Wiedergeburt: Was die Bibel WIRKLICH meint I Katholisch auf den Punkt K-TV Katholisches Fernsehen https://www.youtube.com/watch?v=xH62HN1Ct2w Transkript (automatisch erstellt) 0:00 Was ist denn die Wiedergeburt überhaupt biblisch? Die Wiedergeburt ist biblisch [musik] gesehen ein Ausdruck für das, was in der 0:06 Taufe geschieht. Das heißt, die Taufe ist jetzt kein Heilsautomatismus. Bin jetzt getauften und jetzt ist eigentlich egal, was ich 0:11 mache. Das Geschenk der Taufe, sie wird zur Aufgabe, das auch [musik] wirklich zu leben, was wir von Gott übereignet 0:18 worden ist. Jemand, der nicht getauft ist, aber an Jesus glaubt, ist der so gesehen noch kein Christ oder wie? 0:28 Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Katholisch auf dem Punkt, wo wir über herausfordernde Themen rund um den katholischen Glauben sprechen. Ich 0:35 habe heute einen besonderen Gast bei mir und das ist Professor Oli von der KHKT in Köln. Hallo Professor Oli. Hallo. Grüße Sie. Wir haben heute ein 0:44 interessantes Thema und das klingt erstmal irgendwie nach FernOst und das ist das Thema Wiedergeburt oder Neugeburt. Warum ist die Wiedergeburt 0:53 und zwar biblisch verstanden eben nicht äh Reinkarnation? Etwas vereinfacht gesagt, die Vorstellung der Wiedergeburt der 1:01 Reinkarnation aus dem Fernöstlichen ähm lebt davon zu sagen, es ist ein dauerhafter Prozess. Also nach diesem Leben trete ich in ein neues Leben ein 1:11 und von diesem wiederum in ein neues und das kann unterschiedliche auch Formen annehmen und es ist letztlich ein ewiger Kreislauf, bis ich dann einmal irgendwie 1:22 in eine Vollendung, in das Nirvana oder in das entsprechende nichts eingehen kann, während die Wiedergeburt im Sinne des biblischen Verständnisses 1:34 wirklich auch vom Verständnis des Menschen gemäß der heiligen Schrift ausgeht, nämlich, dass der Mensch ein einzigartiges 1:42 unvergleichbares Geschöpf Gottes ist, dass dieses eine und einmalige Leben auch anvertraut bekommen hat. Wiedergeburt im Biblischen meint, nicht 1:51 dauerhafte Wiederkehr, sondern deswegen ist der Begriff vielleicht besser Neugeburt in Christus, durch die ich ewiges Leben geschenkt 2:01 bekomme und das auf Dauer als Person, die ich bin und nicht in verschiedenen Formaten oder Stadien, die ich annehmen könnte. Das 2:10 der Unterschied, auch wenn wir den gleichen Begriff dabei verwenden. Was ist denn die Wiedergeburt überhaupt biblisch? 2:19 Die Wiedergeburt ist biblisch gesehen ein Ausdruck für das, was in der Taufe geschieht. H ähm wir kennen das ja aus den ersten Seiten der Heiligen Schrift. 2:29 Da wird äh über die Schöpfung gesprochen und da kommen die beiden großen Elemente zum Tragen Wasser und Geist. das Wasser der Welt und der Geist, der über allem 2:39 über dieser Schöpfung schwebt. Und ähm vom biblischen her haben wir ja diese Aussage in Johannes 3. Wer nicht aus Wasser und Geist wieder oder neueboren 2:52 wird, der kann nicht eingehen in das Reich Gottes. Und damit wird deutlich, wenn wir als Christen von Wiedergeburt sprechen, dann deswegen, weil diese 3:03 erste Schöpfung und damit auch unser Leben, unsere Geburt in dieser Welt unter dem Zeichen des Todes, des Sterbens steht, unter dem Zeichen der 3:13 Sünde des Wiedergöttlichen und was Gott selbst nicht, wenn man so will, akzeptieren wollte, sondern in seinem Sohn Jesus Christus eine neue 3:22 Schöpfung ermöglicht hat durch sein Leben, sein sein Sterben, sein Auferstehen, an dem