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Napoleon und die Deutschen I musstewissen Geschichte
Das Wichtigste aus dem Video
Tipp auf eine Zeit – das Video springt genau dorthin.
Transkriptautomatisch erstellt · 67 Zeilen
- In diesem Video erklär ich euch in drei Schritten, wie Napoleon Bonaparte Deutschland umbaut,
- warum er zum Königsmacher wird und wodurch das alte deutsche Kaiserreich sang- und klanglos endet.
- Eben alles, was du wissen musst. * Musik *
- Wir starten völlig überraschend mit Schritt eins. Bei der Neuordnung Europas ordnet Napoleon auch Deutschland neu.
- Genauer gesagt das Heilige Römische Reich deutscher Nation. Dieses Reich in der Mitte Europas
- besteht aus Hunderten verschieden großen Ländern. Da gibt es Kurfürstentümer wie Bayern oder Sachsen.
- Da bestehen geistliche Herrschaften wie die Erzbistümer Mainz oder Köln. Da sind freie Reichsstädte wie Nürnberg oder Bremen.
- Kleine Herzogtümer und Grafschaften. Die Territorien von Reichsrittern oder von Klöstern.
- Zwei Staaten sind besonders groß und mächtig, nämlich Preußen und Österreich.
- Der österreichische Herrscher ist zugleich der Kaiser, aber er hat als Kaiser wenig tatsächliche Macht.
- Denn das Reich hat keine Armee. Und es gibt auch keine Reichsbeamten.
- Das Reich ist damals mehr oder weniger eine Hülle. Die Musik spielt in den einzelnen Territorialstaaten.
- Im Laufe der Jahre haben die französischen Revolutionstruppen die deutschen Gebiete bis zum Rhein erobert.
- Städte wie Aachen, Köln oder Mainz gehören jetzt zum Kaiserreich Frankreich. Einige der Herrschaften, die dort früher bestanden,
- werden komplett aufgelöst. In vielen Fällen werden Länder verkleinert.
- Napoleon nutzt diese Situation aus, um die Oberhoheit Frankreichs durchzusetzen.
- Das bringt uns auch schon zu Schritt zwei. Das sind, gebe ich zu, fürchterliche Begriffe,
- aber die muss man sich halt einfach merken. Ich erklär sie euch so, dass ihr was damit anfangen könnt.
- Napoleon arbeitet sozusagen mit Zuckerbrot und Peitsche. Für die Verluste durch die Ausdehnung Frankreichs bis zum Rhein
- gibt es Entschädigungen. Als Erstes kommt im Jahr 1803 die Säkularisation.
- Die geistlichen Fürstentümer werden aufgelöst. Allen Klöstern wird das Land weggenommen.
- Und vor allem die Herrschaft über ihre Untertanen. Genauso wie bei den Bistümern.
- Die Ländereien und Menschen werden an die weltlichen Herrscher verteilt. Säkularisation heißt also Verweltlichung.
- Die Kirche wird enteignet. Da kommt schon eine ganze Menge zusammen,
- mit dem Napoleon die deutschen Fürsten locken kann. Aber er bleibt nicht stehen.
- Es gibt ja noch eine Menge Kleinstaaten, winzige Fürstentümer, Herrschaften von Rittern oder die freien Städte.
- Auch diese kleinen weltlichen Herrschaften werden jetzt beseitigt. Man nennt das Mediatisierung.
- Bisher waren zum Beispiel die Reichsstädte reichsunmittelbar. Das bedeutet, sie waren nur dem Kaiser als Reichsoberhaupt untertan
- und bestimmten ansonsten selbst über sich. Jetzt verlieren sie diese Reichsunmittelbarkeit
- und werden in das Gebiet eines Landesherrn eingegliedert. Sie verlieren ihre Selbstständigkeit.
