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Bilanzkennzahlen - Eigenkapitalquote, Fremdkapitalquote und Verschuldungsgrad gaaanz einfach!
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 38 Zeilen
- Hallo, in diesem Video beschäftigen wir uns mit der Eigenkapitalquote, der Fremdkapitalquote, dem Verschuldungsgrad und dem Grad der Selbstfinanzierung. Eine Menge Holz!
- Dieses Video ist der 1. Teil der 5teiligen Videoreihe zu den Bilanzkennzahlen. Falls du meinen Kanal noch nicht abonniert haben solltest, dann solltest du das jetzt noch schnell tun, damit
- du die anderen Teile der Serie nicht verpasst. Das Video darfst du natürlich auch gerne liken! Wir starten mit der Berechnung der Kennzahlen zur Beurteilung der Kapitalausstattung. Hier geht es
- darum sich anzuschauen, ob das Unternehmen hauptsächlich mit Eigenkapital oder mit Fremdkapital finanziert ist. Wir starten mit
- der Berechnung der Eigenkapitalquote. Dazu nehmen wir das Eigenkapital mal 100 und teilen es durch das Gesamtkapital. In unserem Beispiel rechnen wir die 150.000 € Eigenkapital mal 100 und teilen sie
- durch das Gesamtkapital von 350.000 €. Das ergibt eine Eigenkapitalquote von 42,86 %. Das bedeutet, dass unser Gesamtkapital zu 42,86 % aus Eigenkapital besteht.
- Ist das jetzt gut oder schlecht? Man sagt, dass eine Eigenkapitalquote, die höher als 30 % ist als gut angesehen werden kann. Das lässt sich aber pauschal so gar nicht sagen,
- da es darauf ankommt in welcher Branche das Unternehmen angesiedelt ist. So benötigt z. B. ein Unternehmen das Stahl herstellt, natürlich ein viel größeres Anlagevermögen,
- durch die ganzen Maschinen, die man dazu braucht, als ein Unternehmen, das z. B. ein Café betreibt. Somit wird auch mehr Eigenkapital benötigt. Daher kann man für die Eigenkapitalquote keine
- feste Regel festlegen. Man kann nur sagen, dass je höher der Eigenkapitalanteil am Gesamtkapital ist, desto besser ist das. Das Unternehmen ist dadurch unabhängiger von Krediten oder dem
- Einfluss von Gläubigern. Daher bezeichnet man die Eigenkapitalquote auch als Grad der finanziellen Unabhängigkeit. Je höher der ist, desto unabhängiger ist man. Außerdem erhöht
- dieser natürlich auch unsere Kreditwürdigkeit. Wenn man viel Eigenkapital hat, dann leihen einem die Banken auch gerne Geld zu günstigen Zinsen, weil ihr Risiko nicht so hoch ist.
- Jetzt schauen wir uns mal den Verschuldungsgrad an. Hier geht es um das Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital. Den rechnen wir jetzt mal aus. Dazu nehmen wir das Fremdkapital
- mal 100 und teilen es durch das Eigenkapital. Bevor wir in die Formel einsetzen können müssen wir erstmal das Fremdkapital ausrechnen. Dazu rechnen wir das kurzfristige Fremdkapital von
- 70.000 € plus das langfristige Fremdkapital von 130.000 € und das ergibt zusammen ein Fremdkapital von 200.000 €. Das setze ich jetzt mal hier in die Formel ein. Das nehmen wir jetzt mal
- 100 und teilen es durch das Eigenkapital von 150.000 €. Das ergibt einen Verschuldungsgrad von 133,33 %. Ist das jetzt gut oder schlecht? Man sagt, dass das Fremdkapital nicht mehr als
- doppelt so hoch wie das Eigenkapital sein soll. Der Verschuldungsgrad sollte also maximal 200 % betragen. Denn je höher das Fremdkapital ist, also das Geld, dass wir uns geliehen haben,
- desto abhängiger sind wir natürlich von unseren Gläubigern. Wenn die jetzt die Zinsen erhöhen oder das Geld zurückfordern, dann haben wie natürlich ein Problem. Außerdem werden sie natürlich genau
- drauf schauen, wie wir unser Unternehmen führen, da sie Angst haben, dass wir die Kredite nicht zurückzahlen können. Somit kann es passieren, dass wir unser Unternehmen nicht mehr so führen können,
- wie wir es gerne möchten. Investitionen, die die Banken als zu riskant ansehen, könnten sie uns somit verbieten. Damit wäre unsere Unabhängigkeit stark eingeschränkt.