wir Anteil gewinnen durch die Taufe und deswegen im Wasser 3:31 und dem Geist sozusagen neu geschöpft oder neu geboren werden, aber als einzigartige Person. Mhm. 3:40 Und sie haben gerade gesagt, man wird neu geboren in der Taufe und also in der Wiedergeburt, die durch die Taufe geschieht. Was genau passiert denn da 3:48 jetzt? Also, kann man das irgendwie beschreiben? Ähm, ich würde es vielleicht so sagen, die Taufe, da steckt ja das Wort tauchen 3:58 drin, eintauchen. Wir werden in dieses in dieses Wasser, in das Zeichen des Lebens, der Fruchtbarkeit eingetaucht und damit mit dem Leben, dem 4:09 Sterben Jesu Christi verbunden. Wir tragen seit unserer Taufe auch seinen Namen als Christen. Das heißt, wir sind mit seinem Leben, seinem Sterben, so 4:18 verbunden, dass sein Leben, sein Sterben, auch das unsere ist. Und wir sagen dann oft, wir werden in der Taufe mit Christus konfiguriert, also 4:28 gleichgestaltet, so dass wir in der Hoffnung leben dürfen. Mit diesem Neugeboren werden in Christus ist uns ewiges Leben geschenkt. 4:39 Und deswegen steht im Blick auf das, was wir Wiedergeburt, Neugeburt nennen, für uns ganz markant eben das Sakrament der Taufe, weil es durch dieses Zeichen zu 4:50 dieser Verbindung mit Christus kommt, der diese Neuschöpfung äh im Prinzip geschaffen hat. Mhm. 4:57 Und welche Rolle spielt der Heilige Geist in der Taufe? Ich meine, wenn wir in die Schrift schauen, sehen wir auch, dass irgendwie der Heilige Geist immer 5:04 eine besondere Rolle bei den Taufen in der Apostelgeschichte spielt. Wie haben wir das zu verstehen? Empfängt der Mensch da den Heiligen Geist oder 5:11 wenn wir noch mal ausgehen von der ersten Schöpfung heißt es: "Der Geist schwebte über dem Wassern." Das ist ein Ausdruck dafür, dass die Kraft Gottes, 5:19 sein Lebensatem, das was ihn als Gott auch ausmacht, in dieser Schöpfung gegenwärtig ist. Und wenn wir aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neu 5:31 geboren werden in der Taufe, wird uns dieser Geist Gottes, dieser Lebensatem wie bei der ersten Schöpfung, aber jetzt so neu zugesprochen, dass wir in der 5:41 Kraft des Geistes unser Leben leben dürfen und dies nicht mehr unter der Begrenzung von Sünde und Tod, sondern berufen sind wirklich 5:50 diesen Weg des Glaubens, den Weg der Heiligkeit zu gehen. Mhm. Mhm. Aber als Zuspruch, als Geschenk, als Gabe, die uns darin zur 6:00 Aufgabe wird. Mhm. Ich kenne das aus meinem ehemaligen freikirchlichen Kontext, dass man unter Wiedergeburt eigentlich ganz oft 6:08 verstanden hat, so ein Moment im Leben, wo der Mensch erkennt, ah, hier muss ich umkehren, hier muss ich den Herrn Jesus annehmen und so weiter. Also praktisch 6:15 Bekehrung. Wie würden Sie da differenzieren? Äh Wiedergeburt und Bekehrung. Die Bekehrung gehört zur Wiedergeburt 6:24 und das ist im Blick auf das Sakrament der Taufe die Notwendigkeit, das zum Empfang der Taufe und damit für dieses eingetaucht werden in 6:33 Christus. Die Bekehrung gehört. Ich muss mich abwenden von dem alten Menschen, von Sünde, von Tod und neu werden oder neu 6:46 werden oder neu geboren werden durch Christus, indem ich ihm glaube, mich ihm übereigne. Das ist ja auch im Taufrieter so, dass erstmal das äh die das 6:59 Bekenntnis, das Zeugnis abgelegt wird. Ich widersage dem Bösen, dem was Sünde, was tot ist. Und ich glaube an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, 7:10 auf dessen Geschenk hin ich jetzt mit ihm verbunden werden darf. Also Bekehrung und Taufe, Bekehrung und Neugeburt, 7:17 die gehören untrennbar zusammen. Ja, diese Dimension der Sünde oder wir würden vielleicht auch sagen, der 7:23 Erbsünde. Ähm, wie hängt das mit der Wiedergeburt zusammen? Welchen Effekt hat das auf die Erbsünde? 