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Wiedergeburt: Was die Bibel WIRKLICH meint I Katholisch auf den Punkt

K-TV Katholisches Fernsehen14:41 2.585 Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

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Transkriptautomatisch erstellt · 96 Zeilen
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  1. Was ist denn die Wiedergeburt überhaupt biblisch? Die Wiedergeburt ist biblisch [musik] gesehen ein Ausdruck für das, was in der
  2. Taufe geschieht. Das heißt, die Taufe ist jetzt kein Heilsautomatismus. Bin jetzt getauften und jetzt ist eigentlich egal, was ich
  3. mache. Das Geschenk der Taufe, sie wird zur Aufgabe, das auch [musik] wirklich zu leben, was wir von Gott übereignet
  4. worden ist. Jemand, der nicht getauft ist, aber an Jesus glaubt, ist der so gesehen noch kein Christ oder wie?
  5. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Katholisch auf dem Punkt, wo wir über herausfordernde Themen rund um den katholischen Glauben sprechen. Ich
  6. habe heute einen besonderen Gast bei mir und das ist Professor Oli von der KHKT in Köln. Hallo Professor Oli. Hallo. Grüße Sie. Wir haben heute ein
  7. interessantes Thema und das klingt erstmal irgendwie nach FernOst und das ist das Thema Wiedergeburt oder Neugeburt. Warum ist die Wiedergeburt
  8. und zwar biblisch verstanden eben nicht äh Reinkarnation? Etwas vereinfacht gesagt, die Vorstellung der Wiedergeburt der
  9. Reinkarnation aus dem Fernöstlichen ähm lebt davon zu sagen, es ist ein dauerhafter Prozess. Also nach diesem Leben trete ich in ein neues Leben ein
  10. und von diesem wiederum in ein neues und das kann unterschiedliche auch Formen annehmen und es ist letztlich ein ewiger Kreislauf, bis ich dann einmal irgendwie
  11. in eine Vollendung, in das Nirvana oder in das entsprechende nichts eingehen kann, während die Wiedergeburt im Sinne des biblischen Verständnisses
  12. wirklich auch vom Verständnis des Menschen gemäß der heiligen Schrift ausgeht, nämlich, dass der Mensch ein einzigartiges
  13. unvergleichbares Geschöpf Gottes ist, dass dieses eine und einmalige Leben auch anvertraut bekommen hat. Wiedergeburt im Biblischen meint, nicht
  14. dauerhafte Wiederkehr, sondern deswegen ist der Begriff vielleicht besser Neugeburt in Christus, durch die ich ewiges Leben geschenkt
  15. bekomme und das auf Dauer als Person, die ich bin und nicht in verschiedenen Formaten oder Stadien, die ich annehmen könnte. Das
  16. der Unterschied, auch wenn wir den gleichen Begriff dabei verwenden. Was ist denn die Wiedergeburt überhaupt biblisch?
  17. Die Wiedergeburt ist biblisch gesehen ein Ausdruck für das, was in der Taufe geschieht. H ähm wir kennen das ja aus den ersten Seiten der Heiligen Schrift.
  18. Da wird äh über die Schöpfung gesprochen und da kommen die beiden großen Elemente zum Tragen Wasser und Geist. das Wasser der Welt und der Geist, der über allem
  19. über dieser Schöpfung schwebt. Und ähm vom biblischen her haben wir ja diese Aussage in Johannes 3. Wer nicht aus Wasser und Geist wieder oder neueboren
  20. wird, der kann nicht eingehen in das Reich Gottes. Und damit wird deutlich, wenn wir als Christen von Wiedergeburt sprechen, dann deswegen, weil diese
  21. erste Schöpfung und damit auch unser Leben, unsere Geburt in dieser Welt unter dem Zeichen des Todes, des Sterbens steht, unter dem Zeichen der
  22. Sünde des Wiedergöttlichen und was Gott selbst nicht, wenn man so will, akzeptieren wollte, sondern in seinem Sohn Jesus Christus eine neue
  23. Schöpfung ermöglicht hat durch sein Leben, sein sein Sterben, sein Auferstehen, an dem wir Anteil gewinnen durch die Taufe und deswegen im Wasser
  24. und dem Geist sozusagen neu geschöpft oder neu geboren werden, aber als einzigartige Person. Mhm.
