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Wiedergeburt: Was die Bibel WIRKLICH meint I Katholisch auf den Punkt
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Transkriptautomatisch erstellt · 96 Zeilen
- Was ist denn die Wiedergeburt überhaupt biblisch? Die Wiedergeburt ist biblisch [musik] gesehen ein Ausdruck für das, was in der
- Taufe geschieht. Das heißt, die Taufe ist jetzt kein Heilsautomatismus. Bin jetzt getauften und jetzt ist eigentlich egal, was ich
- mache. Das Geschenk der Taufe, sie wird zur Aufgabe, das auch [musik] wirklich zu leben, was wir von Gott übereignet
- worden ist. Jemand, der nicht getauft ist, aber an Jesus glaubt, ist der so gesehen noch kein Christ oder wie?
- Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Katholisch auf dem Punkt, wo wir über herausfordernde Themen rund um den katholischen Glauben sprechen. Ich
- habe heute einen besonderen Gast bei mir und das ist Professor Oli von der KHKT in Köln. Hallo Professor Oli. Hallo. Grüße Sie. Wir haben heute ein
- interessantes Thema und das klingt erstmal irgendwie nach FernOst und das ist das Thema Wiedergeburt oder Neugeburt. Warum ist die Wiedergeburt
- und zwar biblisch verstanden eben nicht äh Reinkarnation? Etwas vereinfacht gesagt, die Vorstellung der Wiedergeburt der
- Reinkarnation aus dem Fernöstlichen ähm lebt davon zu sagen, es ist ein dauerhafter Prozess. Also nach diesem Leben trete ich in ein neues Leben ein
- und von diesem wiederum in ein neues und das kann unterschiedliche auch Formen annehmen und es ist letztlich ein ewiger Kreislauf, bis ich dann einmal irgendwie
- in eine Vollendung, in das Nirvana oder in das entsprechende nichts eingehen kann, während die Wiedergeburt im Sinne des biblischen Verständnisses
- wirklich auch vom Verständnis des Menschen gemäß der heiligen Schrift ausgeht, nämlich, dass der Mensch ein einzigartiges
- unvergleichbares Geschöpf Gottes ist, dass dieses eine und einmalige Leben auch anvertraut bekommen hat. Wiedergeburt im Biblischen meint, nicht
- dauerhafte Wiederkehr, sondern deswegen ist der Begriff vielleicht besser Neugeburt in Christus, durch die ich ewiges Leben geschenkt
- bekomme und das auf Dauer als Person, die ich bin und nicht in verschiedenen Formaten oder Stadien, die ich annehmen könnte. Das
- der Unterschied, auch wenn wir den gleichen Begriff dabei verwenden. Was ist denn die Wiedergeburt überhaupt biblisch?
- Die Wiedergeburt ist biblisch gesehen ein Ausdruck für das, was in der Taufe geschieht. H ähm wir kennen das ja aus den ersten Seiten der Heiligen Schrift.
- Da wird äh über die Schöpfung gesprochen und da kommen die beiden großen Elemente zum Tragen Wasser und Geist. das Wasser der Welt und der Geist, der über allem
- über dieser Schöpfung schwebt. Und ähm vom biblischen her haben wir ja diese Aussage in Johannes 3. Wer nicht aus Wasser und Geist wieder oder neueboren
- wird, der kann nicht eingehen in das Reich Gottes. Und damit wird deutlich, wenn wir als Christen von Wiedergeburt sprechen, dann deswegen, weil diese
- erste Schöpfung und damit auch unser Leben, unsere Geburt in dieser Welt unter dem Zeichen des Todes, des Sterbens steht, unter dem Zeichen der
- Sünde des Wiedergöttlichen und was Gott selbst nicht, wenn man so will, akzeptieren wollte, sondern in seinem Sohn Jesus Christus eine neue
- Schöpfung ermöglicht hat durch sein Leben, sein sein Sterben, sein Auferstehen, an dem wir Anteil gewinnen durch die Taufe und deswegen im Wasser
- und dem Geist sozusagen neu geschöpft oder neu geboren werden, aber als einzigartige Person. Mhm.
