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Jesus: Das synoptische Problem

Dr. Karsten Jung5:32 19.550 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 33 Zeilen
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  1. Mein Name ist Karsten Jung und ich stelle anhand des Lehrbuchs Evangelisch verstehen heute das synoptische Problem und seine Lösung vor. Wir befinden uns
  2. im Buch auf Seite 125. Was ist das synoptische Problem? Die drei ersten Evangelien Matthäus, Markus und Lukas weisen ein erstaunliche
  3. Parallelität in ihrem Wortbestand auf. Das Matthäusevangelium enthält das Markusevangelium fast vollständig. Darüber hinaus gibt es enge
  4. wortwörtliche Übereinstimmung zum Lukasevangelium. Es gibt diese Übereinstimmung einerseits zwischen Markus, das in Matthäus und
  5. Lukas enthalten ist in unterschiedlicher Menge und zum anderen zwischen Matthäus und Lukas. Zum dritten haben sowohl Matthäus wie auch Lukas eine große
  6. Menge, etwa ein Viertel ihres Bestandes an Text, der nur in diesen Evangelien vorhanden ist, das sogenannte Sondergut. Man hat sich lange die Frage gestellt,
  7. wie das sein kann, dass die Evangelien teilweise wortwörtlich kennen. Man muss sich das so vorstellen, wie ein Lehrer sich die Frage stellen würde,
  8. wenn er zwei fast wortgleiche Arbeiten von Schülern bekommt, da liegt die Vermutung nah, der eine hat vom anderen abgeschrieben. Und so lag die Vermutung
  9. auch bei den synoptischen Evangelien nah. Irgendjemand hat von irgendjemandem abgeschrieben, bloß wer von wem. In der Forschung wurden zunächst Thesen
  10. diskutiert, dass Markus von Matthäus abgeschrieben hätte und das gekürzt hat, Lukas auch von Matthäus abgeschrieben hätte und dann gekürzt und um
  11. zusätzliche eigene Geschichten ergänzt, das würde das Problem erklären. Nichtsdestotrotz bleiben bei dieser Lösung aber Fragen offen.
  12. Wahrscheinlicher ist es, dass Matthäus und Lukas zwei Quellen benutzt haben bei der Abfassung ihres Evangeliums. Nämlich erstens Matthäus und Lukas, die sich
  13. nicht kannten, hatten beide das Markusevangelium und zweitens eine gemeinsame Quelle mit Aussprüchen Jesu. Diese Quelle, weil wir
  14. sie bislang nicht gefunden haben, wird einfach mit dem Namen Q für Quelle bedacht. Das heißt also, schauen wir auf Seite
  15. 126, die Entstehung der Evangelien folgt folgendem Schema. Markus und Kuh bilden Quellen für
  16. Matthäus und Lukas, die jeweils sondergut benutzt haben. Markus ist etwa um 70 Uhr nach Christus geschrieben. Die Quelle Q wird
  17. vermutlich eine Sammlung von Jesus Worten gewesen sein, die schon bald nach seinem Tod aufgetaucht ist, wahrscheinlich um 40 nach Christus.
  18. Lukas und Matthäus haben ihre Evangelien unabhängig voneinander zwischen 80 und 90 geschrieben. Für die Erforschung des historischen
  19. Jesus ist diese Erkenntnis von hoher Relevanz. Wir haben bei den Kriterien der Jesusforschung ja erkannt, dass das Kriterium der mehrfachen, unabhängigen
  20. Bezeugung historische Sicherheit bietet. Also, wir haben erkannt, wenn Dinge von zwei unabhängigen Zeugen bezeugt werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch,
  21. dass es mit dem Markusevangelium und der Quelle Q haben wir zwei unabhängige Zeugen, die uns etwas über Jesus berichten. Das
  22. heißt, wir können dort, wo sie übereinstimmen, relativ genau etwas über Jesus sagen. Das heißt, die zwei Quellentheorie führt zu einer vertieften
  23. und genaueren Erkenntnis dessen, wer Jesus war und was er wollte. Das ist allerdings nicht ohne Problem, denn
  24. Matthäus, Markus und Kuh berichten sehr unterschiedliche Dinge. Während Markus einen Bericht schreibt über Taten Jesu, über Verkündigung Jesu, über Ausschnitte
  25. aus seinem Leben, ist die Quelle Quh eine reine Sammlung von Sprüchen, Aussprüchen, die Jesus getan hat. Wir erfahren also mit dem Kriterium der
  26. mehrfachen unabhängigen Bezeugung nichts über Jesu Lebenslauf. Wir haben nach wie vor die Unsicherheit, dass das Markusevangelium
  27. man sagt komponiert ist. Das heißt, also es unterliegt bestimmten äh Aufbauprinzipien. Das heißt, wir können davon ausgehen, dass das
  28. Markusevangelium nicht sehr genau ist, was die Biografie Jesu angeht und gleichzeitig Kuh uns keine Informationen liefert. Das heißt, was wir mit dem
  29. Kriterium der mehrfachen unabhängigen Bezeugung und der zwei Quellentheorie nicht kriegen, ist die Biographijesung. Was wir aber sehr wohl kriegen, ist
  30. Aufschluss über die Verkündigung Jesu. Dort gibt es Parallelen und diese Parallelen führen uns zur Sicherheit darüber, was Jesus verkündigt hat. Wir
  31. wollen das in einem anderen Film uns noch genauer anschauen. Ist ja hier an dieser Stelle nur schon erwähnt. Wesentlicher Bestandteil für die
  32. Verkündigung Jesu sind zwei Punkte. Nämlich einerseits die Ethik. Jesus war es wichtig, dass Menschen sich in einer bestimmten Weise gut verhalten. Und
  33. zweitens das Reich Gottes. Jesus predigt das Anbrechen des Reiches Gottes, das schon jetzt mit seinem Wirken hereangebrochen sei.

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