  25. Und sie haben gerade gesagt, man wird neu geboren in der Taufe und also in der Wiedergeburt, die durch die Taufe geschieht. Was genau passiert denn da
  26. jetzt? Also, kann man das irgendwie beschreiben? Ähm, ich würde es vielleicht so sagen, die Taufe, da steckt ja das Wort tauchen
  27. drin, eintauchen. Wir werden in dieses in dieses Wasser, in das Zeichen des Lebens, der Fruchtbarkeit eingetaucht und damit mit dem Leben, dem
  28. Sterben Jesu Christi verbunden. Wir tragen seit unserer Taufe auch seinen Namen als Christen. Das heißt, wir sind mit seinem Leben, seinem Sterben, so
  29. verbunden, dass sein Leben, sein Sterben, auch das unsere ist. Und wir sagen dann oft, wir werden in der Taufe mit Christus konfiguriert, also
  30. gleichgestaltet, so dass wir in der Hoffnung leben dürfen. Mit diesem Neugeboren werden in Christus ist uns ewiges Leben geschenkt.
  31. Und deswegen steht im Blick auf das, was wir Wiedergeburt, Neugeburt nennen, für uns ganz markant eben das Sakrament der Taufe, weil es durch dieses Zeichen zu
  32. dieser Verbindung mit Christus kommt, der diese Neuschöpfung äh im Prinzip geschaffen hat. Mhm.
  33. Und welche Rolle spielt der Heilige Geist in der Taufe? Ich meine, wenn wir in die Schrift schauen, sehen wir auch, dass irgendwie der Heilige Geist immer
  34. eine besondere Rolle bei den Taufen in der Apostelgeschichte spielt. Wie haben wir das zu verstehen? Empfängt der Mensch da den Heiligen Geist oder
  35. wenn wir noch mal ausgehen von der ersten Schöpfung heißt es: "Der Geist schwebte über dem Wassern." Das ist ein Ausdruck dafür, dass die Kraft Gottes,
  36. sein Lebensatem, das was ihn als Gott auch ausmacht, in dieser Schöpfung gegenwärtig ist. Und wenn wir aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neu
  37. geboren werden in der Taufe, wird uns dieser Geist Gottes, dieser Lebensatem wie bei der ersten Schöpfung, aber jetzt so neu zugesprochen, dass wir in der
  38. Kraft des Geistes unser Leben leben dürfen und dies nicht mehr unter der Begrenzung von Sünde und Tod, sondern berufen sind wirklich
  39. diesen Weg des Glaubens, den Weg der Heiligkeit zu gehen. Mhm. Mhm. Aber als Zuspruch, als Geschenk, als Gabe, die uns darin zur
  40. Aufgabe wird. Mhm. Ich kenne das aus meinem ehemaligen freikirchlichen Kontext, dass man unter Wiedergeburt eigentlich ganz oft
  41. verstanden hat, so ein Moment im Leben, wo der Mensch erkennt, ah, hier muss ich umkehren, hier muss ich den Herrn Jesus annehmen und so weiter. Also praktisch
  42. Bekehrung. Wie würden Sie da differenzieren? Äh Wiedergeburt und Bekehrung. Die Bekehrung gehört zur Wiedergeburt
  43. und das ist im Blick auf das Sakrament der Taufe die Notwendigkeit, das zum Empfang der Taufe und damit für dieses eingetaucht werden in
  44. Christus. Die Bekehrung gehört. Ich muss mich abwenden von dem alten Menschen, von Sünde, von Tod und neu werden oder neu
  45. werden oder neu geboren werden durch Christus, indem ich ihm glaube, mich ihm übereigne. Das ist ja auch im Taufrieter so, dass erstmal das äh die das
  46. Bekenntnis, das Zeugnis abgelegt wird. Ich widersage dem Bösen, dem was Sünde, was tot ist. Und ich glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist,
  47. auf dessen Geschenk hin ich jetzt mit ihm verbunden werden darf. Also Bekehrung und Taufe, Bekehrung und Neugeburt,
  48. die gehören untrennbar zusammen. Ja, diese Dimension der Sünde oder wir würden vielleicht auch sagen, der
