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Außenpolitik im Deutschen Kaiserreich I musstewissen Geschichte

MrWissen2go Geschichte | Terra X7:03 1,3 Mio. Aufrufe veröffentlicht Auf YouTube

Das Wichtigste aus dem Video

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Transkriptautomatisch erstellt · 69 Zeilen
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  1. In diesem Video erkläre ich die Außenpolitik des Deutschen Kaiserreichs. Wie Bismarck sein Bündnissystem aufbaut,
  2. wie sich das Reich isoliert und warum Deutschland damals ein sehr globalisiertes Land ist.
  3. Eben alles, was du wissen musst. Als Otto von Bismarck preußischer Ministerpräsident,
  4. also Regierungschef von Preußen wird, hat er einen Plan, wie er Deutschland unter der Führung Preußens zusammenführen kann.
  5. Dafür führt er drei Kriege. Ihr könnt euch dazu dieses Video hier oben anschauen,
  6. ihr müsst nur auf das "I" klicken. Nach dem Jahr 1871 ändert Bismarck dann schlagartig seine Politik.
  7. Finger weg von Kriegen, er will lieber Frieden. Warum will Bismarck auf einmal einen europäischen Frieden?
  8. Um das besser zu verstehen, schauen wir mal in der Geschichte zurück. In der Mitte Europas bestand nie eine starke Macht.
  9. Mit der Gründung des Deutschen Kaiserreichs gibt es aber plötzlich eine sehr starke wirtschaftliche und militärische Macht.
  10. Das Gleichgewicht der Staaten wird empfindlich gestört. Das ist so wie wenn man an ein ganz feines ausbalanciertes Mobile
  11. plötzlich eine Stein dranhängt. Bismarck will nicht, dass Deutschland Europa unterwirft.
  12. Er will, dass das Reich weiterbestehen kann. Deshalb taktiert und paktiert er.
  13. Bismarck will ein System von Bündnissen mit den europäischen Staaten, was vor allem Frankreich isoliert.
  14. Denn nach dem Krieg 1870/71 hatte Frankreich noch eine Rechnung mit Deutschland offen.
  15. Das klingt fürchterlich, aber früher dachte man so in Europa, und in Teilen der Welt denkt man heute noch so.
  16. Als Erstes schließt Bismarck das Dreikaiserabkommen zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Russland.
  17. Dazu kommt noch mal ein spezielles Abkommen zwischen Österreich und Deutschland.
  18. Dann gibt es das Abkommen zwischen Deutschland, Österreich und Italien, den Dreibund.
  19. Mit Russland schließt Deutschland einen geheimen Rückversicherungsvertrag. Und schließlich vermittelt Bismarck das Mittelmeerabkommen
  20. zwischen England, Italien, Österreich-Ungarn und Spanien. Dieses Bündnissystem hat man später oft als genial beschrieben.
  21. Bismarck nannte man einen Zauberer oder Jongleur. Er war keins von beidem.
  22. Wenn man sich das Bündnissystem von Bismarck einmal genauer anschaut, kann man erkennen, dass nicht alle Absprachen,
  23. die da getroffen waren, auch zusammenpassten. Bismarck geht es nicht darum, den Frieden zu sichern, weil er für Frieden ist.
  24. Er will in erster Linie einen Krieg verhindern, weil er befürchtet, dass Deutschland verliert.
  25. Deshalb schließt er Bündnisse und versucht ansonsten, die anderen zu beeinflussen.
  26. Er benutzt Konflikte zwischen anderen Staaten, um die Position des Reiches zu stärken.
  27. Das machen irgendwie alle, besonders die Engländer, Bismarck ist darin aber eben sehr geschickt.
  28. Leider setzt sich damals keine europäische Macht für den Frieden ein, weil Frieden gut ist.
  29. Bismarck selbst fasst seine außenpolitischen Ziele so zusammen: Alle Länder, außer Frankreich, sollen Deutschland irgendwie brauchen
  30. und durch gegenseitige Konflikte davon abgehalten werden, sich gegen Deutschland zu verbünden.
  31. Man kann Bismarck jedenfalls zugutehalten, dass er dazu beigetragen hat, dass die anderen in keinen totalen Konflikt kamen.
  32. Oder auch in keinen Konflikt oder Krieg mit den Reich. Nach Bismarcks Abgang als Kanzler
  33. trumpft die deutsche Außenpolitik viel mehr auf. Man achtet nicht mehr so sehr darauf, sich abzusichern.