7:29 Es ist unsere Überzeugung als Christen, dass die Neugeburt, die Wiedergeburt durch die Taufe, diese Abhängigkeit des Menschen oder 7:38 dieses Verwoben sein des Menschen mit dieser ererbten Schuld löst. Mhm. Das heißt, Taufe, Neugeburt ist 7:47 Befreiung aus diesem Todeszusammenhang. Man lebt als Mensch, man lebt als Christ zunächst einmal in dieser Welt und natürlich auch unter den Bedingungen von 7:57 Sünde, von Schuld und irgendwann auch von diesem irdischen Tod. Mhm. Aber wie wir mit dem Apostel Petrus 8:06 bekennen dürfen, auch im Blick auf Christus, ähm der Tod hat nicht mehr das letzte Wort über uns, sondern du, Christus hast Worte des ewigen Lebens. 8:15 Also Neugeburt, Taufe durchbricht diesen Sünden und Todeszusammenhang, für den dieser Begriff Erbsünde Erbschuld steht. Sie hatten vorhin was sehr Interessantes 8:26 gesagt und zwar, dass wir durch die Taufe Christen werden in dem Sinne. Jetzt ist meine Frage, jemand der nicht getauft ist, aber an Jesus glaubt. 8:35 Mhm. Äh ist der so gesehen noch kein Christ oder wie? Also wie wie versteht man das? äh sagen wir mal so, offiziell nicht, 8:43 weil nur der Christ heißt und sein darf, der durch das Sakrament der Taufe mit ihm, wie wir eben sagten, konfiguriert, 8:53 gleichgestaltet ist und zugleich in die Kirche als Leibchristi eingegliedert ist. Ja, deswegen sagt man auch, die Taufe ist sozusagen das Tor zur Kirche, 9:05 das Tor zu Christus, das Tor auch zu den anderen Sakramenten dann. Ja, aber und das ist sicherlich richtig und 9:13 das bezeugt auch gerade das letzte Konzil der Kirche, das zweite vatikanische Konzil. In den nicht oder noch nicht getauften Menschen sind viele 9:23 Elemente von Wahrheit und Heiligkeit erkennbar. Wenn sie beispielsweise sagen, ja, ich stehe mit dem Wort Gottes z.B. in einer guten Verbindung, aber 9:32 habe diesen Schritt noch nicht gemacht oder ich leite mich oder lasse mich leiten durch Gedanken, durch Auffassungen, durch Überzeugungen, die 9:42 sehr nahe auch an denen des christlichen Glaubens liegen, dann können wir immer sagen, da sind solche Spuren, solche Elemente von Wahrheit, Heiligkeit und so 9:51 weiter zugegen. Aber der letzte Schritt, diese Konsequenz, mich dann auch ihm durch die Taufe anzuvertrauen, der ist noch nicht vollzogen. Der Herr sagt ja 10:01 auch in Johannes 3, dass wer nicht aus neuem, wer nicht vom neuen geboren ist, kann nicht in das Himmelreich eingehen. Damit ist ja auch irgendwie so eine 10:09 Heilsrelevanz an die Wiedergeburt geknüpft. Wie wie geht die Kirche jetzt auch in dem Kontext mit Menschen um, die jetzt 10:16 noch nicht getauft sind, die aber z.B. in der Vorbereitung der Taufe oder ähm auch davor sterben, aber an Christus glauben. 