- Und sie haben gerade gesagt, man wird neu geboren in der Taufe und also in der Wiedergeburt, die durch die Taufe geschieht. Was genau passiert denn da
- jetzt? Also, kann man das irgendwie beschreiben? Ähm, ich würde es vielleicht so sagen, die Taufe, da steckt ja das Wort tauchen
- drin, eintauchen. Wir werden in dieses in dieses Wasser, in das Zeichen des Lebens, der Fruchtbarkeit eingetaucht und damit mit dem Leben, dem
- Sterben Jesu Christi verbunden. Wir tragen seit unserer Taufe auch seinen Namen als Christen. Das heißt, wir sind mit seinem Leben, seinem Sterben, so
- verbunden, dass sein Leben, sein Sterben, auch das unsere ist. Und wir sagen dann oft, wir werden in der Taufe mit Christus konfiguriert, also
- gleichgestaltet, so dass wir in der Hoffnung leben dürfen. Mit diesem Neugeboren werden in Christus ist uns ewiges Leben geschenkt.
- Und deswegen steht im Blick auf das, was wir Wiedergeburt, Neugeburt nennen, für uns ganz markant eben das Sakrament der Taufe, weil es durch dieses Zeichen zu
- dieser Verbindung mit Christus kommt, der diese Neuschöpfung äh im Prinzip geschaffen hat. Mhm.
- Und welche Rolle spielt der Heilige Geist in der Taufe? Ich meine, wenn wir in die Schrift schauen, sehen wir auch, dass irgendwie der Heilige Geist immer
- eine besondere Rolle bei den Taufen in der Apostelgeschichte spielt. Wie haben wir das zu verstehen? Empfängt der Mensch da den Heiligen Geist oder
- wenn wir noch mal ausgehen von der ersten Schöpfung heißt es: "Der Geist schwebte über dem Wassern." Das ist ein Ausdruck dafür, dass die Kraft Gottes,
- sein Lebensatem, das was ihn als Gott auch ausmacht, in dieser Schöpfung gegenwärtig ist. Und wenn wir aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neu
- geboren werden in der Taufe, wird uns dieser Geist Gottes, dieser Lebensatem wie bei der ersten Schöpfung, aber jetzt so neu zugesprochen, dass wir in der
- Kraft des Geistes unser Leben leben dürfen und dies nicht mehr unter der Begrenzung von Sünde und Tod, sondern berufen sind wirklich
- diesen Weg des Glaubens, den Weg der Heiligkeit zu gehen. Mhm. Mhm. Aber als Zuspruch, als Geschenk, als Gabe, die uns darin zur
- Aufgabe wird. Mhm. Ich kenne das aus meinem ehemaligen freikirchlichen Kontext, dass man unter Wiedergeburt eigentlich ganz oft
- verstanden hat, so ein Moment im Leben, wo der Mensch erkennt, ah, hier muss ich umkehren, hier muss ich den Herrn Jesus annehmen und so weiter. Also praktisch
- Bekehrung. Wie würden Sie da differenzieren? Äh Wiedergeburt und Bekehrung. Die Bekehrung gehört zur Wiedergeburt
- und das ist im Blick auf das Sakrament der Taufe die Notwendigkeit, das zum Empfang der Taufe und damit für dieses eingetaucht werden in
- Christus. Die Bekehrung gehört. Ich muss mich abwenden von dem alten Menschen, von Sünde, von Tod und neu werden oder neu
- werden oder neu geboren werden durch Christus, indem ich ihm glaube, mich ihm übereigne. Das ist ja auch im Taufrieter so, dass erstmal das äh die das
- Bekenntnis, das Zeugnis abgelegt wird. Ich widersage dem Bösen, dem was Sünde, was tot ist. Und ich glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist,
- auf dessen Geschenk hin ich jetzt mit ihm verbunden werden darf. Also Bekehrung und Taufe, Bekehrung und Neugeburt,
- die gehören untrennbar zusammen. Ja, diese Dimension der Sünde oder wir würden vielleicht auch sagen, der
- Erbsünde. Ähm, wie hängt das mit der Wiedergeburt zusammen? Welchen Effekt hat das auf die Erbsünde?
