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Das Synoptische Problem – Die Zweiquellentheorie 1/3: Beobachtungen | hist. Entwicklung

Latiniculus13:56 38.475 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.

Transkriptautomatisch erstellt · 86 Zeilen
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  1. wollte man den Inhalt der vier neutestamentlichen Evangelien möglichst kurz und knapp wiedergeben dann könnte man sagen es geht um Leben und Wirken
  2. Tod und Auferstehung Jesu jeder der sich mit diesen Evangelien mal etwas genauer befasst hat wird gemerkt haben dass zwischen Markus Matthäus und Lukas eine
  3. besondere Verbindung besteht denn es gibt Perikopen das heißt einzelne Abschnitte aus den entsprechenden Evangelien die bei den anderen beiden
  4. angelisten jeweils genauso vorkommen oder zumindest nur leicht abgewandelt sind und das ist nicht nur im Sinne von dass die Handlung identisch ist sondern
  5. dass tatsächlich auch der Wortlaut sich bei allen dreien gleicht deswegen bezeichnet man diese drei Evangelien auch als sogenannte synoptische
  6. Evangelien und in der Forschung stellt sich die Frage wie diese drei jetzt nun ja in Verbindung stehen ist eines dieser drei Evangelien sozusagen das Vorbild
  7. für die anderen beiden kannte Matthäus beispielsweise das Evangelium von Lukas kannte Lukas vielleicht Matthäus oder kannten sie sich nicht das sind die
  8. Fragen die gestellt werden aufgrund dieser Beobachtung die man macht und diese Fragestellung an sich bekommt in der Forschung auch einen besonderen
  9. Namen und zwar handelt es sich hier um das synoptische Problem dieses synoptische Problem führt jetzt dazu dass verschiedene Theorien aufgestellt
  10. worden sind im Laufe der Geschichte und diejenige Theorie die aktuell am weitesten Verbreitung findet ist die sogenannte zwei
  11. quellentheorie diese zwei quellentheorie wird von den meisten Theologen unterstützt es gibt allerdings gerade in den USA und in Großbritannien auch noch
  12. andere Theorien die zumindest populär sind ich will mal dieses synoptische Problem genauer anschauen und das in diesem Video machen sowie in zwei
  13. weiteren Teilen denn ich will nicht nur einmal die zwei quellentheorie darstellen ich will auch aufzeigen und zu verstehen geben wie man auf diese
  14. zwei quellentheorie kommt deswegen soll in diesem ersten Video hier jetzt eine Untersuchung der Evangelien gemacht werden also wir wollen mal auf diese
  15. drei synoptischen Evangelien schauen und schauen was fällt auf wenn wir frei von jeder Theorie einfach nur mal schauen was haben wir hier also was sind
  16. Gemeinsamkeiten was sind Unterschiede was fällt uns auf was sind also unsere Beobachtungen und dann will ich in diesem Video auch noch einen kleinen
  17. historischen Abriss geben über die wichtigsten Theorien die im Laufe der Jahrhunderte entstanden sind im zweiten Video soll es dann um die zwei
  18. quellentheorie als solche gehen also ich will dieses Schema dass man hier schon auf dieser Folie sieht erläutern erläutern wie es dazu kommt was die
  19. Grundannahmen sind und dann auch aufzeigen welche Argumente für diese zwei quellentheorie sprechen im dritten Video und letzten Video soll es dann um
  20. die offene Fragen gehen die man an diese zwei quellentheorie Stellen kann denn die zwei quellentheorie kann nicht alles erklären es gibt einige Dinge die
  21. bleiben unklar und diese Unklarheiten will ich einmal benennen und aufzeigen wie sie von der Forschung beantwortet werden bzw was letztendlich tatsächlich
  22. noch immer offen ist wer also sagt er möchte gleich zu zwei quellentheorie den verweise ich dann auf den zweiten Teil und der kann das unten tun indem man in
  23. der Beschreibung einfach auf den Link klickt oder auch gleich zum dritten Teil gehen wenn er sich zunächst mal mal mit der Kritik befassen möchte wir steigen
  24. jetzt also ein mit einem Vergleich der drei synoptischen Evangelien wenn wir das tun dann fällt uns auf dass Markus Matthäus und Lukas
  25. in der Thematik zumindest in der groben Thematik übereinstimmen zunächst einmal steht in allen drei Werken nun abgesehen von der
  26. Kindheit Jesu die bei Markus nicht auftaucht aber zunächst einmal die TFE und das Wirken nach der Taufe dann gibt es einen längeren Part der sich mit dem
  27. Wirken in Galiläa befasst und letztendlich geht es dann zur Passion und zur Auferweckung schrästrich Auferstehung Jesu das sind die