  34. Und so ist bis zum Jahr 1907 die Stellung der Mächte in Europa komplett anders. Vorher hatte Deutschland ein Bündnis mit Russland und mit Österreich-Ungarn,
  35. jetzt gibt es ein Bündnis zwischen England, Frankreich und Russland. Für Deutschland bleiben nur die relativ schwachen Partner
  36. Österreich-Ungarn und Italien übrig. Und die beiden haben auch noch miteinander Probleme.
  37. Für Bismarck wäre das eine gefährliche Lage gewesen. Aber der Kaiser Wilhelm II. übersieht diese Probleme,
  38. weil sein Blick weiter geht. Er kümmert sich viel lieber um Weltpolitik.
  39. Weltpolitik heißt vor allem Kolonialpolitik. Die Europäer teilen sich damals die Welt untereinander auf.
  40. Deutschland macht lange nicht mit oder nur ganz wenig mit, weil Bismarck das für überflüssig hält.
  41. Aber immer mehr Politiker fordern einen "Platz an der Sonne". Man ist sich sicher, dass Deutschland
  42. seinen Platz nachdrücklich einfordern muss. Radikal nationalistische Verbände fordern ein Deutsches Weltreich.
  43. Togo, Kamerun, Deutsch-Südwest- und Deutsch-Ostafrika, sowie das Kaiser-Wilhelms-Land und das Bismarck-Archipel im Pazifik
  44. gehören bald zum deutschen Kolonialgebiet. Jetzt ist der deutschen Führung klar,
  45. dass Deutschland keine neuen Kolonien erobern kann, denn es gibt kaum Gebiete,
  46. die sich noch nicht ein europäisches Land unter den Nagel gerissen hat. Alles schon verteilt, aber man will die Welt wirtschaftlich dominieren.
  47. Das Deutsche Reich treibt damals die Globalisierung voran. Es ist ein wahnsinnig vernetztes Land.
  48. Also Deutschland treibt immer mehr Handel mit aller Welt. Und Deutschland hat auch ein paar Kolonien.
  49. Um den Handel zu schützen und die Kolonien anzubinden, braucht man eine Flotte.
  50. Eine Flotte, die so stark ist, dass jeder, der sie angreift, mit dem eigenen Untergang rechnen muss.
  51. So sagt man das. Also wird die deutsche Flotte aufgerüstet.
  52. Um genug Geld zu haben, führt man die Schaumweinsteuer ein. Die zahlen wir übrigens auch heute noch,
  53. auch wenn wir keine große Flotte mehr haben. Mit dieser Flottenpolitik und der ganzen Weltwirtschaftspolitik
  54. gerät das Kaiserreich mit Großbritannien aneinander. Das Problem der deutschen Außenpolitik nach Bismarck ist,
  55. dass das Reich sich so stark sieht, dass es meint, es könne aus einer Position der Stärke heraus agieren.
  56. Nach und nach verdirbt's es sich so mit allen europäischen Mächten. Die Politik behauptet, die anderen Staaten würden Deutschland einkreisen,
  57. um ihm zu schaden. In Wirklichkeit ist es aber so, dass sich das Kaiserreich selbst isoliert.
  58. Dass Frankreich und Russland sich verbünden, das ist schlimm. Weil so ein Zweifrontenkrieg möglich wird.
  59. Aber dass auch noch England gegen Deutschland steht, das ist katastrophal. Das Grundübel für alle europäischen Staaten,
  60. das kann man heute ganz klar sagen, ist: Die Staaten haben nicht daran gearbeitet, wie man den Frieden bewahren kann.
  61. Sie haben vielmehr daran gearbeitet, wie man sicherstellt, dass man einen möglichen Krieg nicht verliert.
  62. Die Lage in Europa ist also angespannt. Seit 1905 rüsten alle deutlich auf.
  63. Als 1914 der Erste Weltkrieg ausbricht, gibt es auf dem Kontinent Millionen Soldaten.
  64. 4,5 Millionen allein in Deutschland. 4 Millionen in Frankreich.
  65. Insgesamt sind es 21 Millionen. Wie genau es zum Kriegt kommt, erklär ich euch in einem anderen Video.
  66. Wenn ihr noch mehr zum Deutschen Kaiserreich wissen wollt, schaut euch mal diese Videos hier oben, wenn ihr auf das "I" klickt, an.
  67. Und natürlich empfehle ich euch, diesen Kanal zu abonnieren. Solltet ihr definitiv machen,
  68. dann bekommt ihr jedes neue Video hier bei uns zu sehen. Danke euch fürs Zuschauen, bis zum nächsten Mal.
  69. Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017

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