- Daher sollten wir immer unseren Verschuldungsgrad im Auge behalten. Ein Verschuldungsgrad von 133,33 % ist somit unproblematisch, da er unter den 200 % liegt, die wir nicht übersteigen
- sollten. Also in unserem Fall ist alles gut. Außerdem sollten wir natürlich auch die Fremdkapitalquote im Auge behalten. Hier geht es um das Verhältnis von Fremdkapital
- zum Gesamtkapital. Wir nehmen das Fremdkapital mal 100 und teilen es durch das Gesamtkapital. In unserem Fall rechnen wir wieder die 70.000 € und die 130.000 € zusammen und kommen wieder auf
- ein Fremdkapital von 200.000 €. Das nehmen wir wieder mal 100 und teilen diesmal nicht durch das Eigenkapital, sondern durch das Gesamtkapital von 350.000 €. Das ergibt eine
- Fremdkapitalquote von 57,14 %. Die Fremdkapitalquote an sich, sagt noch nicht so viel aus, da sich das Fremdkapital in kurzfristiges und
- langfristiges Fremdkapital aufteilt. Daher berechnen wir als nächstes den Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals. Dazu nehmen wir das kurzfristige Fremdkapital mal 100
- und teilen es durch das Gesamtkapital. Wir rechnen also das kurzfristige Fremdkapital von 70.000 € mal 100 und teilen es durch das Gesamtkapital von 350.000 €. Das ergibt einen
- Anteil des kurzfristigen Fremdkapitals von 20 % am Gesamtkapital. Ein hohes kurzfristiges Fremdkapital stellt immer ein hohes Risiko dar, da die Zinsen und die Tilgung kurzfristig zur
- Verfügung gestellt werden müssen. Somit kommt es zu einem hohen Abfluss von Liquidität, der unsere Zahlungsfähigkeit gefährden könnte. Im nächsten Schritt berechnen wir noch den Anteil
- des langfristigen Fremdkapitals. Hier rechnen wir das langfristige Fremdkapital mal 100 und teilen es durch das Gesamtkapital. Wir rechnen also das langfristige Fremdkapital von 130.000 € mal 100
- und teilen es durch das Gesamtkapital von 350.000 €. Das ergibt einen Anteil des langfristigen Fremdkapitals am Gesamtkapital von 37,14 %. Das ist OK. Das langfristige Fremdkapital ist
- auch weniger problematisch als das kurzfristige Fremdkapital, da es unsere kurzfristige Liquidität nicht so stark gefährdet, es sei denn, wir haben eine sehr hohe Fremdkapitalquote.
- Das ist natürlich klar, denn je höher unsere Fremdkapitalquote ist, desto mehr Geld haben wir uns geliehen und desto mehr Zinsen und Tilgung müssen wir natürlich bezahlen. Das ist hier bei
- uns aber nicht der Fall, also ist hier alles gut! Jetzt fehlt uns nur noch der Grad der Selbstfinanzierung und dann haben wir es auch schon geschafft. Dazu
- brauchen wir die Gewinnrücklage. Diese wird von Kapitalgesellschaften aus einbehaltenen Gewinnen gebildet. Sie gehören zum Eigenkapital. Dieses Geld wird in der Regel für Investitionen genutzt.
- Somit braucht kein Kredit aufgenommen zu werden. Um den Grad der Selbstfinanzierung zu berechnen, setzt man die Gewinnrücklage mit dem Gesamtkapital ins Verhältnis. Wir nehmen also die Gewinnrücklage
- von 50.000 € mal 100 und teilen sie durch das Gesamtkapital von 350.000 € und erhalten somit einen Grad der Selbstfinanzierung von 14,29 %. Auch das ist ein guter Wert.
- Somit sind wir mit der Beurteilung der Kapitalausstattung fertig. Im nächsten Video schauen wir uns dann die Beurteilung der Anlagenfinanzierung an.
Zum Nachlesen
FremdkapitalquoteFür Besteuerungszwecke wird also vom Anlagendeckungsgrad ausgegangen und das Eigenkapital dann als angemessen eingestuft, wenn der Anlagendeckungsgrad (I) …
EigenkapitalquoteFür Besteuerungszwecke wird also vom Anlagendeckungsgrad ausgegangen und das Eigenkapital dann als angemessen eingestuft, wenn der Anlagendeckungsgrad (I) …
VerschuldungsgradFür Besteuerungszwecke wird also vom Anlagendeckungsgrad ausgegangen und das Eigenkapital dann als angemessen eingestuft, wenn der Anlagendeckungsgrad (I) …
AnlagendeckungAnlagendeckung (auch Anlagedeckung oder Kapitaldeckung) ist eine betriebswirtschaftliche Kennzahl, die bei Unternehmen die horizontale Bilanzstruktur …