  28. Thematiken die bei allen drei Evangelien identisch sind und so kann man davon ausgehen dass das Grundgerüst aller dreien eben ja dadurch dass es identisch
  29. ist so ist dass sie in einer Abhängigkeit stehen könnten das wenn man also nur mal auf die grobe Thematik schaut wenn man dann
  30. aber mal schaut auf z.B die Abfolge von Perikopen das heißt von diesen biblichen ja von diesen Abschnitten von den einzelnen Sinnabschnitten kann man sagen
  31. dann fällt uns auf dass dort auch teilweise eine sehr deutliche Abhängigkeit auffällt nehmen wir mal das Markus Evangelium Kapitel 2 da haben wir
  32. zunächst einmal in den ersten 12 Versen eine Schilderung der Heilung eines gelähmten und zwar in kafanaum und danach folgt das mal Jesu mit Zöllnern
  33. und Sündern danach die Frage warum Jesus bzw die Jünger von Jesu nicht fasten und dann haben wir das Rupfen der Ehren am Sabbat das sind vier Perikopen die in
  34. dieser Reihenfolge bei Markus auftauchen wir stellen fest bei Matthäus und bei Lukas ist die Reihenfolge identisch bei Matthäus kommen drei dieser vier
  35. Perikopen vor und zwar die ersten drei und zwar wirklich auch direkt hintereinander ohne das was dazwischen steht und auch ohne dass jetzt eine der
  36. Perikopen vorgeschoben wird oder vertauscht wird und auch bei Lukas Folgen diese vier Perikopen alle hintereinander und das legt den Verdacht
  37. nah dass hier eine Orientierung möglicherweise an Markus vorliegt wir gehen mal hier erst einmal davon aus wir kennen die zwei quellentheorie nicht es
  38. könnte ja theoretig auch sein dass Markus sich an Lukas orientiert hat mehr können wir ja aus dieser Beobachtung erst er mal nicht
  39. schließen drittens ist dann sprachlicher Natur man wird feststellen dass sehr oft der Wortlaut sogar identisch ist wenn man mal beispielsweise Markus 214 B
  40. nehmen das B heißt einfach nur dass dieser Vers hier nicht vollständig ist da heißt es dann sinngemäß übersetzt aus dem Griechischen und aufstehend folgte
  41. er ihm in diesem Fall ist das die Übersetzung des Münchner Neuen Testamentes Matthäus 99b heißt dann und aufstehend folgte er ihm ist also auch
  42. identisch und Lukas 528 da steht dann und zurücklassend alles Aufstehen folgte er ihm im Grunde ist dieses und Aufstehen folgte er ihm hier auch
  43. enthalten allerdings mit ja einer kleinen Ergänzung und zwar zurücklassend alles also das sind die drei wesentlichen Beobachtungen die man macht
  44. wenn man mal die Evangelien miteinander vergleicht man wird allerdings auch ein paar Unterschiede feststellen und zwar in gleichbaren Perikopen also Perikopen
  45. die vom selben handeln dann wird man einmal feststellen dass manchmal die theologischen Schwerpunkte abgewandelt werden und zwar so wie es eben für den
  46. Evangelisten am besten passt und dann wird man auch feststellen dass manche Perikopen verschoben sind das haben dann doch also diese diese wie wir eben
  47. gesehen haben wie Markus 2 diese strenge Reihenfolge die alle drei befolgen die die findet man nicht immer und das ist dann auch für die zwei quellentheorie
  48. durchaus wichtig diese Veränderungen einmal genauer zu betrachten gerade wenn man sich die Frage stellt warum man Markus als das älteste Evangelium
  49. bezeichnet zugleich stellt man dann auch noch fest dass es gemeinsame Inhalte bei Matthäus und Lukas gibt die aber keine Entsprechung bei Markus haben das sind
  50. beispielsweise die Berichte zur Kindheit Jesu oder beispielsweise auch die Bergpredigt bei Matthäus und bei Lukas ist sie doch stark verkürzt aber als
  51. feldrede vorhanden zumindest die Inhalte sind identisch also da ist eine gemeinsame Quelle vorhanden einmal bei Matthäus als Bergpredigt bezeichnet bei
  52. Lukas als feldrede genauso stellt man aber auch fest es gibt Sondergut Sondergut bedeutet dass eine biblise Perikope nur
  53. bei diesem einen Evangelisten auftaucht das kann man bei allen Evangelien beobachten am wenigsten bei Markus am meisten bei Lukas damit haben wir jetzt
  54. also unsere Beobachtung abgeschlossen sechs Stück die behalten wir mal im Hinterkopf gerade wenn wir die zwei quellentheorie entwickeln wollen und
  55. jetzt schauen wir mal auf die ja gängigsten Theorien aus ja aus dem 18 Jahrhundert hauptsächlich und was dort angenommen und vertreten wurde es gibt
  56. eine sogenannte urevangeliumshypothese berühmte und bedeutende Vertreter sind beispielsweise der Schriftsteller Gotthold efrahim