- Es ist unsere Überzeugung als Christen, dass die Neugeburt, die Wiedergeburt durch die Taufe, diese Abhängigkeit des Menschen oder
- dieses Verwoben sein des Menschen mit dieser ererbten Schuld löst. Mhm. Das heißt, Taufe, Neugeburt ist
- Befreiung aus diesem Todeszusammenhang. Man lebt als Mensch, man lebt als Christ zunächst einmal in dieser Welt und natürlich auch unter den Bedingungen von
- Sünde, von Schuld und irgendwann auch von diesem irdischen Tod. Mhm. Aber wie wir mit dem Apostel Petrus
- bekennen dürfen, auch im Blick auf Christus, ähm der Tod hat nicht mehr das letzte Wort über uns, sondern du, Christus hast Worte des ewigen Lebens.
- Also Neugeburt, Taufe durchbricht diesen Sünden und Todeszusammenhang, für den dieser Begriff Erbsünde Erbschuld steht. Sie hatten vorhin was sehr Interessantes
- gesagt und zwar, dass wir durch die Taufe Christen werden in dem Sinne. Jetzt ist meine Frage, jemand der nicht getauft ist, aber an Jesus glaubt.
- Mhm. Äh ist der so gesehen noch kein Christ oder wie? Also wie wie versteht man das? äh sagen wir mal so, offiziell nicht,
- weil nur der Christ heißt und sein darf, der durch das Sakrament der Taufe mit ihm, wie wir eben sagten, konfiguriert,
- gleichgestaltet ist und zugleich in die Kirche als Leibchristi eingegliedert ist. Ja, deswegen sagt man auch, die Taufe ist sozusagen das Tor zur Kirche,
- das Tor zu Christus, das Tor auch zu den anderen Sakramenten dann. Ja, aber und das ist sicherlich richtig und
- das bezeugt auch gerade das letzte Konzil der Kirche, das zweite vatikanische Konzil. In den nicht oder noch nicht getauften Menschen sind viele
- Elemente von Wahrheit und Heiligkeit erkennbar. Wenn sie beispielsweise sagen, ja, ich stehe mit dem Wort Gottes z.B. in einer guten Verbindung, aber
- habe diesen Schritt noch nicht gemacht oder ich leite mich oder lasse mich leiten durch Gedanken, durch Auffassungen, durch Überzeugungen, die
- sehr nahe auch an denen des christlichen Glaubens liegen, dann können wir immer sagen, da sind solche Spuren, solche Elemente von Wahrheit, Heiligkeit und so
- weiter zugegen. Aber der letzte Schritt, diese Konsequenz, mich dann auch ihm durch die Taufe anzuvertrauen, der ist noch nicht vollzogen. Der Herr sagt ja
- auch in Johannes 3, dass wer nicht aus neuem, wer nicht vom neuen geboren ist, kann nicht in das Himmelreich eingehen. Damit ist ja auch irgendwie so eine
- Heilsrelevanz an die Wiedergeburt geknüpft. Wie wie geht die Kirche jetzt auch in dem Kontext mit Menschen um, die jetzt
- noch nicht getauft sind, die aber z.B. in der Vorbereitung der Taufe oder ähm auch davor sterben, aber an Christus glauben.
