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Jesus: Das synoptische Problem
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 33 Zeilen
- Mein Name ist Karsten Jung und ich stelle anhand des Lehrbuchs Evangelisch verstehen heute das synoptische Problem und seine Lösung vor. Wir befinden uns
- im Buch auf Seite 125. Was ist das synoptische Problem? Die drei ersten Evangelien Matthäus, Markus und Lukas weisen ein erstaunliche
- Parallelität in ihrem Wortbestand auf. Das Matthäusevangelium enthält das Markusevangelium fast vollständig. Darüber hinaus gibt es enge
- wortwörtliche Übereinstimmung zum Lukasevangelium. Es gibt diese Übereinstimmung einerseits zwischen Markus, das in Matthäus und
- Lukas enthalten ist in unterschiedlicher Menge und zum anderen zwischen Matthäus und Lukas. Zum dritten haben sowohl Matthäus wie auch Lukas eine große
- Menge, etwa ein Viertel ihres Bestandes an Text, der nur in diesen Evangelien vorhanden ist, das sogenannte Sondergut. Man hat sich lange die Frage gestellt,
- wie das sein kann, dass die Evangelien teilweise wortwörtlich kennen. Man muss sich das so vorstellen, wie ein Lehrer sich die Frage stellen würde,
- wenn er zwei fast wortgleiche Arbeiten von Schülern bekommt, da liegt die Vermutung nah, der eine hat vom anderen abgeschrieben. Und so lag die Vermutung
- auch bei den synoptischen Evangelien nah. Irgendjemand hat von irgendjemandem abgeschrieben, bloß wer von wem. In der Forschung wurden zunächst Thesen
- diskutiert, dass Markus von Matthäus abgeschrieben hätte und das gekürzt hat, Lukas auch von Matthäus abgeschrieben hätte und dann gekürzt und um
- zusätzliche eigene Geschichten ergänzt, das würde das Problem erklären. Nichtsdestotrotz bleiben bei dieser Lösung aber Fragen offen.
- Wahrscheinlicher ist es, dass Matthäus und Lukas zwei Quellen benutzt haben bei der Abfassung ihres Evangeliums. Nämlich erstens Matthäus und Lukas, die sich
- nicht kannten, hatten beide das Markusevangelium und zweitens eine gemeinsame Quelle mit Aussprüchen Jesu. Diese Quelle, weil wir
- sie bislang nicht gefunden haben, wird einfach mit dem Namen Q für Quelle bedacht. Das heißt also, schauen wir auf Seite
- 126, die Entstehung der Evangelien folgt folgendem Schema. Markus und Kuh bilden Quellen für
- Matthäus und Lukas, die jeweils sondergut benutzt haben. Markus ist etwa um 70 Uhr nach Christus geschrieben. Die Quelle Q wird
- vermutlich eine Sammlung von Jesus Worten gewesen sein, die schon bald nach seinem Tod aufgetaucht ist, wahrscheinlich um 40 nach Christus.
- Lukas und Matthäus haben ihre Evangelien unabhängig voneinander zwischen 80 und 90 geschrieben. Für die Erforschung des historischen
- Jesus ist diese Erkenntnis von hoher Relevanz. Wir haben bei den Kriterien der Jesusforschung ja erkannt, dass das Kriterium der mehrfachen, unabhängigen
- Bezeugung historische Sicherheit bietet. Also, wir haben erkannt, wenn Dinge von zwei unabhängigen Zeugen bezeugt werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch,
- dass es mit dem Markusevangelium und der Quelle Q haben wir zwei unabhängige Zeugen, die uns etwas über Jesus berichten. Das
- heißt, wir können dort, wo sie übereinstimmen, relativ genau etwas über Jesus sagen. Das heißt, die zwei Quellentheorie führt zu einer vertieften
- und genaueren Erkenntnis dessen, wer Jesus war und was er wollte. Das ist allerdings nicht ohne Problem, denn
- Matthäus, Markus und Kuh berichten sehr unterschiedliche Dinge. Während Markus einen Bericht schreibt über Taten Jesu, über Verkündigung Jesu, über Ausschnitte
- aus seinem Leben, ist die Quelle Quh eine reine Sammlung von Sprüchen, Aussprüchen, die Jesus getan hat. Wir erfahren also mit dem Kriterium der
- mehrfachen unabhängigen Bezeugung nichts über Jesu Lebenslauf. Wir haben nach wie vor die Unsicherheit, dass das Markusevangelium
- man sagt komponiert ist. Das heißt, also es unterliegt bestimmten äh Aufbauprinzipien. Das heißt, wir können davon ausgehen, dass das
- Markusevangelium nicht sehr genau ist, was die Biografie Jesu angeht und gleichzeitig Kuh uns keine Informationen liefert. Das heißt, was wir mit dem
- Kriterium der mehrfachen unabhängigen Bezeugung und der zwei Quellentheorie nicht kriegen, ist die Biographijesung. Was wir aber sehr wohl kriegen, ist
- Aufschluss über die Verkündigung Jesu. Dort gibt es Parallelen und diese Parallelen führen uns zur Sicherheit darüber, was Jesus verkündigt hat. Wir
- wollen das in einem anderen Film uns noch genauer anschauen. Ist ja hier an dieser Stelle nur schon erwähnt. Wesentlicher Bestandteil für die
- Verkündigung Jesu sind zwei Punkte. Nämlich einerseits die Ethik. Jesus war es wichtig, dass Menschen sich in einer bestimmten Weise gut verhalten. Und
- zweitens das Reich Gottes. Jesus predigt das Anbrechen des Reiches Gottes, das schon jetzt mit seinem Wirken hereangebrochen sei.
Zum Nachlesen
Logienquelle QDennoch ist die Zweiquellen-Theorie (Synoptisches Problem) umstritten. Ferner werden gegen die Zwei-Quellen-Theorie vor allem drei Sachverhalte geltend gemacht:.
Synoptische EvangelienDiese beschreiben und deuten das Leben und die Lehre Jesu aus einer vergleichbaren Perspektive. Zum besseren Vergleich der Texte hat Johann Jakob Griesbach sie …
Synoptisches ProblemEine vergleichende Gegenüberstellung als Synopse zeigt, dass diese kanonisierten Evangelien – Matthäus, Markus und Lukas – viele Textpassagen gemeinsam haben, …
Evangelium nach MatthäusAufklärung und Liberalismus sahen Jesus Christus vor allem als Verkünder einer neuen Ethik, in diesem Zusammenhang konnte das Christentum geradezu als „Religion …