  49. Erbsünde. Ähm, wie hängt das mit der Wiedergeburt zusammen? Welchen Effekt hat das auf die Erbsünde?
  50. Es ist unsere Überzeugung als Christen, dass die Neugeburt, die Wiedergeburt durch die Taufe, diese Abhängigkeit des Menschen oder
  51. dieses Verwoben sein des Menschen mit dieser ererbten Schuld löst. Mhm. Das heißt, Taufe, Neugeburt ist
  52. Befreiung aus diesem Todeszusammenhang. Man lebt als Mensch, man lebt als Christ zunächst einmal in dieser Welt und natürlich auch unter den Bedingungen von
  53. Sünde, von Schuld und irgendwann auch von diesem irdischen Tod. Mhm. Aber wie wir mit dem Apostel Petrus
  54. bekennen dürfen, auch im Blick auf Christus, ähm der Tod hat nicht mehr das letzte Wort über uns, sondern du, Christus hast Worte des ewigen Lebens.
  55. Also Neugeburt, Taufe durchbricht diesen Sünden und Todeszusammenhang, für den dieser Begriff Erbsünde Erbschuld steht. Sie hatten vorhin was sehr Interessantes
  56. gesagt und zwar, dass wir durch die Taufe Christen werden in dem Sinne. Jetzt ist meine Frage, jemand der nicht getauft ist, aber an Jesus glaubt.
  57. Mhm. Äh ist der so gesehen noch kein Christ oder wie? Also wie wie versteht man das? äh sagen wir mal so, offiziell nicht,
  58. weil nur der Christ heißt und sein darf, der durch das Sakrament der Taufe mit ihm, wie wir eben sagten, konfiguriert,
  59. gleichgestaltet ist und zugleich in die Kirche als Leibchristi eingegliedert ist. Ja, deswegen sagt man auch, die Taufe ist sozusagen das Tor zur Kirche,
  60. das Tor zu Christus, das Tor auch zu den anderen Sakramenten dann. Ja, aber und das ist sicherlich richtig und
  61. das bezeugt auch gerade das letzte Konzil der Kirche, das zweite vatikanische Konzil. In den nicht oder noch nicht getauften Menschen sind viele
  62. Elemente von Wahrheit und Heiligkeit erkennbar. Wenn sie beispielsweise sagen, ja, ich stehe mit dem Wort Gottes z.B. in einer guten Verbindung, aber
  63. habe diesen Schritt noch nicht gemacht oder ich leite mich oder lasse mich leiten durch Gedanken, durch Auffassungen, durch Überzeugungen, die
  64. sehr nahe auch an denen des christlichen Glaubens liegen, dann können wir immer sagen, da sind solche Spuren, solche Elemente von Wahrheit, Heiligkeit und so
  65. weiter zugegen. Aber der letzte Schritt, diese Konsequenz, mich dann auch ihm durch die Taufe anzuvertrauen, der ist noch nicht vollzogen. Der Herr sagt ja
  66. auch in Johannes 3, dass wer nicht aus neuem, wer nicht vom neuen geboren ist, kann nicht in das Himmelreich eingehen. Damit ist ja auch irgendwie so eine
  67. Heilsrelevanz an die Wiedergeburt geknüpft. Wie wie geht die Kirche jetzt auch in dem Kontext mit Menschen um, die jetzt
  68. noch nicht getauft sind, die aber z.B. in der Vorbereitung der Taufe oder ähm auch davor sterben, aber an Christus glauben.
