Jesus: Das synoptische Problem Dr. Karsten Jung https://www.youtube.com/watch?v=z1llURRAGAM Transkript (automatisch erstellt) 0:05 Mein Name ist Karsten Jung und ich stelle anhand des Lehrbuchs Evangelisch verstehen heute das synoptische Problem und seine Lösung vor. Wir befinden uns 0:14 im Buch auf Seite 125. Was ist das synoptische Problem? Die drei ersten Evangelien Matthäus, Markus und Lukas weisen ein erstaunliche 0:27 Parallelität in ihrem Wortbestand auf. Das Matthäusevangelium enthält das Markusevangelium fast vollständig. Darüber hinaus gibt es enge 0:37 wortwörtliche Übereinstimmung zum Lukasevangelium. Es gibt diese Übereinstimmung einerseits zwischen Markus, das in Matthäus und 0:46 Lukas enthalten ist in unterschiedlicher Menge und zum anderen zwischen Matthäus und Lukas. Zum dritten haben sowohl Matthäus wie auch Lukas eine große 0:57 Menge, etwa ein Viertel ihres Bestandes an Text, der nur in diesen Evangelien vorhanden ist, das sogenannte Sondergut. Man hat sich lange die Frage gestellt, 1:08 wie das sein kann, dass die Evangelien teilweise wortwörtlich kennen. Man muss sich das so vorstellen, wie ein Lehrer sich die Frage stellen würde, 1:18 wenn er zwei fast wortgleiche Arbeiten von Schülern bekommt, da liegt die Vermutung nah, der eine hat vom anderen abgeschrieben. Und so lag die Vermutung 1:25 auch bei den synoptischen Evangelien nah. Irgendjemand hat von irgendjemandem abgeschrieben, bloß wer von wem. In der Forschung wurden zunächst Thesen 1:33 diskutiert, dass Markus von Matthäus abgeschrieben hätte und das gekürzt hat, Lukas auch von Matthäus abgeschrieben hätte und dann gekürzt und um 1:44 zusätzliche eigene Geschichten ergänzt, das würde das Problem erklären. Nichtsdestotrotz bleiben bei dieser Lösung aber Fragen offen. 1:52 Wahrscheinlicher ist es, dass Matthäus und Lukas zwei Quellen benutzt haben bei der Abfassung ihres Evangeliums. Nämlich erstens Matthäus und Lukas, die sich 2:03 nicht kannten, hatten beide das Markusevangelium und zweitens eine gemeinsame Quelle mit Aussprüchen Jesu. Diese Quelle, weil wir 2:12 sie bislang nicht gefunden haben, wird einfach mit dem Namen Q für Quelle bedacht. Das heißt also, schauen wir auf Seite 2:21 126, die Entstehung der Evangelien folgt folgendem Schema. Markus und Kuh bilden Quellen für 2:30 Matthäus und Lukas, die jeweils sondergut benutzt haben. Markus ist etwa um 70 Uhr nach Christus geschrieben. Die Quelle Q wird 2:40 vermutlich eine Sammlung von Jesus Worten gewesen sein, die schon bald nach seinem Tod aufgetaucht ist, wahrscheinlich um 40 nach Christus. 2:47 Lukas und Matthäus haben ihre Evangelien unabhängig voneinander zwischen 80 und 90 geschrieben. Für die Erforschung des historischen 2:56 Jesus ist diese Erkenntnis von hoher Relevanz. Wir haben bei den Kriterien der Jesusforschung ja erkannt, dass das Kriterium der mehrfachen, unabhängigen 3:06 Bezeugung historische Sicherheit bietet. Also, wir haben erkannt, wenn Dinge von zwei unabhängigen Zeugen bezeugt werden, dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, 3:18 dass es mit dem Markusevangelium und der Quelle Q haben wir zwei unabhängige Zeugen, die uns etwas über Jesus berichten. Das 3:28 heißt, wir können dort, wo sie übereinstimmen, relativ genau etwas über Jesus sagen. Das heißt, die zwei Quellentheorie führt zu einer vertieften 3:38 und genaueren Erkenntnis dessen, wer Jesus war und was er wollte. Das ist allerdings nicht ohne Problem, denn 3:46 Matthäus, Markus und Kuh berichten sehr unterschiedliche Dinge. Während Markus einen Bericht schreibt über Taten Jesu, über Verkündigung Jesu, über Ausschnitte 4:01 aus seinem Leben, ist die Quelle Quh eine reine Sammlung von Sprüchen, Aussprüchen, die Jesus getan hat. Wir erfahren also mit dem Kriterium der 4:12 mehrfachen unabhängigen Bezeugung nichts über Jesu Lebenslauf. Wir haben nach wie vor die Unsicherheit, dass das Markusevangelium 4:22 man sagt komponiert ist. Das heißt, also es unterliegt bestimmten äh Aufbauprinzipien. Das heißt, wir können davon ausgehen, dass das 4:28 Markusevangelium nicht sehr genau ist, was die Biografie Jesu angeht und gleichzeitig Kuh uns keine Informationen liefert. Das heißt, was wir mit dem 4:38 Kriterium der mehrfachen unabhängigen Bezeugung und der zwei Quellentheorie nicht kriegen, ist die Biographijesung. Was wir aber sehr wohl kriegen, ist 4:46 Aufschluss über die Verkündigung Jesu. Dort gibt es Parallelen und diese Parallelen führen uns zur Sicherheit darüber, was Jesus verkündigt hat. Wir 4:57 wollen das in einem anderen Film uns noch genauer anschauen. Ist ja hier an dieser Stelle nur schon erwähnt. Wesentlicher Bestandteil für die 5:03 Verkündigung Jesu sind zwei Punkte. Nämlich einerseits die Ethik. Jesus war es wichtig, dass Menschen sich in einer bestimmten Weise gut verhalten. Und 5:10 zweitens das Reich Gottes. Jesus predigt das Anbrechen des Reiches Gottes, das schon jetzt mit seinem Wirken hereangebrochen sei.