, wobei sich die folgende schematische Darstellung auf die glaziale Serie Norddeutschlands beziehen
- soll. Die Gletscher flossen zwar sehr langsam nach Süden, hatten aber eine enorme Kraft. Und das ist auch nicht wirklich verwunderlich, schließlich
- waren sie bis zu 3 km mächtig. So hoch also, als würde man 19 Mal den Kölner Dom übereinander stapeln. Und dabei zerreibt ein Gletscher zum einen das
- Gestein unter sich, wodurch später dann auch die Ostsee entstanden ist, und nimmt zum anderen auch Gestein aus Skandinavien, z.B. Granit, mit, das er
- auch zum Teil unter sich ablagert, also entstehend eine flache Landschaft. Diese wird als Grundmoräne bezeichnet. Am südlichen Rand des Gletschers wird
- mitgeführtes Gestein immer weiter aufgeschoben. Es entsteht eine sogenannte Endmoräne. Diese Endmoränen sind in Norddeutschland die einzigen
- natürlich vorkommenden Erhebungen in einem sonst unglaublich flachen Land. Hier sind beispielsweise die Helpter Berge dargestellt, mit knapp 180 m über
- dem Meeresspiegel die höchste Erhebung, der höchste Berg Mecklenburg-Vorpommerns. Wenn der Gletscher schließlich nicht mehr weiter
- in Richtung Süden vordringt und es zunehmend wärmer wird, durchbricht Schmelzwasser die Endmoräne an einigen Stellen und führt dabei feinkörnige
- Sedimente mit und lagert sie als sogenannte Sander ab. Das Wasser fließt entlang des Gefälles weiter bis zum Urstromtal. Das ist die idealtypische
- Abfolge der glazialen Serie: Grundmoräne, Endmoräne, Sander und Urstromtal. Die Formung der Landschaft ist aber noch nicht abgeschlossen. Das
- Eis der Gletscher kühlt die Luft ab, sodass kalte Fallwinde entstehen, die vor allem im Bereich der Sander feinkörnigen Gesteinsstaub
- mittransportieren und diese am Nordrand vieler deutscher Mittelgebirge ablagern. Der abgelagerte Gesteinsstaub wird auch Löss genannt. In diesen Gebieten
- entwickelten sich die fruchtbarsten Böden in Deutschland, die entsprechend vielfältig für den Ackerbau genutzt werden. In Norddeutschland werden diese
- Gebiete auch als Börden bezeichnet. Die in den Gletschern enthaltenen Steine sanken beim Abschmelzen der Gletscher auf den Boden und so sind heute im
- Bereich der Grundmoränen Steine vorzufinden, die sonst nur in Skandinavien existieren, sogenannte Findlinge. Im 18. Jahrhundert, als man
- noch keine wissenschaftliche Erklärung dafür hatte, stellten die Steine den Menschen vor große Rätsel. Es wurde darüber diskutiert, durch welche Kräfte
- ein Findling über so weite Strecken transportiert werden konnte. Außerdem entstanden Toteisseen, indem sich beim Abtauen der Gletscherzunge ein Eisblock
- löste, dieser durch Schmelzwasser Sedimente konserviert, also haltbar gemacht wurde und die Sedimente nach dem Abschmelzen des Eises zusammenstürzten.
- Grundmoränen prägen heute einen Großteil des flachen Landschaftsbildes in Norddeutschland. Die Lüneburger Heide liegt auf dem Gebiet eines ehemaligen
- Sanders. Unfruchtbare Sandböden prägen auch heute diese Landschaft.
Zum Nachlesen
Glaziale SerieDie Glaziale Serie (zu lateinisch glacies „Eis“) bezeichnet in Mitteleuropa die in einer bestimmten Reihenfolge ausgebildeten Landschaftsformen, die während …
SanderAls Bestandteil der Glazialen Serie entstehen sie, wenn Gletscherschmelzbäche die Endmoräne durchschneiden und sich in der Ebene dahinter als verflochtener …
OstseeGeprägt ist die Ostsee durch ihren geringen Salzgehalt, den eingeschränkten Wasseraustausch und die starke Schichtung des Wasserkörpers. Diese Faktoren machen …
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