  57. Lessing und Johann Gottfried Eichhorn die Ansicht von ihnen und den ja Anhängern dieser Theorie ist dass es ein urevangelium gäbe und zwar ein
  58. verschriftlichtes von den Aposteln und zwar in Hebräisch aramäischer Sprache dieses urevangelium ist uns natürlich nicht überliefert sonst hätten wir es
  59. natürlich und dieses hat sowohl Matthäus als auch Markus als auch Lukas gedient als Vorbild das ist sozusagen eine dieser Hypothesen wie die Evangelien
  60. entstanden sind eine andere ist die sogenannte fragmentenhypothese vertreten von Johann Benjamin Koppe und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher ihre Aussage
  61. wenn man das mal verkürzen möchte ist dass die Evangelium bzw die Evangelien ein Resultat eines sammlungsprozesses sein Markus näher an Lukas als an
  62. Matthäus dran ist und deswegen Matthäus keine gemeinsame Vorlage sein könnne allerdings wird hier ja durch diese literarische Unabhängigkeit ja ein
  63. Problem herausgefordert nämlich das Problem mit den Übereinstimmungen indem man nämlich sagt dass alle drei Evangelien doch irgendwie unabhängig
  64. voneinander sind wird es schwer erklärbar wie es eigentlich zu diesen wortlautgleichheiten gekommen sein soll also wie das dannn möglich sei dann gibt
  65. es die traditionshypothese die ist im Grunde genauso wie die urevangeliumshypothese nur mit dem
  66. Unterschied dass man ein mündliches urevangelium voraussetzt und kein schriftliches wie gesagt wir haben ja kein
  67. urevangelium zumal das ja sowieso wenn die Theorie falsch ist nicht existieren kann aber hier wird das quasi umgangen indem man sagt es gibt kein
  68. schriftliches urevangelium sondern nur ein mündliches Evangelium und die Evangelisten selbst waren vertraute der Apostel deswegen sind auch die
  69. Erzählungen alle relativ ähnlich weil ja die Apostel natürlich diese Erzählungen immer wieder wie eine Art Kanon vorgetragen haben Vertreter dieser thes
  70. sind beispielsweise Johann Gottfried Herder und Johann Karl Ludwig Gieseler die vierte Hypothese geht dann schon in Richtung zwei quellentheorie
  71. und das ist die sogenannte benutzungshypothese diese benutzungshypothese ist keine Findung des 18 oder 19 Jahrhunderts nein schon
  72. Augustinus hat sich einmal die Frage gestellt wie sind diese Evangelien eigentlich entstanden und seiner Meinung nach also Augustinus Meinung nach gibt
  73. es eine literarische Abhängigkeit und zwar in der Form dass Matthäus das älteste Evangelium sei Markus sich an Matthäus orientiert hat und Lukas sich
  74. an den beiden anderen orientiert habe das heißt Lukas kannte sowohl Matthäus als auch Markus das heißt die Reihenfolge die wir heute im Neuen
  75. Testament haben die hält Augustinus auch für die Reihenfolge wie diese Evangelien entstanden worden sind bzw entstanden sind Johann Jakob Griesbach hat dann
  76. 1789 eine andere Theorie entwickelt er vertauscht die Position von Markus und Lukas er hält auch an Matthäus als dem ältesten Evangelisten fest allerdings
  77. glaubt er dass Markus im Grunde eine Zusammenfassung von Matthäus und Lukas da stellt allerdings hat die weitere
  78. Forschung gezeigt dass es schwer ist Markus als diese Verkürzung anzusehen das ist problematisch auch schon Koppe den wir ja eben in einer anderen Theorie
  79. schon vertreten hatten ist der Meinung wenn dann muss also wenn dann kann Markus nicht die verkürzte Version von Matthäus sein das macht irgendwie keinen
  80. Sinn und so entwickelte sich dann über gottlob Christian stor Lachmann und Christian gottlob Bilke im Grunde so langsam die zwei quellentheorie der
  81. eigentliche Begründer ist dann Christian Hermann Weise weil er zum einen eine Markus Priorität festsetzt und sagt es gibt dann noch diese logian Quelle Q die
  82. wir in dieser zwei quellentheorie auch verwenden deswegen ist Christian Weise sozusagen noch mal ein besonderer Vertreter dieser zwei quellentheorie er
  83. entwickelt dieses Schema das wir heute kennen wenn gleich wir sagen müssen dass die anderen genannten Theologen schon wegweisend waren für eben diese
  84. Entwicklung der zweiquellentheorie der durchsbruch dieser Theorie gelang dann im Laufe des 19 Jahrhunderts und wichtige Namen sind
  85. dann Heinrich Julius Holzmann und Paul wernler damit können wir jetzt zum zweiten Teil übergehen und uns mal diese zwei quellenthologie etwas genauer
  86. anschauen

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