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Adult Oriented Rock

Als Adult Oriented Rock (AOR) wird Rockmusik mit einer stark kommerziellen Ausrichtung bezeichnet, die in den frühen 1980er Jahren ihre Hochphase hatte.

Inhalt4 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Merkmale
  2. 2. Entstehung und Entwicklung
  3. 3. Prägende Bands, Film und Niedergang
  4. 4. Beispiele für Alben und Songs

Überblick und Merkmale

Adult Oriented Rock (AOR) bezeichnet Rockmusik mit starker kommerzieller Ausrichtung. Die Hochphase lag in den frühen 1980er Jahren. Weitere Bezeichnungen sind Mainstream Rock, Melodic Rock, Arena-Rock oder Stadion-Rock.

Musikjournalisten verstehen darunter meist keyboardlastige, auskomponierte Rockmusik mit professionellem Gesang und ausgefeilter Produktion. Kennzeichnend sind Eingängigkeit, eine häufig positive Grundstimmung sowie markante, hymnenartige Refrains, die zum Mitsingen geeignet sind. Wichtig sind außerdem pathetische Rock-Balladen, sogenannte Power-Balladen. Diese gehören bei AOR-Bands oft zu den kommerziell erfolgreichsten Liedern, etwa „I Want to Know What Love Is“ von Foreigner oder „Don’t Stop Believin’“ von Journey.

Entstehung und Entwicklung

Der Begriff AOR wurde Ende der 1970er Jahre in den Vereinigten Staaten erstmals für Musik verwendet, die typische Hard-Rock-Elemente mit anspruchsvoller Popmusik verband. Als stilistische Vorreiter gelten Softrock-Bands wie Eagles, Fleetwood Mac und America. Sie machten den harmonischen Westcoast-Sound von Jefferson Airplane sowie Crosby, Stills, Nash & Young zu eingängigen, radio-tauglichen Rocksongs.

Als eines der ersten AOR-Alben wird oft das selbstbetitelte Debütalbum „Boston“ der US-Band Boston genannt. Es enthält den Welthit „More Than a Feeling“ und verkaufte sich 17 Millionen Mal. In den 1980er Jahren erzielten AOR-Bands viele Hits, die bis heute regelmäßig im Radio gespielt werden.

Prägende Bands, Film und Niedergang

AOR war vor allem nordamerikanisch geprägt. Bedeutende Bands waren Journey, Foreigner, Toto, REO Speedwagon, Styx und Survivor aus den USA; der erfolgreichste Vertreter aus Kanada war Bryan Adams. Aus England kamen unter anderem Asia und Magnum. Wegen des kommerziellen Erfolgs näherten sich auch Hard-Rock-Bands wie Aerosmith, Van Halen, ZZ Top, Nazareth, Slade und Rainbow dem keyboardlastigen AOR-Sound an.

AOR spielte auch in der Filmmusik eine Rolle: Survivors „Eye of the Tiger“ und „Burning Heart“ sind in den Rocky-Filmen mit Sylvester Stallone zu hören. Ende der 1980er Jahre verlor das Genre an Bedeutung. Zwar folgte mit Winger, Giant und Mr. Big eine zweite Welle melodischer Rockbands, doch Sleaze-Rock-Bands wie Guns n’ Roses prägten nun mit einem roheren Sound das Bild. Mit dem Aufkommen von Grunge Anfang der 1990er Jahre war die AOR-Hochphase endgültig vorbei.

Frankie Sullivan von Survivor beschrieb den Wandel so: In den 1970er Jahren standen Musiker, lange Soli und Jam-Sessions im Vordergrund; in den 1980er Jahren rückte der Song stärker ins Zentrum. Von 1983 bis 1988 sei Radiohören für ihn „eine echte Freude“ gewesen.

Beispiele für Alben und Songs

Zu den bekannten AOR-Alben zählen „Boston“ von Boston (1976), „Hi Infidelity“ von REO Speedwagon (1980), „Escape“ von Journey (1981), „IV“ von Toto (1982), „Reckless“ von Bryan Adams (1984) und „Agent Provocateur“ von Foreigner (1984).

Bekannte Songs sind „More Than a Feeling“ von Boston (1976), „Hold the Line“ von Toto (1978), „Keep On Loving You“ von REO Speedwagon (1980), „Don’t Stop Believin’“ von Journey (1981), „Africa“ von Toto (1982), „Heat of the Moment“ von Asia (1982), „Eye of the Tiger“ von Survivor (1982) und „Runaway“ von Bon Jovi (1984).

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