- Ja, also da wird unterschieden. Also zum einen sind da Menschen, die sich möglicherweise auf die Taufe vorbereiten, die wir die Katechuminen
- nennen, also Taufbewerber. Ähm, da hat die Kirche immer gesagt, ähm, sie unterstehen einer besonderen Fürsorge der Kirche. Sie gehören noch
- nicht zu ihr, weil sie das Taufsakrament noch nicht empfangen haben, aber die Kirche kümmert sich um sie. Sie sieht sich schon auch als Menschen an, die auf
- dem Weg zu ihr sind. Und deswegen kommen Katechumenen auch bestimmte Vorrechte im Leben der Kirche zu. Sollte man also im Katechumenat sterben,
- äh sieht die Kirche ein kirchliches Begräbnis vor oder sie sieht bestimmte Segnungen für die Katechumenen vor. Also da merkt man, das ist etwas anderes
- gegenüber einem Menschen, der den Gedanken an die Taufe noch nicht hat, der vielleicht sich mit Fragen des Glaubens, des Lebens beschäftigt, aber
- eben noch auf dem Weg einer Entscheidung ist. Und da ist es mir wirklich auch wichtig zu sagen, auch da erkennt die Kirche wirklich das Gute und Heilige im
- Menschen als Geschöpf an. Da sind diese Spuren, diese Elemente von Heiligkeit und Wahrheit zugegen. Aber ihr Anliegen ist es natürlich aufgrund der Sendung
- durch ihren Herrn Jesus Christus Menschen dann in diese Fülle der Begegnung mit Christus zu bringen. Wenn ich getauft bin, ist ja die Erbsünde
- abgewaschen, um mal bei dem Bild zu bleiben. Aber was ist, wenn ich dann wieder falle in Sünde, was ja in der Regel passiert und dann ist die Frage,
- was ist dann mit mit diesem Effekt der Taufen? Ja.
- Also der Fall gehört wahrscheinlich zu menschlichen Leben dazu auch und gerade als Christ, denn die Taufe ist nicht in dem Sinne etwas Magisches, was sozusagen
- den Menschen in einen Raum der Heiligkeit und damit auch der Unantastbarkeit stellt. Das macht das Sakrament oder der Begriff auch
- deutlich. In diesem gebrechlichen Zeichen menschlichen Lebens wirkt Gott auf unsichtbare Weise seine Gnade.
- Das heißt, der Gedanke, dass da jemand der Sünde wieder verfällt, des Bösen verfällt, der ist im jedem menschlichen Leben zugegen. Kann aber, und das macht
- dieser Satz deutlich, einmal getauft, immer getauft, eben nicht mehr aus dieser Gnadenzusage von Gott herausfallen.
- Wohl ist es natürlich seine Aufgabe, sich von diesem Bösen, von diesem Fallen wieder zu lösen. Und das geschieht also in unserer Vorstellung im Sakrament
- der Beichte, die sozusagen eine Erneuerung auch der Taufe darstellt, dass in ihr mir die Barmherzigkeit, die Gnade Gottes, ich will auch sagen, die
- Geduld Gottes mit mir zugesprochen wird, wo mich diese Gnade Gottes wieder aufhebt und sagt, geh weiter. Aber immer unter diesem Anspruch dieser Neugeburt
- in der Taufe, die vollzogen worden ist. Das heißt, die Taufe ist jetzt kein Heilsautomatismus in dem Sinne, ich bin jetzt getauft, ich habe meinen Taufstein
- und jetzt habe ich das Ticket für den Himmel gestempelt und jetzt ist eigentlich egal, was ich mache, sondern natürlich hat's auch Konsequenzen, wenn
- ich falle, aber dafür hat die Kirche ja auch Heizmittel bereitgestellt. Ja, also die Gabe, das Geschenk der Taufe, sie wird zur Aufgabe, sie wird
- zum Auftrag, das auch wirklich zu leben, was wir mir mit diesem Schatz der Taufe, dieser Neugeburt auch wirklich von Gott übereignet worden ist. Und das ist ein
- Auftrag für das gesamte Leben. Ich kann nie sagen, Paulus sagt es ja ähnlich, jetzt habe ich es ergriffen. Das bleibt Professor Oli, danke, dass Sie sich die
- Zeit genommen haben, dass wir diese Sendung über das Thema Wiedergeburt machen konnten. Ich glaube, dass es unseren Zuschauern auch sehr geholfen
- hat. Gerne. Liebe Zuschauer, wir hoffen, euch hat diese Folge katolisch auf dem Punkt
- gefallen und wir freuen uns, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder dabei seid.
- [musik] He.
Zum Nachlesen
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