  69. Ja, also da wird unterschieden. Also zum einen sind da Menschen, die sich möglicherweise auf die Taufe vorbereiten, die wir die Katechuminen
  70. nennen, also Taufbewerber. Ähm, da hat die Kirche immer gesagt, ähm, sie unterstehen einer besonderen Fürsorge der Kirche. Sie gehören noch
  71. nicht zu ihr, weil sie das Taufsakrament noch nicht empfangen haben, aber die Kirche kümmert sich um sie. Sie sieht sich schon auch als Menschen an, die auf
  72. dem Weg zu ihr sind. Und deswegen kommen Katechumenen auch bestimmte Vorrechte im Leben der Kirche zu. Sollte man also im Katechumenat sterben,
  73. äh sieht die Kirche ein kirchliches Begräbnis vor oder sie sieht bestimmte Segnungen für die Katechumenen vor. Also da merkt man, das ist etwas anderes
  74. gegenüber einem Menschen, der den Gedanken an die Taufe noch nicht hat, der vielleicht sich mit Fragen des Glaubens, des Lebens beschäftigt, aber
  75. eben noch auf dem Weg einer Entscheidung ist. Und da ist es mir wirklich auch wichtig zu sagen, auch da erkennt die Kirche wirklich das Gute und Heilige im
  76. Menschen als Geschöpf an. Da sind diese Spuren, diese Elemente von Heiligkeit und Wahrheit zugegen. Aber ihr Anliegen ist es natürlich aufgrund der Sendung
  77. durch ihren Herrn Jesus Christus Menschen dann in diese Fülle der Begegnung mit Christus zu bringen. Wenn ich getauft bin, ist ja die Erbsünde
  78. abgewaschen, um mal bei dem Bild zu bleiben. Aber was ist, wenn ich dann wieder falle in Sünde, was ja in der Regel passiert und dann ist die Frage,
  79. was ist dann mit mit diesem Effekt der Taufen? Ja.
  80. Also der Fall gehört wahrscheinlich zu menschlichen Leben dazu auch und gerade als Christ, denn die Taufe ist nicht in dem Sinne etwas Magisches, was sozusagen
  81. den Menschen in einen Raum der Heiligkeit und damit auch der Unantastbarkeit stellt. Das macht das Sakrament oder der Begriff auch
  82. deutlich. In diesem gebrechlichen Zeichen menschlichen Lebens wirkt Gott auf unsichtbare Weise seine Gnade.
  83. Das heißt, der Gedanke, dass da jemand der Sünde wieder verfällt, des Bösen verfällt, der ist im jedem menschlichen Leben zugegen. Kann aber, und das macht
  84. dieser Satz deutlich, einmal getauft, immer getauft, eben nicht mehr aus dieser Gnadenzusage von Gott herausfallen.
  85. Wohl ist es natürlich seine Aufgabe, sich von diesem Bösen, von diesem Fallen wieder zu lösen. Und das geschieht also in unserer Vorstellung im Sakrament
  86. der Beichte, die sozusagen eine Erneuerung auch der Taufe darstellt, dass in ihr mir die Barmherzigkeit, die Gnade Gottes, ich will auch sagen, die
  87. Geduld Gottes mit mir zugesprochen wird, wo mich diese Gnade Gottes wieder aufhebt und sagt, geh weiter. Aber immer unter diesem Anspruch dieser Neugeburt
  88. in der Taufe, die vollzogen worden ist. Das heißt, die Taufe ist jetzt kein Heilsautomatismus in dem Sinne, ich bin jetzt getauft, ich habe meinen Taufstein
  89. und jetzt habe ich das Ticket für den Himmel gestempelt und jetzt ist eigentlich egal, was ich mache, sondern natürlich hat's auch Konsequenzen, wenn
  90. ich falle, aber dafür hat die Kirche ja auch Heizmittel bereitgestellt. Ja, also die Gabe, das Geschenk der Taufe, sie wird zur Aufgabe, sie wird
  91. zum Auftrag, das auch wirklich zu leben, was wir mir mit diesem Schatz der Taufe, dieser Neugeburt auch wirklich von Gott übereignet worden ist. Und das ist ein
  92. Auftrag für das gesamte Leben. Ich kann nie sagen, Paulus sagt es ja ähnlich, jetzt habe ich es ergriffen. Das bleibt Professor Oli, danke, dass Sie sich die
  93. Zeit genommen haben, dass wir diese Sendung über das Thema Wiedergeburt machen konnten. Ich glaube, dass es unseren Zuschauern auch sehr geholfen
  94. hat. Gerne. Liebe Zuschauer, wir hoffen, euch hat diese Folge katolisch auf dem Punkt
  95. gefallen und wir freuen uns, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder dabei seid.
  96. [musik] He.

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