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Das Laplace-Experiment I musstewissen Mathe
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 62 Zeilen
- Lande ich beim nächsten Wurf auf der Schlossallee oder muss ich ins Gefängnis?
- Viele Spiele wie Monopoly oder - ganz klassisch - Backgammon spielt man nicht mit einem, sondern mit zwei Würfeln.
- In diesem Video zeige ich euch, wie man an die richtigen Wahrscheinlichkeiten rankommt.
- Dann kann euch beim nächsten Spieleabend keiner mehr was vormachen.
- Bei Spielen mit nur einem Würfel ist die Sache einfach. Die möglichen Ergebnisse ωi sind die verschiedenen Augenzahlen.
- Das heißt, die Ergebnismenge Ω besteht aus den Zahlen 1 bis 6. Und es ist ein sogenanntes "Laplace-Experiment".
- Das heißt, alle Ergebnisse ωi haben die gleiche Wahrscheinlichkeit, P(ωi) ist gleich ein Sechstel.
- Können wir das bei zwei Würfeln nicht genauso machen? Probieren wir's aus. An die Arbeit.
- Bei Monopoly zählt man die beiden Würfel zusammen. Wir definieren also als Ergebnisse ωi die möglichen Augensummen,
- das heißt die Zahlen von 2 bis 12. Unsere Ergebnismenge Ω sieht dann so aus:
- Das sind elf verschiedene Ergebnisse. Die 1 fehlt ja.
- Wenn es ein Laplace-Experiment ist, dann hat jedes Ergebnis die gleiche Wahrscheinlichkeit,
- nämlich ein Elftel. * Tröten *
- Nee, das kann nicht sein. Beim Spielen habt ihr doch sicher auch schon gemerkt,
- dass die "extremen Zahlen", 2 und 12, viel seltener vorkommen als die anderen Zahlen.
- Wir haben hier kein Laplace-Experiment und die Wahrscheinlichkeiten sind völliger Quatsch.
- Mist. Was lief falsch?
- Wo ist der Denkfehler? Wir haben so getan, als hätten wir einen elfseitigen Würfel.
- Wir auch immer so etwas aussieht. Tatsächlich haben wir aber ein zusammengesetztes Zufallsexperiment
- mit zwei normalen Würfeln. Deren Augenzahlen werden addiert.
- 2 und 12 kann man nur auf jeweils eine Art und Weise bekommen: Die Zahlen in der Mitte ergeben sich auf mehrere Arten als Summe.
- Kurz nachzählen: 36 verschiedene Summen.
- Als Ergebnisse dürfen wir also nicht die Summen von 2 bis 12 nehmen, sondern Zahlenpaare.
- Übersichtlicher wird es in einer Tabelle. Die Tabelle hat 6 x 6, also 36 Einträge.
- Aber beschreiben diese 36 Einträge wirklich alle verschiedenen Möglichkeiten?
- Sind nicht zum Beispiel 2/1 und 1/2 eigentlich dasselbe? Oder 5/2 und 2/5?
- Es geht um die Reihenfolge. Bei einem Pasch ist die Reihenfolge ganz sicher egal.
- Aber jeder Pasch hat auch nur einen einzigen Eintrag. Die liegen auf einer Diagonalen in der Tabelle.
- Wenn die beiden Würfel verschiedene Zahlen zeigen, dann gehören dazu zwei Einträge.
- Eine runter der Diagonalen und der andere darüber, und zwar genau gegenüber.
- Es ist eine Art Spiegelung. Wenn wir die Reihenfolge ignorieren,
- dann können wir die Einträge über der Diagonalen weglassen. Es bleiben nur noch 21 Einträge übrig.
- Was ist jetzt richtig? Ist es besser, mit den 21 Ergebnissen zu arbeiten?
- Oder müssen wir doch die vollen 36 nehmen? Wir brauchen eine neue Idee.
- Ha! Bis jetzt sind wir immer von zwei gleichen Würfeln ausgegangen.
- Aber was ist, wenn die beiden Würfel verschieden sind? Zum Beispiel ein roter und ein blauer.
- Bei solchen Würfeln kann man immer erkennen, welcher Würfel was gewürfelt hat.
- Eine rote 2 und eine blaue 1 ist was anderes als eine rote 1 und eine blaue 2. Zum Beispiel könnte man zweistellige Zahlen bilden:
- der rote Würfel vorne, der blaue hinten. Und eine 21 ist natürlich was anderes als eine 12.
- Wir müssen die Reihenfolge also berücksichtigen. Wir halten fest:
- Unsere Ergebnisse ωi sind die möglichen Augenpaare. Und dabei ist die Reihenfolge wichtig.
- Bei zwei Augenwürfeln besteht die Ergebnismenge Ω also aus allen 36 Einträgen unserer Tabelle.
- Jetzt zu den Wahrscheinlichkeiten. Der rote und der blaue Würfel sind voneinander unabhängig.
- Wenn zum Beispiel ein roter Würfel in New York eine 5 zeigt, dann ist die Wahrscheinlichkeit,
- dass ein blauer Würfel in Timbuktu eine 2 zeigt, immer noch ein Sechstel. Das bedeutet: Die Wahrscheinlichkeit für das Augenpaar 5/2
- ist ein Sechstel von einem Sechstel, also ein Sechstel mal ein Sechstel, gleich ein Sechsunddreißigstel.
- Für alle anderen Augenpaare gilt genau das Gleiche. In der Welt der Augenpaare herrscht also totale Gleichberechtigung.
- Kurz gesagt: Es ist ein Laplace-Experiment. Puh, das war anstrengend.
- Aber jetzt ist die schwere Arbeit auch getan, denn der Rest ist eigentlich nur noch abzählen.
- Ein Beispiel: Monopoly. Mit einer 5 lande ich auf der Schlossallee und bin pleite.
- Bei welchen Ereignissen kommt die 5? Klar, bei 4/1, 3/2, 2/3 und 1/4. Das sind vier Stück.
- Jedes Ergebnis hat die gleiche Wahrscheinlichkeit von einem Sechsunddreißigstel.
- Zusammen sind das vier Sechsunddreißigstel. Für die anderen Augensummen geht man genauso vor.
- Von 2 bis 7 steigen die Wahrscheinlichkeiten gleichmäßig von 1 auf 6 Sechsunddreißigstel.
- Von 7 bis 12 gehen die Wahrscheinlichkeiten genauso wieder runter.
- Übrigens: Die Wahrscheinlichkeiten von verschiedenen Ergebnissen lassen sich hier am besten miteinander vergleichen,
- wenn man die Brüche nicht kürzt, ganz ausnahmsweise mal.
- Fragt eure Lehrer, was die davon halten. So, jetzt seid ihr gerüstet, um alle möglichen Wahrscheinlichkeiten
- bei einem Würfelwurf mit zwei Würfeln zu bestimmen. Was ist zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit für einen Pasch?
- Wenn ihr das jetzt wisst, dann schreibt eure Antwort in die Kommentare.
- Fragen und Anregungen könnt ihr auch da hinterlassen. Wenn euch das Video gefallen hat, gebt uns einen Daumen nach oben.
- Und wenn ihr in Zukunft mehr wissen wollt, dann abonniert uns. Bis dann. Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
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