- Das wäre so, als würde heutzutage das Bundesland Hamburg ein Teil Niedersachsens werden,
- und zwar ohne dass man die Bürger dazu fragt. So, jetzt haben wir uns zwei komplizierte Begriffe gemerkt,
- nämlich die Säkularisation und die Mediatisierung. Und weil es so schön ist, lege ich gleich noch einen drauf,
- nämlich den Reichsdeputationshauptschluss. Wir reden hier von ganz dramatischen Umwälzungen.
- 300 kleine Herrschaftsgebiete sind mit einem Schlag weg. Und so ungefähr drei Millionen Menschen gehen ins Bett
- und wachen am nächsten Morgen in einem neuen Staat auf. Das geht ja eigentlich gar nicht.
- Um die Auflösung all dieser Herrschaftsgebiete rechtlich abzusichern, wird ein besonderes Gesetz, eben der Reichsdeputationshauptschluss,
- beschlossen. Die Neuverteilung durch Säkularisation und Mediatisierung
- wird damit für rechtmäßig erklärt. Davon profitieren einige ganz ordentlich.
- Der bayerische Kurfürst zum Beispiel bekommt die Bistümer Bamberg und Passau,
- viele Ritterschaften in Franken und die Reichsstadt Regensburg und Gebiete in Schwaben und, und, und.
- Außerdem darf sich der Kurfürst jetzt König nennen. Er steigt also auf.
- So entstehen mehrere deutsche Königtümer. Alle von Napoleons Gnaden.
- So, jetzt fehlt zum Ende des Reiches nur noch Schritt drei: Rheinbund und Niederlegung der Krone.
- Im Sommer des Jahres 1806 treten 16 Fürsten aus dem Reich aus und gründen den Rheinbund.
- Dazu gehören zum Beispiel die frisch gebackenen Königreiche Bayern, Sachsen, Westfalen und Württemberg
- und die Großherzogtümer Hessen und Baden. Eingefädelt hat die Sache mit dem Rheinbund natürlich Napoleon.
- Der will, dass die kleinen deutschen Staaten zusammen ein Gegengewicht gegen Österreich und Preußen bilden.
- Der Kaiser bastelt sich sozusagen seine Verbündeten selbst zusammen. Napoleon will auch was Handfestes haben für seine Großzügigkeit.
- Die Länder des Rheinbunds müssen sich verpflichten Napoleon Soldaten zu stellen. Die riesige Armee, mit der Napoleon Russland angreift
- und die fast vollständig vernichtet wird, besteht zu einem Drittel aus deutschen Männern.
- Zum Russlandfeldzug Napoleons findet ihr in diesem Video hier oben, wenn ihr auf das "i" klickt, alles, was ihr wissen müsst.
- Und das Reich? Na ja, mit der Gründung des Rheinbunds
- ist das Heilige Römische Reich deutscher Nation nach gut 900 Jahren praktisch am Ende.
- Der amtierende Kaiser Franz II. legt seinen Titel nieder und nennt sich fortan Franz I, Kaiser von Österreich.
- Man kann sagen, das Heilige Römische Reich deutscher Nation erlebt nicht gerade ein Staatsbegräbnis.
- Und viele sind auch nicht zum Weinen ans Grab gekommen. Viele vermissen das einfach gar nicht.
- Denn die Bürger empfinden das als frischen Wind, als einen Aufbruch in die Moderne.
- Andererseits sehen sie, dass Napoleon ein rücksichtsloser Herrscher ist, der mit seinen Armeen kreuz und quer durch das Land zieht.
- Die Menschen sehen die Franzosen, genauer gesagt französische Soldaten, nicht als Befreier, sondern als Eroberer, als Besatzer.
- Und im Widerstand gegen die französische Oberhoheit entwickelt sich langsam ein deutsches Nationalbewusstsein.
- Viele Bürger wollen die Fremdherrschaft loswerden und einen deutschen Nationalstaat gründen.
- Bis es so weit ist, dauert es aber noch. 1806 herrscht ja noch Napoleon und mehr dazu findet ihr in diesem Video hier.
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- Würd mich freuen. Vielen Dank fürs Zuschauen. Bis zum nächsten Mal.
- Untertitel im Auftrag des ZDF für funk, 2017
Zum Nachlesen
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