10:24 Ja, also da wird unterschieden. Also zum einen sind da Menschen, die sich möglicherweise auf die Taufe vorbereiten, die wir die Katechuminen 10:33 nennen, also Taufbewerber. Ähm, da hat die Kirche immer gesagt, ähm, sie unterstehen einer besonderen Fürsorge der Kirche. Sie gehören noch 10:45 nicht zu ihr, weil sie das Taufsakrament noch nicht empfangen haben, aber die Kirche kümmert sich um sie. Sie sieht sich schon auch als Menschen an, die auf 10:54 dem Weg zu ihr sind. Und deswegen kommen Katechumenen auch bestimmte Vorrechte im Leben der Kirche zu. Sollte man also im Katechumenat sterben, 11:05 äh sieht die Kirche ein kirchliches Begräbnis vor oder sie sieht bestimmte Segnungen für die Katechumenen vor. Also da merkt man, das ist etwas anderes 11:14 gegenüber einem Menschen, der den Gedanken an die Taufe noch nicht hat, der vielleicht sich mit Fragen des Glaubens, des Lebens beschäftigt, aber 11:26 eben noch auf dem Weg einer Entscheidung ist. Und da ist es mir wirklich auch wichtig zu sagen, auch da erkennt die Kirche wirklich das Gute und Heilige im 11:35 Menschen als Geschöpf an. Da sind diese Spuren, diese Elemente von Heiligkeit und Wahrheit zugegen. Aber ihr Anliegen ist es natürlich aufgrund der Sendung 11:46 durch ihren Herrn Jesus Christus Menschen dann in diese Fülle der Begegnung mit Christus zu bringen. Wenn ich getauft bin, ist ja die Erbsünde 11:55 abgewaschen, um mal bei dem Bild zu bleiben. Aber was ist, wenn ich dann wieder falle in Sünde, was ja in der Regel passiert und dann ist die Frage, 12:03 was ist dann mit mit diesem Effekt der Taufen? Ja. 12:08 Also der Fall gehört wahrscheinlich zu menschlichen Leben dazu auch und gerade als Christ, denn die Taufe ist nicht in dem Sinne etwas Magisches, was sozusagen 12:19 den Menschen in einen Raum der Heiligkeit und damit auch der Unantastbarkeit stellt. Das macht das Sakrament oder der Begriff auch 12:28 deutlich. In diesem gebrechlichen Zeichen menschlichen Lebens wirkt Gott auf unsichtbare Weise seine Gnade. 12:38 Das heißt, der Gedanke, dass da jemand der Sünde wieder verfällt, des Bösen verfällt, der ist im jedem menschlichen Leben zugegen. Kann aber, und das macht 12:48 dieser Satz deutlich, einmal getauft, immer getauft, eben nicht mehr aus dieser Gnadenzusage von Gott herausfallen. 12:57 Wohl ist es natürlich seine Aufgabe, sich von diesem Bösen, von diesem Fallen wieder zu lösen. Und das geschieht also in unserer Vorstellung im Sakrament 13:07 der Beichte, die sozusagen eine Erneuerung auch der Taufe darstellt, dass in ihr mir die Barmherzigkeit, die Gnade Gottes, ich will auch sagen, die 13:18 Geduld Gottes mit mir zugesprochen wird, wo mich diese Gnade Gottes wieder aufhebt und sagt, geh weiter. Aber immer unter diesem Anspruch dieser Neugeburt 13:30 in der Taufe, die vollzogen worden ist. Das heißt, die Taufe ist jetzt kein Heilsautomatismus in dem Sinne, ich bin jetzt getauft, ich habe meinen Taufstein 13:37 und jetzt habe ich das Ticket für den Himmel gestempelt und jetzt ist eigentlich egal, was ich mache, sondern natürlich hat's auch Konsequenzen, wenn 13:44 ich falle, aber dafür hat die Kirche ja auch Heizmittel bereitgestellt. Ja, also die Gabe, das Geschenk der Taufe, sie wird zur Aufgabe, sie wird 13:52 zum Auftrag, das auch wirklich zu leben, was wir mir mit diesem Schatz der Taufe, dieser Neugeburt auch wirklich von Gott übereignet worden ist. Und das ist ein 14:03 Auftrag für das gesamte Leben. Ich kann nie sagen, Paulus sagt es ja ähnlich, jetzt habe ich es ergriffen. Das bleibt Professor Oli, danke, dass Sie sich die 14:11 Zeit genommen haben, dass wir diese Sendung über das Thema Wiedergeburt machen konnten. Ich glaube, dass es unseren Zuschauern auch sehr geholfen 14:17 hat. Gerne. Liebe Zuschauer, wir hoffen, euch hat diese Folge katolisch auf dem Punkt 14:22 gefallen und wir freuen uns, wenn ihr beim nächsten Mal auch wieder dabei seid. 14:32 [musik] He.